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Vladimir Vladimirovich™

Saturday, October 23, 2010 13:40:54

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro und wartete ungeduldig auf den Ablauf der ersten Amtsperiode des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew.
Plötzlich klingelte auf dem breiten Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Wladimir Wladimirowitsch™“, ertönte im Hörer schmachtend eine Frauenstimme. „Die Waldbrände sind gelöscht und ich brenne immer noch!“
„Wer ist das?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Das Boot ist gesunken“, ertönte im Hörer eine andere Stimme. „Und ich schwimme halt...“
„Wa?!“, staunte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das Wasserkraftwerk ist durchgeflutet“, sagte schon die dritte schmachtende Frauenstimme, „Und ich fliesse auch durch...“
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde unruhig.
„Luschkow hat man zurückgezogen“, sagte die vierte Stimme. „Und wann ziehen Sie mich zurück?“
„Ich habe ihn nicht zurückgezogen!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich nicht! Das war nicht ich!“
„Die Arbeitslosen in Pikaljowo haben Sie besucht“, sagte die fünfte Stimme behauchend. „Und ich arbeite auch nicht... kommen Sie mal...“
„Schluss mit lustig!“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ unsicher und errötete.
„Wladimir Wladimirowitsch™“, sagte leidenschaftlich die sechste Stimme. „Küssen Sie mich am Bäuchlein...“
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer vorsichtig auf, stand auf, ging rückwärts zum Ausgang und machte die Tür ins Vorzimmer auf, ohne den Blick vom Hörer abzuwenden.
„Wer hat mich soeben angerufen?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ seinen Sekretär.
„Die Studentinnen der journalistischen Fakultät der Lomonossow-Universität“, antwortete der Sekretär. „Sie haben gesagt, wir wollen zum Geburtstag gratulieren. Ich habe also verbunden“.
Wladimir Wladimirowitsch™ machte die Tür langsam zu.



Wednesday, September 29, 2010 18:27:49

Eines Tages stand Wladimir Wladimirowitsch™ Putin an einem großen Fenster in seinem Büro und sah traurig das graue verregnete Moskau an.
Plötzlich knarrte hinter Wladimir Wladimirowitsch™ die Tür und eine leise Stimme sagte:
„Hör mal Bratello... Ich also... Bin zum Abschied gekommen“.
„Wie war bitte Ihr Name?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™, ohne den Kopf zu drehen.
„Jura Luschkow...“, antwortete die Stimme. „Und jetzt... jetzt einfach Jura“.
Wladimir Wladimirowitsch™ drehte sich sofort um und sah den des Amtes enthobenen Juri Michajlowitsch Luschkow.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah durchbohrend Juri Michajlowitsch an.
Juri Michajlowitsch sah durchbohrend Wladimir Wladimirowitsch™ an.
Die Männer fielen einander in die Arme.
„Sissu was Michalytsch...“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™, Juri Michajlowitsch heiß umarmend. „Sissu was“.
Juri Michajlowitsch schluchzte.
Irgendwo da, hinter Wladimir Wladimirowitschs™ Büro ragte in die Höhe der blutrote Kreml.



Sunday, September 12, 2010 19:30:13

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und die russische Kundschaffnerin Anna Wassiljewna Kuschtschenko-Chapman in einem Büro des russischen Auslandsnachrichtendienstes und sangen das Lied „Womit beginnt die Heimat“ vor.
„Sie sind aber so lustig, hätte ich nie gedacht“, lachte Anna Wassiljewna. „Lustig und skurill! Skurill!“
„Mit Bildern im Abc-Bu-u-uch“, sang Wladimir Wladimirowitsch™ vor und sah Anna Wassiljewna mit seinen dunklen Augen an. „Mit treuen in Not Kamera-a-a-aden, die wohnen nicht weit weg vom...“
„Und sie, stellen Sie sich vor, sie schlagen mir vor, in Pornofilmen zu spielen!“, empörte sich Anna Wassiljewna und patschte Wladimir Wladimirowitsch™ aufs Knie. „Mir, mit meinen Bekanntschaften!“
„Vielleicht mag sie aber begi-i-i-nnen“, nickte Wladimir Wladimirowitsch™ ohne zu singen aufzuhören, „Mit Liedern der Mutter...“
„Will spazierenfahren!“, sagte Anna Wassiljewna plötzlich.
„Aber sofort!“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ im gleichen Augenblick. „Mit Flugzeug? Militärflugzeug? U-Boot? Raumschiff? Womit, oh Göttliche?“
„Mit einem Bike will ich“, Anna Wassiljewna presste für einen Augenblick ihre zarten Lippen zusammen, danach brach sie aber in silbernes Lachen aus. „Wissen Sie, so ein... auf drei Rädern... Und mit Fahnen!“
„Gleich kommts“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und holte dabei aus der Tasche das Regierungsmobiltelefon, ohne seinen Blick von Anna Wassiljewna abzuwenden. „Hallo! Chirurg? Hab ein Ding zu beschnacken!“
Anna Wassiljewna sah Wladimir Wladimirowitsch™ glücklich an.



Saturday, July 17, 2010 20:24:07

Eines Tages traf sich Wladimir Wladimirowitsch™ Putin mit seinen ehemaligen Kollegen.
„Hör mal Bratello“, sprach ihn einer seiner ehemaligen Kollegen an.
„Wie war bitte Ihr Name?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Wasja Kuschtschenko“, antwortete der Mann. „Ein Tschekist“.
„Wollen Sie zum Gouverneur werden?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ ohne Umschweife.
„Nein“, antwortete der Tschekist. „Also, ich möchte es natürlich schon, aber zuerst muß man klären, wie es mit der Tochter weitergeht“.
„Will die Tochter zur Gouverneurin werden?“, wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Aber nein“, atmete der Mann auf. „Man hat sie festgenommen“.
„Festgenommen?“, staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ist sie wenigstens noch am Leben?“
„Ist sie“, nickte der Tschekist. „Obwohl man sie richtig quält. Sie wird in Einzelhaft gehalten, man gibt ihr weder Zeitungen noch Fernseher... Man sagt, ein halbes Jahr wird sie da so sitzen!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah den Mann erstaunt an.
„In Amerika!“, rief der Mann aus. „In Amerika hält man sie fest! Man muß sie retten Bratello! Retten!“
„Ach so, in Amerika...“, lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Das solltest Du sofort sagen. Und Du – festgenommen, festgenommen... Ich habe schon gedacht, im Lefortowo. Oder im Matrosskaja Tischina. Von da kriegt man keinen frei. Und aus Amerika – wart’ mal einen Augenblick...“
Wladimir Wladimirowitsch™ holte sofort aus der Tasche den Apparat für die Verbindung mit ausländischen Staatsoberhäuptern heraus und drückte auf den Rufknopf des Präsidenten der Vereienigten Staaten von Amerika.
„Barack!“, schrie Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer. „Hussein!“
Der KGB-Mann richtete sich stramm auf.
„Wie heißt nun die Tochter?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™, den Hörer mit der Hand zugedeckt.
„Anna!“, antwortete der Mann.
„Brother!“, schrie Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer. „Ich höre Dich sehr schlecht! Man hat da bei Euch gewisse Anna Kuschtschenko festgenommen...“
„Sie ist keine Kuschtschenko!“, flüsterte der Mann und winkte zu. „Chapman ist sie! Chapman!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah den Mann noch einmal erstaunt an.
„Quatsch, Chapman!“, schrie Wladimir Wladimirowitsch™. „Anna Chapman! Sie ist die Tochter eines guten Mannes, gib sie mir! Was willst Du? Welches Orchester? Das Nationalorchester?! Bist Du etwa ganz kap...“
Der Mann sah Wladimir Wladimirowitsch™ flehentlich an.
„Na gut, geht schon“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Zum Teufel dieses Orchester“.
Wladimir Wladimirowitsch™ legte auf.
„Also“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Obama fordert, das Nationalorchester dichtzumachen. Sprich das Einzige, wobei wir sie übertreffen“.
„Das Orchester?“, wunderte sich der KGB-Mann, „Dichtmachen?!“
„Man könnte Deine Tochter gegen Pletnjow tauschen“, überlegte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Aber wie soll man es der Bevölkerung erklären? Tja, da muß man nachdenken...“
Und Wladimir Wladimirowitsch™ begann nachzudenken.



Thursday, June 24, 2010 19:59:32

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Gouverneur der Perm-Region Oleg Anatoljewitsch Tschirkunow an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich bin jetzt allerdings kein Präsident mehr, aber immerhin“.
„Was meinst Du?“, kapierte Oleg Anatoljewitsch nicht.
„Ich meine, dass Ihr Euch da zu viel herausnehmt“, erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habe neulich ein Signal gekriegt. Von Alexej Iwanow, Schriftsteller. Der sagt, Ihr verbreitet da die Päderastie. Überall stellt Ihr den Buchstaben P auf, tote Menschen aus Zelluloid bastelt Ihr... was soll eigentlich das Ganze?“
„Aber was heißt denn – was soll?!“, wunderte sich Oleg Anatoljewitsch. „Was ist mit Dir los Bratello? Welche Päderastie? Der P bedeutet doch Putin!“
„Putin?“, wunderte sich diesmal Wladimir Wladimirowitsch™. „Was hat ja Putin damit zu tun?“
„Aber wie denn?“, rief der Gouverneur aus. „Alle schimpfen jetzt auf Putin! Man sagt, Putin sei ein Tyrann, schlimm, bestechlich. Man erzählt diverse Gemeinheiten. Also – völlig ungerecht.“
„Und?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ einschmeichelnd.
„Und nun haben wir beschlossen, Dich zu verteidigen“, sagte Oleg Anatoljewitsch. „Auf dem Nieveau der ganzen Region! Unser Festival heißt eben so – Der lebendige P. Sprich also – der lebendige Putin. Und das Motto – die Skeptiker werden beschämt sein!“
„Wie bitte, wie hast Du es gesagt?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Beschämt sein?“
„Werden beschämt sein!“, bestätigte der Gouverneur.
„Na gut, sollte es wahr sein“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und legte auf.
Danach sah er das Wandbild des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an und sagte leise:
„Hast Du gehört Bratello? Die Skeptiker werden beschämt sein.“
Dann lächelte er.



Friday, June 11, 2010 13:54:27

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch Putin™ den Chefredakteur des Hörfunksenders „Echo Moskaus“ Alexej Alexejewitsch Wenediktow an.
„Alexej Alexejewitsch“, sagte Wladimir Wladimirowitsch Putin™ sanft. „Bratello! Würden Sie bitte eine diskrete Bitte von mir erfüllen?“
Alexej Alexejewitsch wurde nachdenklich.



Friday, June 11, 2010 13:42:14

Eines Tages ging Wladimir Wladimirowitsch™ Putin durch einen langen Kremlflur. Plötzlich hörte Wladimir Wladimirowitsch™ hinter einer Tür ein leises Schluchzen. Wladimir Wladimirowitsch™ kam auf die Tür geräuschlos zu, öffnete sie einen Spaltbreit und sah hinein.
Im Büro saß an einem breiten Tisch und weinte der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew.
„Bratello!“, wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
Der Präsident fuhr auf und blickte zu Wladimir Wladimirowitsch™ mit verweinten Augen auf.
„Was los?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Mir gehorcht keiner...“, flüsterte Dmitri Anatoljewitsch. „Ich sage ihnen – veröffentlicht die Deklarationen, und sie veröffentlichen sie nicht. Ich sage – nemmt wegen Betrügerei nicht fest, und sie nehmen doch fest. Keiner bemerkt mich! Als wenn ich gar nicht da wäre! Und ich bin, hol’s der Teufel, der Präsident dieses Landes!“
„Aber lass ma’…“, lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Deswegen gehorchen sie eben nicht, weil Du im Kreml des Teufels gedenkst. Der liebe Gott aber – er hilft nicht denjenigen, die des Teufels gedenken“.
Wladimir Wladimirowitsch™ kam auf den Präsidenten zu und legte ihm die Hände auf die Schultern.
„Mach Dir mal keine Sorgen!“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und streichelte dem Präsidenten am Kopf. „Ach was, man gehorcht nicht. Ist ja gar nicht so wichtig! Bist Du etwa zum Präsidenten geworden, damit alle Dir gehorchen? Nein. Du bist zum Präsidenten geworden, um Russland Nutzen zu bringen! Und man profitiert von Dir offensichtlich, alle Jungs sagen es jetzt. Sie sagen, jetzt ist es schön geworden, mehr Luft und so“.
Der Präsident sah zu Wladimir Wladimirowitsch™ hinauf und schluchzte leise.
„Na gut, willst Du...“, schlug Wladimir Wladimirowitsch™ vor, „Willst Du, wir lassen über Dich ein gutes Gebet schreiben? Auf Deine Gesundheit, was?“
Auf dem Gesicht des Präsidenten erschien ein unsicheres Lächeln.
„Echt?“, fragte der Präsident.
„Aber natürlich, Du!“, nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „Komm, aufsthehen, Tränen abwischen, wir gehen gleich Zum Patriarchen und bitten ihn...“
Dmitri Anatoljewitsch stand auf. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm ihn unter den Arm und führte zum Ausgang.
„Weisst Du, wie gut er aber ist, der Patriarch, äh?“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Ein wunderbarer Patriarch ist er, ich krieg kein einziges Nein von ihm“.
Der Präsident sah Wladimir Wladimirowitsch™ glaubensvoll an.
Wladimir Wladimirowitsch™ betrog ihn nie.



Monday, May 31, 2010 00:15:52

Eines Tages beschied Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Musiker Jura Schewtschuk zu sich.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ dem Musiker, als man den zu ihm herholte. „Meine Töchter haben mich gebeten, ein Autogramm zu besorgen. Kannst Du mal hier unterzeichnen?“
Und Wladimir Wladimirowitsch™ reichte dem Musiker ein Exemplar der Verfassung.
„Entschuldigung, wie heißen Sie bitte?“, fragte der Musiker Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ich heiße Wowa“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Einfach Wowa“.
„Das ist eine Provokation“, murmelte der Musiker vor sich hin und nahm die Verfassung.



Monday, May 31, 2010 00:00:28

Eines Tages schritt Wladimir Wladimirowitsch™ Putin durch einen langen Kremlflur und begegnete plötzlich dem Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew.
„Es haut hin Bratello!“, freute sich der Präsident. „Wie sieht es bei uns eigentlich mit den Haushalzszuweisungen aus?“
„Entschuldigung, wie heißen Sie bitte?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Dima Medwedew“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch etwas verlegen. „Der Präsident“.
„Dima, das ist eine Provokation“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und schritt weiter.
Der Präsident sah ihm erstaunt hinterher.



Saturday, May 29, 2010 00:27:44

Eines Tages ging Wladimir Wladimirowitsch™ Putin durch einen Wald in den Umgebungen seiner Residenz Nowo-Ogarjowo spazieren. Im Walddickicht sangen freche Nachtigallen, es ruschelten Eichhörnchen und piepsten mit etwas die Mitarbeiter des Föderalen Gardedienstes.
Plötzlich hörte Wladimir Wladimirowitsch™ einen glucksenden Geräusch. Etwas Großes prasselte im Gebüsch, es knurrte, matschte und stöhnte leise.
Wladimir Wladimirowitsch™ straffte sofort seine Muskeln, er spitzte seine Ohren und blickte sich aufmerksam um, danach, als die Quelle des Geräusches von ihm entdeckt wurde, sprang er blitzschnell ins Gebüsch.
Das erschienene Bild versetzte Wladimir Wladimirowitsch™ in Erstaunen. Auf einer kleinen im Gebüsch versteckten Wiese lag ein Schlachtkörper. Darüber hing ein grauhaariger Mann, gekleidet mit einem Anzug.
„Äh...“, öffnete den Mund Wladimir Wladimirowitsch™. „Bratello!...“
Der Mann wandte seinen Blick Wladimir Wladimirowitsch™ zu. Von den Schneidezähnen des Mannes tropfte das Blut.
„Bratello!“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ verlegen, als er den Vorsitzenden der Staatsduma Boris Wjatscheslawowitsch Gryslow erkannte. „Du, was machst Du hier?“
„Tja... also“, antwortete der Vorsitzende etwas bestürzt und wisch sich das Blut mit der Rückseite seines Jacketts ab. „Ich nage die Grizzlies“.
„Gryslow nagt die Grizzlies?!“, wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Du bist doch aber Android! Die Androids essen ja nichts!“
„Jetzt nicht mehr“, atmete Boris Wjatscheslawowitsch auf. „Ich bin jetzt ein Mensch“.
Wladimir Wladimirowitsch™ bekam kalte Füße.



Tuesday, May 25, 2010 01:04:04

Eines Tages fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ Putin auf der Rubljowo-Uspenskoje-Chaussee in seine Residenz Nowo-Ogarjowo. Plötzlich hielt Wladimir Wladimirowitschs™ Limousine sanft an.
„Was los?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht, die Scheibe öffnend.
Auf die Limousine lief schwer atmend ein Mann mit weissen Strümpfen und einem roten Tressenrock aus Samt zu; sein Gesicht war hitzenrot.
„Verboten!“, rief der Mann Wladimir Wladimirowitsch™. „Weiterfahren ist verboten! Halt!“
„Bratello“, lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Weißt Du, wer ich bin?“
„Ich weiß es, Herr Oberminister!“, rief der Mann mit dem Tressenrock und näherte sich mit diesen Worten der Limousine. „Aber es ist verboten! Verboten! Gleich fahren der Herr vorbei!“
„Wer fährt vorbei?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Dima, ist der etwa vollkommen abgedreht?! Gleich zeige ich ihm, wer hier der Herr ist“.
Da holte Wladimir Wladimirowitsch™ sofort aus der Jackettasche sein Regierungsmobiltelefon mit dem goldenen Doppeladler anstatt Tastatur heraus.
Plötzlich wurde der Mann mit dem Tressenrock blass und nahm Haltung an. An Wladimir Wladimirowitschs™ Limousine sauste etwas vorbei, was in allen Regenbogenfarben schillerte: blau, rot, gelb und sogar grün.
„Der Herr...“, flüsterte der Mann mit dem Tressenrock vor sich hin und knickste leicht. „Nikita Sergejewitsch! Zum Nikolina-Gora haben sich der Herr begeben...“
„Wer?!“, brummte Wladimir Wladimirowitsch™. „Welcher Nikita Sergejewitsch noch?! Sofort Michalkow mit mir verbinden!“
Auf den Stipp erschien vor der Limousine wie aus dem Boden gewachsen ein Mitarbeiter des Föderalen Gardedienstes, der den Mann mit dem Rock fortschleuderte, so dass er auf die Knie fiel, und reichte Wladimir Wladimirowitsch™ ein Mobiltelefon, auf dem schon die Nummer des Filmregisseurs Nikita Sergejewitsch Michalkow gewählt war.
„Hör mal Du Krotow!“, schrie Wladimir Wladimirowitsch™ auf, ohne das Telefon in die Hand zu nehmen. „Du Nisse! Ich ruf ma gleich an und Dein „Protiwostojanije“ wird aus den Kinos entfernt und aufs Regal gestellt! Wenn Du nur noch einmal mit der Blinkleuchte durch die Regierungsstrecke fährst!“
„Nicht Krotow“, antwortete Nikita Sergejewitsch wie immer mit Humor und Würde, „sondern Kotow. Und nicht „Protiwostojanije“, sondern „Predstojanije“...
„Und Du hast wohl keine Blinkleuchten, so“, schrie Wladimir Wladimirowitsch™, „sondern Blindleuchten?“
„Ich bin ein Mitglied des öffentlichen Rates beim Verteidigungsministerium...“, begann nun Nikita Sergejewitsch.
„Du bist etwa einer... mit Glied?!“, Wladimir Wladimirowitsch™ riss das Telefon aus der Hand des Mitarbeiters des Föderalen Gardedienstes und haute es kürz und klein gegen Asphalt. „Ein Glied ist er also! Bei der Verteidigung! Und wer bin dann ich?!“
„Und Sie sind dann die Verteidigung selbst“, flüsterte der Mann mit dem Rock, sich von den Knien erhebend.



Thursday, May 20, 2010 21:26:41

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der FSB-Direktor Alexander Wassiljewitsch Bortnikow in einer Deckwohnung.
„Es ist eine neue unbekannte Gruppe erschienen“, erzählte Alexander Wassiljewitsch. „Sie nennen sich Hipster“.
„Wie?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Die Hipster“, antwortete der Direktor. „Keiner weiß, wer das sind, dafür wissen aber alle, dass es sie gibt“.
„Habt Ihr wenigstens irgendwelche Indizien gefunden?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ja“, antwortete der Direktor. „Es gibt einen Artikel in der Wikipedia über sie“.
„Und?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
„Da steht geschrieben“, antwortete der Direktor, „dass die Hipster Kaffe im Starbucks trinken und BlackBerry Telefone benutzen“.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Alexander Wassiljewitsch verwundert an.
„Ja“, nickte Alexander Wassiljewitsch. „Jetzt sind alle Kellner im Starbucks unsere Agenten und in jedem Glas ist ein Mikrophon versteckt“.
„Good job“, nickte Wladimir Wladimirowitsch™. “Und diese Telephone?”
„Alle Blackberry Telefone werden also abgehorcht“, antwortete der Direktor. „Des weiteren nehmen wir auch das Signal ihrer Videokameras ab“.
„Apropos Videokameras“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™, drehte sich um und errötete etwas. „Was ist nun damit?“
„Mein ganzes Personal ist beim Anschauen beschäftigt!“, rief Alexander Wassiljewitsch aus und sprang vom Tisch. „Man hat den Eindruck, im Land ist eine sexuelle Revolution ausgebrochen! Du kannst Dir nicht vorstellen, was sie da anstellen! Was nun meine Leute sich angucken müssen – und sie haben übrigens alle Familien!“
Wladimir Wladimirowitsch™ errötete noch intensiver.
„Und nicht zu vergessen!“, konnte der Direktor sich nicht beruhigen. „Füngzig Jahre alt! Sechzig Jahre alt! Und die klettern trotzdem auf die Jungen!“
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde brandrot.
„Und die haben doch Ehefrauen!“, schlug der Direktor seine Hände über dem Kopf zusammen. „Sie haben alle Ehefrauen!“
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Kopf zwischen seine Hände.
Alexander Wassiljewitsch lief durch das Zimmer hin und her und erzählte.



Monday, April 12, 2010 10:46:13

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro und las die Liste der Opfer, die beim Absturz des polnischen Flugzeugs bei Smolensk ums Leben kamen.
„Nochma-a-a-a-als Katy-y-y-y-yn“, sang Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin neue Worte auf die Weise des Liedes, geschrieben von dem Künstler Konstantin Schotajewitsch Meladse und der Beraterin des Präsidenten der Russischen Föderation Dschachan Redschepowna Pollyjewa. „Zwei Ewigkeiten wurden eins am ku-u-u-u-urzen Tag...“
Wladimir Wladimirowitsch™ träumte.



Thursday, April 8, 2010 12:48:38

Eines Tages ging Wladimir Wladimirowitsch™ Putin incognito durch die Kalantschowskaja Strasse in Moskau spazieren. Herum lief das Schneewasser, es sangen fröhlich die Vögel und gespannte Mädchen in strengen muslimischen Gewändern eilten an ihr Geschäft.
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte.
Plötzlich hielt Wladimir Wladimirowitsch™ am Gebäude des Basmanny-Gerichts ein Mann an, neben dem ein 3-Liter-Glas stand, gefüllt mit einer dunklen Flüssigkeit.
„Du Maker“, sagte der Mann Wladimir Wladimirowitsch™. „Willsu, ich zeig Dir nen Trick?“
„Und wer sind Sie eigentlich?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ ohne selbst zu wissen wozu.
„Ich bin Kljuwgant“, antwortete der Mann Wladimir Wladimirowitsch™. „Hassu den Namen gehört?“
Wladimir Wladimirowitsch™ hatte so etwas gehört und nickte nun.
„Na guck ma her Maker“, sagte der Kljuwgant und zeigte auf das Glas. „Das da ist Erdöl. Willsu Du, gleich verschwindet es auf einmal?“
„Verschwindet es?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Und was dann?“
„Und Du gibs mir dafür nen Huni“, sagte Kljuwgant und machte eine geheimnisvolle Handbewegung ohne auf Wladimir Wladimirowitschs™ Reaktion zu warten.
Das Erdöl im Glas verschwand im gleichen Augenblick.
„Bist nen Huni schuldig“, sagte der Mann mit zufriedenem Lächeln.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah ihn aufmerksam an, danach zog er aus der Tasche einhunderttausend US-Dollar und begann sie ins leere Glas hereinzustopfen.
„Äh, äh Du Maker!“, regte sich Kljuwgant auf. „Wozu denn ins Glas rein? In die Hand, gib sie mir in die Hand!“
„Pass mal auf die Hände“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ Kljuwgant und führte eine unmerkliche Fingerbewegung aus.
Das Geld im Glas verschwand im gleichen Augenblick.
Kljuwgant wurde blass.
„Du...“, sagte der Illusionist verstimmt. „Aber wie denn... wie denn, Du? Gib doch die Knete zurück, Maker... Wenigstens nen Teil von!...“
„Ar-Ti-Äf-Äm“, lächelte Wladimir Wladimirowitsch™, klopfte Kljuwgant auf die Schulter und ging weiter durch die Kalantschowskaja Strasse.
„Man zeigt Tricks, die fünfzehn Jahre alt sind“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Und redet doch wie Erwachsener: „gib ma nen Huni“... Wie kleine Kinder, echt...“
Herum lief nach wie vor das Schneewasser, es sangen fröhlich die Vögel und gespannte Mädchen in strengen muslimischen Gewändern eilten an ihr Geschäft.



Tuesday, March 30, 2010 12:28:48

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und zappte sich hektisch durch die TV-Kanäle.
„Das passierte wieder...“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Das passierte wieder...“
Wladimir Wladimirowitsch™ schmiss die Fernbedienung und drückte sofort auf die große rote Taste auf seinem Ministerpräsidentenpult.
Auf dem Bildschirm vor Wladimir Wladimirowitsch™ erschienen im gleichen Augenblick der Generaldirektor des Ersten Kanals Konstantin Lwowitsch Ernst, der Chefredakteur der Vereinigten Redaktion der elektronischen Massenmedien „Fernsehkanal Russland“ und des „Staatlichen Fernsehkanals Westi“ Oleg Borissowitsch Dobrodejew und der Generaldirektor der Aktiengesellschaft „Fernsehkanal NTW“ Wladimir Michajlowitsch Kulistikow.
„Bratellos!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Was ist nun mit dem Bild los? Wo ist das Bild?!“
„Wir warten also darauf“, antwortete Konstantin Lwowitsch.
„Ihr wartet darauf?!“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Worauf wartet Ihr nun?! Wieso schickt Ihr Eure Reporter nicht hin?“
„Wozu denn?“, zuckte die Achseln Wladimir Michajlowitsch. „Bald laden es alle ins Internet hoch und dann nehmen wir es“.
„Und zeigen es“, nickte Oleg Borissowitsch.
Und die Fernsehbosse lächelten zu.



Thursday, March 25, 2010 17:26:06

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro im Kreml und sah sich mit Interesse heimlich hergestellte Videoaufnahmen an. Auf dem Bildschirm lehnte das Mitglied des Föderalen politischen Rates der Vereinigten demokratischen Bewegung „Solidarnost“ Ilja Walerjewitsch Jaschin entschlossen Kokain ab, das ihm zwei nackte Schöne anboten.
„Ein Feuerstein!“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™ respektvoll. „So einen möchte ich gerne als Minister haben! Der kein Schmiergeld weder gibt noch nimmt, fünf Jahre alten Lexus fährt und Kokain ablehnt...“
Plötzlich gingen die hohen Türflügel Wladimir Wladimirowitschs™ Büros auf und ein paar finstere junge Leute kamen ins Büro hinein.
„Nicht verstanden...“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Bratellos, wer seid Ihr?“
„Wir sind Kommissaren“, antworteten leise die jungen Leute. „Die Kommissaren der Bewegung NASCHI“.
„Und was wollt Ihr?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Wir wollen Gerechtigkeit“, antworteten die Kommissaren entschlossen aber ebenso leise. „Die Oppositionellen kriegen also alles. Kokain umsonst, Weiber – zwei Stück je ein Mann, und man dreht sogar Filme mit ihnen! Dabei stehen uns nur die Piepser und die Freifahrt zum Seliger einmal im Jahr zu! Wir sind nicht einverstanden!“
„Na und?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Also“, sagten die Kommissaren leise und stolz. „Entweder kriegen wir auch zwei Weiber pro Fresse und mit Kokain noch dazu oder wir gehen alle sofort unsere Beitrittserklärungen bei Solidarnost einreichen“.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah die Kommissaren nachdenklich an.



Tuesday, March 23, 2010 15:35:03

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seiner Residenz auf einem weißen Sofa und sah die Post durch. Da waren der Brief mit der Aufforderung, den Appell „Wir fordern Putins Rücktritt!“ zu unterzeichnen, der Brief der Gesellschaftsbewegung der Gastarbeiter aus Tadschikistan mit der Forderung, die Serie „Nascha Russia“ zu verbieten, sowie der Kündigungsantrag auf eigenes Verlangen des Publizisten der Izwestia Zeitung Maxim Sokolow. Hier waren auch die traditionelle Postkarte vom Patriarch mit drei Wörtern: „Zu wenig Ikonen“, die Vorladung vor Chamownitscheski-Gericht zwecks Ablegen der Aussagen zu erscheinen, sowie ein bizarrer hellblaufarbiger Briefumschlag mit der koketten Überschrift „Von der Jugendgarde des Einheitlichen Russlands“.
Wladimir Wladimirowitsch™ wunderte sich etwas, nahm ein Papiermesser, Ramsan Kadyrows Geschenk, und machte den Umschlag vorsichtig auf.
Aus dem Umschlag fiel etwas Weißpulver aus.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah das Pulver mit Interesse an. Dann beugte er sich und roch es man weiß nicht wozu.
Oben summte etwas und knipste einmal.



Tuesday, March 23, 2010 13:43:10

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und hatte einen seltsamen Traum. Wladimir Wladimirowitsch™ sitzt im Basmanny-Gericht hinter einem Stahlgitter und vor ihm sitzt auf dem Richtersessel das Mitglied des Föderalen politischen Rates der Vereinigten demokratischen Bewegung „Solidarnost“ Ilja Walerjewitsch Jaschin.
„Angeklagter“, sagt Ilja Walerjewitsch und klopt mit einem kleinen Holzhammer auf den Tisch. „Das Gericht will wissen, woher Sie die Armbanduhr Patek Philipp zum Preis von sechzig Tausend US Dollar haben?“
„Stimmt, Patek Philipp, na und?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Tatsächlich, ich habe mir eine Armbanduhr gekauft, die fünf Jahre alt ist. Perestrojka ließ die Preise sinken, des weiteren haben mir meine Freunde dabei geholfen. Meine Uhr ist gar nicht die teuerste, solche gibts in Moskau wie Mist. Stecken Sie sich Ihre Fragen in den Arsch“.
„Angeklagter!“, Ilja Walerjewitsch schlug wieder mit dem Hammer auf den Tisch. „Ich rufe Sie auf, die Würde des Gerichts zu achten! Als ich zum Beispiel zum Richter wurde, schickte ich mein Lexus aufs Müllgelände! Damit mich keiner bezichtigte, ich hätte mir das Auto für gestohlenes Geld gekauft!“
„Aber...“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ ratlos. „Nicht alle sind so clever...“
Ilja Walerjewitsch hellte sich auf, als er das hörte.



Tuesday, March 23, 2010 13:18:18

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro und las mit Interesse ein Schreiben an die Bürger Russlands mit der Forderung nach seinem Rücktritt.
„Die NASCHIstische Putinjugend“, las Wladimir Wladimirowitsch™. „Der TV-Obskurantismus. Was für ein Stil!“
Wladimir Wladimirowitsch™ zog die Schublade seines Tisches hervor und sah hin, was da liegt. Dann schob er die Schulblade zurück und setzte die Lektüre fort.
„Die autoritäre Kleptokratie“, las Wladimir Wladimirowitsch™. „Die maniakale Sucht nach Verlegung der Öl- und Gasleitungen... uff!“
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte, zog wieder die Schublade des Tisches hervor und nahm eine Münze heraus, die der Finanzminister Alexej Leonidowitsch Kudrin bei ihm einmal liegen ließ.
„Na also, ich bin ja auch ein Bürger Russlands“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Daher... Kommt der Adler – gehe ich. Kommt die Zahl – gehe ich nicht“.
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf, überlegte einen Augenblick... Und warf die Münze in die Luft.
Die Münze flog hoch und begann langsam zu fallen, dabei drehte sie sich und blitzte in den Frühlingssonnenstrahlen.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah die fallende Münze an, sein Blick war kalt und klar.
Die Münze fiel auf die Tischplatte mit einem Rand, rollte auf den anderen, klirrte leise und blieb liegen.
Wladimir Wladimirowitsch™ machte die Augen zu.
Einige Zeit später machte Wladimir Wladimirowitsch™ die Augen wieder auf und sah die Münze an.
„Leider!“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ man weiß nicht wem.



Monday, March 1, 2010 21:19:11

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an, der sich zur Zeit zu Besuch in Paris aufhielt.
„Hör mal Bratello!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Was hast Du nun Mutko und Tjagatschow gesagt? Sie sitzen hier und weinen. Und sagen – wir können es nicht“.
„Können sie nicht?“, wunderte sich Dmitri Anatoljewitsch. „Ich habe ihnen vorgeschlagen, die Entlassungsgesuche zu schreiben“.
„Zu schreiben?“, brach Wladimir Wladimirowitsch™ in Lachen aus. „Die Entlassungsgesuche?! Dann ist alles klar!“
„Was ist Dir klar?“, kapierte der Präsident nicht.
„Tickst Du nicht richtig Bratello?“, lachte Wladimir Wladimirowitsch™ immer noch. „Sie können ja nicht schreiben! Nur zählen! Wenn Du ihnen die Entlassungsgesuche zu zählen vorgeschlagen hättest!..“
„Zu zählen?“, staunte der Präsident.
„Zu zählen!“, bestätigte Wladimir Wladimirowitsch™. „Dann hätten sie es sofort gezählt. Was wieviel kostet und so... Aber pass ma’ auf, ihre Taxe ist recht dicke!“
„Bratello“, sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Ich krieg’ da etwas nicht mit. Ich bin doch bei uns der Präsident oder was?“
„Und bist Du jetzt in Paris oder wo?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ sofort und brach wieder in Lachen aus.
Dmitri Anatoljewitsch errötete.



Saturday, February 27, 2010 21:53:18

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was machst Du nun?“
„Ich guck’ grade Dr. House“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch. „Es ist der neue Teil“.
“Aber wie denn?”, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Er ist doch noch nicht erschienen!“
„Für Euch ist er nicht erschienen“, antwortete der Präsident. „Und den Präsidenten spult man es zwei Tage früher ab“.
„So einer bist Du also...“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ kalt. „Okay, ich merke es mir...“
„Hör aber auf!“, lachte Dmitri Anatoljewitsch. „Ich bin doch nicht schuld daran, dass ich zur Zeit der Präsident bin... Komm vorbei, wir gucken es zusammen. Ich habe es soeben eingeschaltet. Es fängt erst an. Da fährt ein Georgier mit dem Schlitten...“
„Erzähl weiter nicht!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich fahre schon!“
„Ich warte“, antwortete der Präsident und schaltete die Verbindung ab.
Wladimir Wladimirowitsch™ stand vom Tisch auf und drückte auf die Anruftaste für den Sekretär.



Friday, February 26, 2010 23:28:32

Eines Tages sass Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro und sah kalt die Männer an, die vor ihm standen. Es waren: der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Leonid Wassiljewitsch Tjagatschow, der Minister für Sport, Tourismus und Jugendpolitik Witali Leontjewitsch Mutko und der zweite Ehemann der ehemaligen Ehefrau des Bruders der Ehefrau des Bürgermeisters Moskaus Juri Michajlowitsch Luschkow, der verdiente Sportmeister Ewgeni Wiktorowitsch Pljuschtschenko.
“Bratello”, sprach leidenschaftlich Leonid Wassiljewitsch. “Da spielt sich was ab! Du glaubst es nicht!”
Wladimir Wladimirowitsch™ schwieg.
“Erzähl es ihm”, zog Witali Leontjewitsch Leonid Wassiljewitsch am Ärmel. “Erzähl es ihm, erzähl mal!”
Ewgeni Wiktorowitsch gab sich mutig, sprach aber kein Wort.
“Also, ich erzähle nun, wie es war”, sprach Leonid Wassiljewitsch sich niedersetzend.
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte kalt auf den Stuhl. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees sprang davon auf.
„Na ja, tja, also...“, murmelte Leonid Wassiljewitsch. „Haiti ist an allem schuld“.
Wladimir Wladimirowitsch™ zog seine linke Augenbraue hoch.
„Die Voodoo-Zauberer“, fuhr Leonid Wassiljewitsch fort. „Jetzt sind sie überall!“
Wladimir Wladimirowitsch™ liess die linke Augenbraue nach unten, die rechte Augenbraue zog er erstaunt hoch.
„Überall, überall sind sie!“, sprach Leonid Wassiljewitsch. „Einmal gehen wir mit Witali Leontjewitsch durch Vancouvers Strassen. Plötzlich – patsch! – steht ein Voodoo-Zauberer da. Und in den Händen hielt er den Tscheburaschka!“
Wladimir Wladimirowitsch™ zog die beiden Augenbrauen erstaunt hoch.
„Und er“, setzte Leonid Wassiljewitsch fort, „dieser Zauberer also... er steckt eine Nadel in den Tscheburaschka! Er steckt in ihn tatsächlich die Nadel!“
„Genau so war es Bratello!“, sprang Witali Leontjewitsch ein. „Was glaubst Du, wozu haben sie das Erdbeben auf Haiti gemacht? Um die Zauberer von da wegzuschleppen! Alles ist gegen uns Bratello! Die ganze Welt ist gegen uns!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah mit Interesse Ewgeni Wiktorowitsch an. Ewgeni Wiktorowitsch schwieg.
„Man hat alle auf schmale Kost gesetzt“, begann Leonid Wassiljewitsch aufzuzählen. „Das Frühstück hat man den Hockeyspielern ans Bett nicht gebracht. Die Kantine war eng. Die Spielleitung war befangen. Und dieser Georgier?“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte Leonid Wassiljewitsch gross an.
„Ja-ja!“, rief Leonid Wassiljewitsch. „Der Georgier! Der sich mit dem Schlitten abserviete! Er servierte sich doch absichtlich ab! Um unserem Bobsportler die Startzeit zu verderben also. Da war alles mit Absicht gemacht!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Ewgeni Wiktorowitsch wieder an.
„Willst Du Senator werden?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ Ewgeni Wiktorowitsch plötzlich.
Ewgeni Wiktorowitsch bekam Eisbeine.



Thursday, January 21, 2010 23:40:11

Eines Tages sassen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew im Büro des Präsidenten im Kreml und gedachten Wladimir Iljitsch Lenin.
„Also“, sprach Dmitri Anatoljewitsch und schenkte den ersten Wodka ein. „Lass uns mal dem Kollegen gedenken“.
Und die Männer tranken sofort auf Ex.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Büros auf und der Erste Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow mit einer Mappe in den Händen betrat den Raum. Er hatte ein bedenkliches Gesicht.
„Bratellos“, sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Wir haben ein Probelm“. Dmitri Anatoljewitsch riss eine Schublade seines Präsidententisches ohne ein Wort zu sagen hervor, nahm den dritten Wodkabecher aus Platin mit goldenen Doppeladlern an runden Seiten heraus und stellte ihn auf das Tablett.
„Vielleicht ist es besser ihm nicht einzuschenken?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ zweifelnd. „Er ist doch kein Kollege noch“.
„Wenn wir ihm also einen einschenken“, sagte Dmitri Anatoljewitsch, den Becher füllend, „wird er unbedingt zum Kollegen!“
„Es wird Ernst“, sagte Wladislaw Jurjewitsch und errötete etwas. „Die Amerikaner haben schon alle Journalisten aus Port-au-Prince weggekriegt“.
Die Männer tranken sofort auf Ex.
„Klappt es mit der humanitären Operation nicht?“, lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Nur mit dem Zwang zum Frieden?“
„Alles noch viel schlimmer“, sagte Wladislaw Jurjewitsch und machte die Mappe auf. „Erinnert Ihr Euch, die Voodoo-Priester hatten gewarnt, man dürfe die Haitianer in Massengräbern nicht beerdigen?“
„Sonst passiert was?“, kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht.
„Sonst kriechen Zombies heraus“, sagte Wladislaw Jurjewitsch und begann die Fotos aus der Mappe auf dem Tisch auszulegen.
„Wer ist das?“, fragte der Präsident.
„Jumaschewa Tatjana Borissowna“, zeigte Wladislaw Jurjewitsch auf das erste Foto. „Fünf Tausend Friends im LiveJournal“.
Dmitri Anatoljewitsch sah Tatjana Borissownas Foto respektvoll an.
„Korschakow Alexander Wassiljewitsch“, zeigte Wladislaw Jurjewitsch auf ein anderes Foto. „Sein Interview der Zeitung «Moskowski Komsomolez»“.
Alexander Wassiljewitschs Foto sah Wladimir Wladimirowitsch™ respektvoll an.
„Antonow Juri Michajlowitsch“, zeigte Wladislaw Jurjewitsch auf das nächste Foto. „Erregte Verdacht bei einem Milizionär, hielt eine Pressekonferenz ab. Beiläufig gesagt, ist der Volkskünstler der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Tschetschenen und Inguschen“.
Wladimir Wladimirowitsch™ und Dmitri Anatoljewitsch liessen zusammen einen Pfiff ertönen und erhoben sich sogar hald von ihren Stühlen.
„Du willst also sagen...“, begann der Präsident, konnte es aber vor Furcht nicht aussprechen.
„Eben“, nickte Wladislaw Jurjewitsch. „Kein Mensch konnte vermuten, dass die Zombies nicht nur auf Haiti, sondern auch in der ganzen Welt herauskriechen werden“.
„Man muss doch aber etwas unternehmen“, sagte Dmitri Anatoljewitsch schnell und schenkte noch Wodka nach.
„Die Amerikaner machen es schon“, erklärte Wladislaw Jurjewitsch und hob seinen Wodkabecher. „Sie graben die Gräber auf und legen die Leichen da ein, wo sie früher lagen“.
„Man muss Schojgu anrufen“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und hob seinen Wodkabecher.
„Vielleicht...“, murmelte Dmitri Anatoljewitsch und hob ebenso seinen Becher. „Vielleicht lassen wir es lieber sein, mit diesem Lenin? Hä? Gedenkt man den Narren, gleich kommt er starren“.
Auf der Flur hörte man kehlige Ausrufe.
Die Männer – Wodkabecher in der Hand - wurden blass.



Monday, January 18, 2010 12:36:26

Eines Tages bekam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin einen Anruf vom Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew.
„Hör mal Bratello“, sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Ich überlege mir, vielleicht soll man Janukowitsch anrufen? Ihm gratulieren sozusagen?“
Wladimir Wladimirowitsch™ verschluckte sich plötzlich.



Sunday, January 17, 2010 23:44:47

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den FSB-Chef Alexander Wassiljewitsch Bortnikow an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Verstehst Du überhaupt irgendwas? Was sind das für Georgier, die in Kiew mit Flugzeugen angekommen sind? Wozu?“
„Das sind die Brüder Gongadse“, antwortete Alexander Wassiljewitsch. „Sie sind gekommen um ihren Bruder zu rächen“.
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde bange.



Sunday, January 17, 2010 02:44:51

Eines Tages machten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und die Klatschkolumnistin der Online-Zeitung Gazeta.Ru Boschena Lwowna Rynska eine Spazierfahrt durch Moskaus Strassen mit der Dienstlimousine. Der Gartenring war öde.
„Und wo sind alle Autos?“, fragte Boschena Lwowna mit bezauberndem Lächeln.
„Alles ist gesperrt“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und lächelte entgegen.
„Fein!“, rief Boschena Lwowna. „Es ist aber so fein, echt! Du, lass uns mal nach Wnukowo drei fahren und einen Jet nehmen? Ich rufe gleich Gulfstream an! Wir fliegen also nach Courchevel!“
„Man braucht nicht anrufen“, lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habe meinen eigenen Jet“.
„Eigenen Jet?!“, staunte Boschena Lwowna. „Ist gross?“
„Ein IL“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ verlegen. „Sechsundneunzig“.
Boschena Lwowna machte ihre schönen Augen weit auf.
„Cool...“, flüsterte sie nur.
„Na ja, es geht halt...“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ würdevoll.
„Nee, ich meine...“, flüsterte Boschena Lwowna und sah etwas abseits von Wladimir Wladimirowitsch™ an.
Wladimir Wladimirowitsch™ verfolgte mit seinen Augen den Blick der jungen Frau. Über dem Serpuchowskoj-Tunnel war auf einem riesengroßen LED-Bildshirm ein riesengroßer nackter Mann zu sehen. Vor ihm lag auf den Knien eine vollkommen nackte Frau mit großen Brüsten.
„Nicht verstanden...“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und streckte die Hand nach seinem Regierungsmobiltelefon.
„Lass es!“, rief Boschena Lwowna. „Ruf keinen an! Lass es weiter laufen... Sag ihm, er soll mal kurz anhalten!“
Die junge Frau nickte in Richtung des Limousinefahrers.
Wladimir Wladimirowitsch™ errötete.



Wednesday, January 13, 2010 23:36:46

Eines Tages feierten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew das alte Neujahr.
„Ein seltsames Fest ist es“, sprach Dmitri Anatoljewitsch und schenkte dabei Sekt ein. „Eigentlich ist es Neujahr – dabei aber alt. Ich habe einmal versucht, es Obama zu erklären – er hat’s nicht mitbekommen...“
„Ein cooles Fest ist es“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und hob dabei sein Sektglas. „Man sollte übrigens solche Praxis im Allgemeinen erweitern. Na also...“
Die Männer prosteten einander zu und tranken sofort auf Ex.
„Ich hab’ nicht verstanden“, sagte Dmitri Anatoljewitsch und schenkte wieder Sekt ein. „Wegen der Praxis also...“
„Alle Ereignisse sollten nach dreizehn Tagen wiederkommen“, erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Zum Beispiel die Amtseinführung des Präsidenten“.
„Aber wie denn?“, kapierte der Präsident nicht. „Die alte Amtseinführung des Präsidenten?“
„Eben“, nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „Der alte Neu-Präsident. Das bin ich“.
„Du bist doch kein Präsident“, gab Dmitri Anatoljewitsch gekränkt zu. „Ich bin der Präsident“.
„Du bist der alte Neu-Vize-Ministerpräsident“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
Dmitri Anatoljewitsch verstummte.
„Man muss einen stemmen“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und hob sein Sektglas.



Wednesday, January 13, 2010 00:40:14

Eines Tages lasen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew ergriffen das LiveJournal der ehemaligen Mitarbeiterin der Präsidialadministration Tatjana Borissowna Jumaschewa.
„Meinst du, das ist wirklich sie?“, fragte Dmitri Anatoljewitsch.
„Eigentlich schon, sieht so aus“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ zweifelnd.
„Vielleicht sollen wir sie anrufen?“, schlug Dmitri Anatoljewitsch vor. „Und sie darüber nachfragen?“
„Aber nee“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™, zog die Schultern fröstelnd zusammen und sah sich aus unbestimmten Gründen um. „Fort mit Schäden!“
Und die Männer setzten die Lektüre fort.



Sunday, January 10, 2010 00:32:15

Eines Tages tranken Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew Methanol.
„Ich sehe Dich“, sprach Dmitri Anatoljewitsch und schenkte zum dritten Mal ein. „Und Du, siehst Du mich?“
„Ich sehe Dich auch“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Man muss also weiter trinken“.
Und nun tranken sie weiter.



Tuesday, October 6, 2009 16:15:06

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro im Kreml. In der Mitte des Büros stand der Vorstandschef der Sberbank German Oskarowitsch Gref. Neben German Oskarowitsch stand ein großer menschenähnlicher Roboter.
„Wer ist ’s?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ lustig. „Der Gryzlow Man?“
„Das ist ein Roboter-Geldgeber“, erklärte German Oskarowitsch. „Ihn kann man um Geld bitten“.
„Aber geh...“, konnte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht glauben. „Ist ’s wahr so, echt?“
Wladimir Wladimirowitsch™ stand von seinem Sessel auf und kam auf den Roboter schnell zu.
„Hör mal Du Stück Eisen“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und klopfte dabei mit der Faust auf das Gehäuse. „Gib mal Geld her!“
Die Anlage fuhr auf - etwas begann drin zu summen - blinkte mit bunten Lämpchen und sprach:
„Pass“.
„Was – Pass?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Man soll ihm den Pass vorzeigen“, erklärte German Oskarowitsch.
„Welchen Pass noch?“, wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Was ist das überhaupt?“
„Es ist ein Ausweis“, erklärte German Oskarowitsch.
„Ein Ausweis?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt und kramte in den Taschen seines Jacketts. „Ah, ich hab’ hier was! Der Präsidentenausweis!“
Danach zeigte Wladimir Wladimirowitsch™ dem Roboter ein rotes Büchelchen.
„Abgelaufen“, sagte der Roboter mit metallischer Stimme.
„Abgelaufen?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Ach, na ja... Na gut, es ist nur zeitweilig so! Zeitweilig abgelaufen!“
„Man braucht gültigen Ausweis“, klirrte der Roboter.
„Du Teufel...“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und sah German Oskarowitsch vorwurfsvoll an. „Wer schreibt da Programme für sie bei Euch, äh? Das ist doch ein zügelloser Faschismus!“
Wladimir Wladimirowitsch™ holte aus der Jacketttasche sein Regierungsmobiltelefon mit dem goldenen Doppeladler anstatt Tastatur und drückte auf den einzigen Rufknopf des Präsidenten.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer. „Ich brauche Dich. Besser gesagt: nicht Dich, sondern deinen Präsidentenausweis. Gegen Vorzeigen davon gibt man Geld. Ja, okay. Ich wart’ ab“.
Und da schaltete Wladimir Wladimirowitsch™ die Verbindung ab.
„Gleich“, sagte er German Oskarowitsch, der ziemlich verdutzt aussah. „Dima kommt gleich und wir überprüfen es“.
German Oskarowitsch wurde blass im Gesicht.



Wednesday, September 2, 2009 15:06:25

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew im Büro des Präsidenten und kreierten neue Regeln der russischen Sprache.
„Schreib noch «Raskorjaka» dazu!“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „«Raskorjaka» muss auch dazu kommen!“
„Ich mach’, ich mach’s schon, keine Sorgen“, murmelte der Präsident und schrieb dabei etwas auf ein Blatt Stempelpapier. „Einen Augenblick, sofort, ich schreibe jetzt nur noch «koschmarit» ein…“
„Was ist das noch für ein Wort – «koschmarit»?“, wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Ein echtes Tölpelswort…“
„Kaum tölplischer als die «Raskorjaka»“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch.
„Wie hast Du es gesagt?“, verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Kaum tölplischer?“
Plötzlich klingelte auf dem breiten Präsidententisch das Telefon für die Verbindung mit ausländischen Staatshäuptern. Dmitri Anatoljewitsch drückte sofort auf die Konferenztaste.
„Dmitro Anatoljowitsch!“, ertönte im Büro die Stimme des ukrainischen Präsidenten Wiktor Andrejewitsch Juschtschenko. „Was macht Ihr da? Warum verderbt Ihr die russische Sprache?“
„Was habt Ihr aber damit zu tun?“, kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht. „Ihr müsst Euch doch im Gegenteil freuen!“
„Darüber, was in Russland vorgeht, muss ich mich nicht freuen“, antwortete Wiktor Andrejewitsch. „Ich muss immer dagegen sein“.
„Seid dagegen, kein Problem“, zuckte der Präsident der Russischen Föderation die Achseln. „Wir haben uns daran gewöhnt“.
„Ich habe einen Erlass vorbereitet“, sagte Wiktor Andrejewitsch. „Russland hat eigenmächtig und frech beschlossen, das Wort «Kaffee» neutral zu machen. Unsere Antwort darauf ist, unser Wort für den Speck - «Salo» - statt neutral maskulin zu machen“.
„Wat?!“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Versteht er selbst, wat er sagt? Hallo, Wiktor Andrejewitsch!“
„Und mit Ihnen, Wolodimir Wolodimirowitsch™“, sagte der Präsident der Ukraine, „will ich überhaupt nicht reden“.
Da schaltete Wiktor Andrejewitsch die Verbindung ab.
„Aber eigentlich…“, sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Vielleicht geht es auch. Man ist morgen aufgestanden, hat sich sein Kaffee eingeschenkt, seinen Salo abgeschnitten. Schmeckt gut der Salo! So ein zarter Salo…“
„Und ich mag einen härteren Salo“, fiel Wladimir Wladimirowitsch™ ein. „So abgekühlt, auf einer dünnen Kruste…“
Die Männer sahen einander an.
Dmitri Anatoljewitsch schob die Schublade seines Präsidententisches auf und holte ein Flasche Wodka heraus.



Monday, August 24, 2009 12:45:58

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was ist mit Deinem Wasserkraftwerk passiert?“
Dmitri Anatoljewitsch schaltete die Verbindung schweigend ab.



Thursday, August 20, 2009 12:12:27

Eines Tages spazierte Wladimir Wladimirowitsch™ inkognito durch die Sretenka Strasse. Plötzlich sah er eine junge schöne Frau mit einem Kinderwagen. Die Frau stand mitten auf dem Gehsteig und horchte auf etwas.
Wladimir Wladimirowitsch™ erkannte erstaunt die einstige Mitarbeiterin seines Wahlstabs Marina Alexejewna Litwinowitsch.
„Schwesterchen!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™ froh.
„Tsss..!“, flüsterte Marina Alexejewna und drückte sich den feinen Zeigefinger auf die Lippen. „Hören Sie es?“
„Was?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Man klopft“, flüsterte Marina Alexejewna.
Wladimir Wladimirowitsch™ lauschte.
„Nee“, zuckte er die Achseln. „Ich höre nichts“.
„Und ich höre es“, flüsterte Marina Alxejewna und lächelte traurig. „Ich höre es. Keiner hört es, ich höre aber alles…“
Marina Alexejewna atmete auf und ging langsam auf dem Gehsteig, der Kinderwagen vor ihr.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah ihr verständnislos hinterher.



Wednesday, August 19, 2009 14:46:08

Eines Tages empfingen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew den Verteidigungsminister Anatoli Eduardowitsch Serdjukow und
schienen dabei kaum ihre Aufregung verbergen zu können.
„Was geht da nun vor Bratello?“, rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Wie sieht 's mit der Arctic Sea aus?“
„Sie können sich an nichts erinnern“, antwortete der Minister.
„Aber wie denn?“, staunte der Präsident. „Wie sind sie zu den Kapverdischen Inseln geraten?“
„Ich sage ja – sie können sich an nichts erinnern“, antwortete Anatoli Eduardowitsch. „Betrunken waren sie…“
„Was soll nun das Ganze?“, rief Dmitri Anatoljewitsch und sprang von seinem Sessel auf. „Das ganze Land säuft! Die Schiffe verschwinden von alleine! Die Jagdbomber stoßen zusammen! Bald fällt alles zum Teufel auseinander!“
Plötzlich erlosch im Büro das Licht.
„Oh!“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Wahrscheinlich sind irgendwo Sicherungen rausgesprungen..“
„Sicherungen!“, rief der Präsident wieder und ging aufgeregt durch das Büro hin und her. „Und gleich ruft man uns noch an und sagt, es gehe nicht um die Sicherungen, sondern um die Havarie in einem großen Kraftwerk!“
Plötzlich klingelte in der Tasche des Präsidenten das Regierungsmobiltelefon.
Die Männer verstummten beunruhigt.



Friday, August 14, 2009 11:33:39

Eines Tages spazierten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew am Kai der Stadt Sotschi entlang.
„Lass uns mal ins Café gehen“, schlug der Präsident vor. „Fußball gucken“.
„Okay“, stimmte Wladimir Wladimirowitsch™ zu.
Die Männer gingen ins Café hinein und setzten sich an einen Tisch. Neben ihnen erschien ein Kellner mit weißem Ohrhörer im kleinen Ohr an seinem kurz rasierten Kopf.
„Eine Cola bitte“, sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Und einen Kaffee“.
„Wir haben eine Anti-Alkohol-Kampagne“, erklärte der Präsident leise.
„Dann nehme ich ein Bier!“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ sofort.
Dmitri Anatoljewitsch errötete.



Monday, July 20, 2009 14:38:54

Eines Tages stand Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro vor einem großen Spiegel und probierte eine Biker-Lederjacke an, die er von Alexander Chirurgowitsch Saldostanow als Geschenk bekam.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel Wladimir Wladimirowitschs™ Büro auf und ein Mann, der ein Heft in den Händen hielt, betrat den Raum.
„So, was ist das hier?“, fragte der Mann, ohne Wladimir Wladimirowitsch™ zu begrüßen und zeigte mit dem Finger auf das Bild des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew über dem Tisch.
„Was meinen Sie?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Das ist der Präsident. Und wer sind Sie?“
„Dschatijew Hasbi Totyrbekowitsch“, antwortete der Mann. „Berater des Generaldirektors der Russischen Autorengesellschaft. In Ihrem Büro wird das Bild von Dmitri Anatoljewitsch Medwedew wiedergegeben. Sie als Bürobesitzer haben zugunsten der Russischen Autorengesellschaft drei Millionen Rubel zu zahlen“.
„Wieviel?!?“, rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus.
„Drei Millionen Rubel“, antwortete Hasbi Totyrbekowitsch. „Bitte bereiten Sie es vor, sonst sind wir gezwungen, den gerichtlichen Weg zu gehen. Und was ist das hier? Ein Fernseher? Für den Fernseher muß man auch zahlen. Haben Sie einen Funkanschluß? Was ist das, die Fahne? Der Gebrauch der russischen Fahne muß bezalht werden. Und das hier – das Wappen? Zahlen Sie auch für das Wappen“.
Hasbi Totyrbekowitsch notierte etwas in seinem Heft und ging aus dem Büro hinaus.
Wladimir Wladimirowitsch™ rief sofort den Präsidenten an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ein gewisser Bekmambetowitsch war gerade bei mir und sagte, ich muß ihm dafür zahlen, daß Dein Bild bei mir im Büro hängt“.
„Wie, bei Dir war er auch?“, staunte der Präsident. „Er war jetzt auch bei mir zu Besuch. Was hängt da bei Ihnen über dem Tisch, fragt er mich. Ich sage, das ist das Bild des Ministerpräsidenten. Er sagt, für den öffentlichen Gebrauch des Bildes des Minsiterpräsidenten muß man zahlen. Drei Millionen Rubel“.
„Und für den Fernseher?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Und für den Fernseher auch“, bestätigte Dmitri Anatoljewitsch. „Und für die Fahne. Und für das Wappen“.
„Hör mal“, überlegte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Wenn Du also mein Bild gebrauchst – zahlst Du sozusagen zu meinem Gunsten. Und wenn ich Dein Bild gebrauche – zahle ich sozusagen für Dein Bild. Dann sind wir im Endeffekt quitt“.
„Aber geh“, antwortete der Präsident. „Du und ich sind diesem Bekbulatowitsch je 15% des Betrags schuldig“.
„Wieso denn?“, wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Die Provision!“, erklärte Dmitri Anatoljewitsch. „Er arbeitet doch. Besucht die Büros. Macht sich Notizen im Heft“.
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer nachdenklich auf.
„Das ist aber ein schönes Leben“, schüttelte Wladimir Wladimirowitsch™ den Kopf. „Wer braucht ja überhaupt diese Industrieproduktion?... Man soll nur rumgehen und Kohle sammeln…“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte wieder in den Spiegel.



Wednesday, July 8, 2009 13:37:51

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Eine Erklärung bei dieser Deiner Kommission will ich einreichen…“
„Bei welcher Kommission?“, kapierte der Präsident nicht.
„Bei der Kommission für die Bekämpfung der Geschichtsfälschung“, erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habe nun den Comic über den Gryzlow Man geguckt, den auf der Seite www.gryzlovman.com“.
„Ist etwa die zweite Serie bereits erschienen?“, fragte der Präsident begeistert. „Ich hab’s noch nicht gesehen!“
„Ja, schon“, bestätigte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ist schrecklich und blutig. Major Jewsjukow, die getötete Kassiererin, Leichen auf dem Boden… Ein ekelhaftes Zeug also“.
„Cool!“, rief der Präsident. „Nachdem Obama in Kürze losfährt, gucke ich es mir auch an!“
„Und notier, notier Dir mal“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™ mit Nachdruck, „daß zuerst Jewsjukow war und dann die Gasleitung. Und bei Gryzlow Man ist es umgekehrt! Das ist krasse Geschichtsfälschung!“
„Meinetwegen, die Geschichtsfälschung!“, sprach der Präsident ungeduldig. „Obama fährt zu Dir, lass den Tisch decken! Und ich gucke mir den Comic an…“
Und nun schaltete Dmitri Anatoljewitsch die Verbindung ab.



Wednesday, July 1, 2009 15:49:08

Eines Tages führte Wladimir Wladimirowitsch™ Putin die Sitzung seiner Regierung durch.
„Wie lange kann so was vorgehen?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ streng. „Wie lange noch? Warum haben wir in allen Zeitungen, in allen Sendern, in allen TV-Kanälen nur Michael Jackson? Was soll diese Abgötterei vor dem Westen?“
Die Regierung hörte Wladimir Wladimirowitsch™ schweigend zu und starrte ihre Laptops an.
„Haben wir etwa unsere eigenen Stars nicht?“, fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ fort. „Irgendwelche sehr verdiente Künstler, die man schon längst vergessen hatte und die sich auf neue grandiose Konzerte vorbereiten?“
Die Regierung schwieg immer noch.



Tuesday, June 23, 2009 16:41:37

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro und sah traurig die blanke Seite vladimir.vladimivoch.ru an, wo schon zwei Wochen lang keine neue Geschichte über ihn erschien.
„Warum ist es so?“, dachte Wladimir Wladimirowitsch™. „Womit habe ich diese Vergessenheit verdient? Habe ich vielleicht etwas falsch gemacht?“
Wladimir Wladimirowitsch™ holte aus der Jackettasche sein altes Regierungsmobiltelefon mit dem abgetragenen goldenen Doppeladler anstatt Tastatur und drückte den angerissenen Rufknopf für den ersten Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ traurig. „Wieso schreibt dieser Tölpel über mich nichts mehr im Internet?“
„Du bist nicht mehr in“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Über Dich liest jetzt keiner. Heutzutage gucken alle die Comics über Gryslow-Man auf der Seite www.gryzlovman.com“.
„Über wen?!“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Über Gryslow-Man“, wiederholte Wladimir Wladimirowitsch™. „Das ist ein neuer russischer Superhero. Er fliegt mit einem Regenmantel bekleidet und löscht brennende Gasleitungen“.
„Er ist doch Android!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Wie kann er ein Man sein?!“
„Hast Du etwa „Die Abenteuer des Elektroniks“ nicht geguckt?“, wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch. „Ein Roboter kann auch zum Menschen werden. Wenn er eine echte Tat begeht. Er hat zum Beispiel die Gasleitung gelöscht“.
„Und ich bin nach Pikaljowo gefahren“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™.
Wladislaw Jurjewitsch antwortete darauf nichts.
„Hör mal“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ nach einer Pause. „Ist er wirklich ein Hero, tatsächlich?“
„Wer weiß es schon“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Aber man soll auf alle Fälle davon ausgehen“.
„So ein Land hat mir Herr Gott geboten“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin, schüttelte den Kopf und schaltete die Verbindung ab.



Thursday, June 11, 2009 11:16:53

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin ins Büro des Finanzministers Alexej Leonidowitsch Kudrin hinein.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hast Du etwa meinen Kugelschreiber genommen?“
Alexej Leonidowitsch wurde blass im Gesicht.
Wladimir Wladimirowitsch™ brach in lustiges Lachen aus.



Wednesday, June 3, 2009 17:31:13

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew und hörten sich die Rede des Patriarchen von Moskau und ganz Rußland Kirill an die Jugend an.
„Hör mal Bratello“, sprach Dmitri Anatoljewitsch. „Irgendwie ist er aber doch unangenehm… Diese Stadien, wer weiß wozu… Die Biker…“
„Die Effizienz ist am Wichtigsten“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Der effiziente Präsident. Der effiziente Ministerpräsident. Und der effiziente Patriarch“.
„Der effiziente Patriarch“, wiederholte der Präsident, als ob er das Wort mit der Zunge kostete. „So gesehen also. Na gut, vielleicht…“
Und die Männer sahen sich die Rede weiter an.



Wednesday, June 3, 2009 10:59:25

Eines Tages eröffnete Wladimir Wladimirowitsch™ Putin ein Autowerk in Sankt-Petersburg. Plötzlich klingelte in Wladimir Wladimirowitschs™ Tasche das Regierungsmobiltelefon. Wladimir Wladimirowitsch™ holte das Telefon mit dem goldenen Doppeladler anstatt Tastatur sofort heraus und drückte auf die einzige Taste.
„Bratello!“, ertönte im Hörer die aufgeregte Stimme des Bürgermeisters von Moskau Juri Michajlowitsch Luschkow. „Hast Du schon mal gehört, daß Leute in Pikaljowo die Autostraße gesperrt haben?“
„Nein, ich habe darüber nicht gehört“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Und was ist da bei ihnen los?“
„Ist ja egal, was da bei ihnen los ist!“ rief Juri Michajlowitsch. „Es geht nicht um sie. Ich weiß, wie man dieses Problem lösen kann!“
„Wie kann man aber das Problem lösen, wenn wir nicht mal wissen, worin dieses Problem besteht?“
„Luftschiffe!“, rief Juri Michajlowitsch. „Wir alle brauchen die Luftschiffe!“
„Die Luftschiffe?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Wozu brauchen wir die Luftschiffe?“
„Dem Luftschiff kann man den Weg nicht sperren!“, erklärte Juri Michajlowitsch freudig. „Wir werden fliegen und sie – diese Leute auf der Erde – können machen, was sie wollen! Ich habe unglaublich viel von diesen Luftschiffen!“
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm das Regierungsmobiltelefon vom Ohr ab und sah es erstaunt an.
Juri Michajlowitsch schrie etwas im Hörer.



Friday, May 29, 2009 14:04:07

Eines Tages ging Wladimir Wladimirowitsch™ Putin inkognito durch die Straßen der Stadt spazieren. Plötzlich sah Wladimir Wladimirowitsch™ in einem Hof einen Andrang von Leuten. Wladimir Wladimirowitsch™ kam näher.
In der Mitte der Menschenmasse stand eine bescheiden gekleidete Frau. Neben der Frau stand ein Mädchen mit großen und nicht verstehenden Augen, ungefähr sechs Jahre alt.
„Schaut mal ihr geschwollenes Gesicht an!“, schrie eine Dame von unbestimmbarem Alter und zeigte mit dem Finger auf die Frau. „Es ist mir sofort aufgefallen!“
„Die is’ ja einfach stramm“, sagte ein fachkundiger Mann mit einer Flasche Bier in der Hand. „Guckt mal, wie sie wackelt und spricht“.
Die Frau stand und schwieg.
„Schlampe“, hörte man in der Menge.
„Noch dazu ist sie vielleicht drogensüchtig!“, sagte noch jemand aus dem Gedränge.
„Aber sicher, sie ist bestimmt drogensüchtig!“, tobten die Leute. „Drogensüchtig! Habt Ihr gehört? Sie ist drogensüchtig! Wir haben es uns eben gedacht! Wir wussten von vornherein, daß sie drogensüchtig ist“.
Die Frau schwieg und fuhr ab und zu auf. Das Mädchen sah herum, ohne etwas zu verstehen.
„Was müht Ihr Euch mit ihr so lange ab?“, rief ein großer kräftiger Kerl. „Sie schlägt das Kind!“
Dabei sprang der Kerl an die Frau heran und trat sie mit aller Kraft gegen den Bauch. Die Frau ächzte und klappte zusammen. Das Mädchen weinte.
„Warum weinst du?“, schrien die Leute das Mädchen an. „Wir schicken Dich gleich nach Portugalien! Da wird es Dir besser gehen!“
Das Mädchen weinte noch lauter.
„Warum heulst du?“, schrien de Leute. „Bist du blöd oder was? Portugalien!“
„Sie versteht aber kein Russisch“, sagte jemand.
„Wirklich!“, tobten die Leute. „Sie versteht doch kein Russich!“
„Eine Großmutter hat sie!“, schrien die anderen. „Der einzige normale Mensch in der Familie!“
„Holt diese Großmutter her!“
Man stieß aus dem Gedränge eine kleine korpulente Großmutter hinaus.
„Na also!“, sagte gewichtig die Dame von unbestimmbarem Alter. „Die Großmutter muß auch nach Portugalien!“
„Wohin?“, staunte die Großmutter. „Welches Portugalien? Aber mein Kartoffelacker…“
„Stillgeschwiegen!“, kreischte die Dame auf. „Es wurde gesagt – nach Portugalien! Sie können nicht mal Ihr Glück erkennen! Los in den Wagen!“
Die Leute, froh Halali blasend, schleppten das Mädchen und die Großmuter in ein daneben stehendes Auto.
Wladimir Wladimirowitsch™ schüttelte den Kopf.
„Wie ist aber mein Volk“, dachte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Streng. Aber gerecht!“
Und dann ging Wladimir Wladimirowitsch™ weiter.



Thursday, May 28, 2009 11:48:04

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro im Kreml und sah schwermütig die grelle Frühlingssonne an. Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Büros von Wladimir Wladimirowitsch™ auf und der Innenminister Raschid Gumarowitsch Nurgalijew kam in den Raum hinein.
„Und?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™, als er Raschid Gumarowitsch sah. „Bist mit einem Entlassungsgesuch gekommen? Gib her, ich unterzeichne es gleich…“
„Bratello“, sagte der Innenminister. „Jemand legt mich rein“.
„In welchem Sinne?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Irgendwelche Leute“, sprach der Innenminister, „ziehen die Miliz-Uniform an, danach gehen sie in die Supermärkte und erschiessen da die Bürger. Sie überfahren schwangere Frauen und Kinder auf Fußgängerstreifen. Und alle sind sicher, dies wird von den Milizleuten gemacht!“
„Wie bitte?“, wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Und sind sie etwa keine Milizleute?“
„Nein!“, rief Raschid Gumarowitsch. „Keiner von diesen Menschen arbeitet bei der Miliz. Schon nicht mehr…“
„Es ist was Neues…“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Und wer kann es also sein?“
„Ich weiß es nicht!“, antwortete Raschid Gumarowitsch ratlos. „Aber wer auch immer das ist, Bratello, weiß Bescheid – ich habe damit überhaupt nichts zu tun!“
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf.
„Weiß Bescheid Bratello!“, sprach Raschid Gumarowitsch und wich schnell zum Ausgang zurück. „Weiß Bescheid bitte!“
Wladimir Wladimirowitsch™ machte die Augen müde zu.
Als er sie wieder aufmachte, war keiner im Büro mehr.



Monday, May 25, 2009 11:46:47

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro im Kreml und überlegte sich die Idee irgendeines neuen Ausschusses für Widerstand gegen Folterungen.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel im Büro von Wladimir Wladimirowitsch™ auf und der Patriarch von Moskau und ganz Rußland Kirill kam majestätisch in den Raum hinein.
„Bratello“, sagte der Patriarch sanft und schwenkte dabei sein Weihrauchfaß herum. „Ich hab’ mir neulich in Kaliningrad ein schönes Räumchen gefunden“.
„Welches denn?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Königsberger Dom“, lächelte der Patriarch. „Er wird uns gerade passen“.
„Wozu?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Das ist doch die katholische Kathedrale!“
„Das spielt keine Rolle“, antwortete der Patriarch. „Nun wird sie orthodox sein. Ist ja egal…“
„Da ist aber Kant begraben!“, fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ fort.
„Na und?“, sagte der Patriarch und schwenkte sein Weihrauchfaß weiter. „Wir sprechen ihn heilig“.
„Wen sprecht Ihr heilig?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder nicht. „Kant?!“
„Egal wen, wir können ja jeden heiligsprechen“, antwortete der Patriarch. „Ob Kant oder Spunt… Willst Du – wir sprechen Dich heilig?!“
„Das ist aber unmöglich!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™.
„Wieso unmöglich?“, lächelte Kirill wieder. „Ich bin doch jetzt der Patriarch… Ich kann jetzt alles“.
Wladimir Wladimirowitsch™ bekam einen Hustenanfall.



Wednesday, May 20, 2009 11:56:27

Eines Tages spielten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew mit Zinnsoldaten.
„Achtung! Achtung!“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und schüttelte einen kleinen Reiter. „Hier spricht «Deutsche Beobachtung»! Heute bei Pischt war Hitler mit Schwanz erwischt!“
„Warte mal Bratello!“, rief der Präsident. „Bratello, hast Du nicht den Eindruck, daß es sich hierbei um einen für Interessen Rußlands nachteiligen Versuch der Geschichtsfälschung handelt?“
„Frag mal schon Deinen Jurgens danach“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Er ist doch Dein… Berater“.
„Aber aber aber!“, verzog Dmitri Anatoljewitsch das Gesicht. „Man könnte glauben... Du hast überhaupt Illarionow als Berater gehabt!“
Wladimir Wladimirowitsch™ errötete.



Monday, May 18, 2009 13:44:55

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew in einem Büro im Kreml und sahen sich im Fernsehen das Finale des Eurovison Song Contests an.
„Du kannst Dir gar nicht vorstellen“, klagte Wladimir Wladimirowitsch™, „wie müde ich bin! Alle rufen mich an. Produktion im Werk eingestellt – man ruft mich an. Geld ist aus – man ruft mich an. Ein Rohr ist gebrochen – man ruft mich an. Als ob man keinen anderen anrufen könnte!“
„Es ist so, weil Du alles auf alte Art machst“, antwortete der Präsident. „Du bist technologiefremd. Du hast nicht mal einen Blog im LJ“.
„Aber welcher Blog im LJ!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich hab’ keinen Augenblick Zeit frei! Man muss doch allen antworten!“
„Du verstehst es nicht“, sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Die Technologien ändern alles. Hat man einen Blog im LJ aktiviert – und keiner ruft mehr an. Alle schreiben Comments. Die Leute sind jetzt so – es fällt ihnen leichter, einen Comment zu schreiben, als zu telefonieren“.
„Aber diejenigen, die anrufen“, winkte Wladimir Wladimirowitsch™ ab, „sie wissen nicht einmal, wie der Computer eingeschaltet wird!“
„Und für solche“, sagte Dmitri Anatoljewitsch und holte aus der Tasche sein Präsidenten-iPhone, „gibt es einen Anrufbeantworter. Ruf mich mal an!“
Wladimir Wladimirowitsch™ holte sofort aus der Tasche sein Regierungsmobiltelefon mit dem Doppeladler anstatt Tastatur und drückte auf die einzige Taste darauf.
iPhone in den Händen des Präsidenten klirrte leise.
„Klären Sie die Situation“, hörte Wladimir Wladimirowitsch™. „Bestrafen Sie die Schuldigen. Berichten Sie mir darüber binnen 3 Tagen“.
Danach wurde die Verbindung abgebrochen.
„Na und?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Antwortet er allen so?“
„So ist es“, nickte der Präsident. „Aber manchmal kann man zuhören, was man redet“.
Plötzlich klirrte das iPhone in den Händen von Dmitri Anatoljewitsch wieder.
Der Präsident drückte auf den Bildschirm.
„Dmitri Anatoljewitsch!“ ertönte im Hörer die aufgeregte Stimme des Generaldirektors der Aktiengesellschaft „Perwyj Kanal“ Konstantin Lwowitsch Ernst. „Wir haben nur den elften Platz“.
„Klären Sie die Situation“, antwortete das Telefon des Präsidenten. „Bestrafen Sie die Schuldigen. Berichten Sie mir darüber binnen 3 Tagen“.
„Es reagiert auf die Pausen“, flüsterte Dmitri Anatoljewitsch. Wladimir Wladimirowitsch™ hörte mit Interesse zu.
„Gewonnen hat aber dafür ein Weißrusse!“, setzte Konstantin Lwowitsch fort. „Ein gewisser Rybak“.
„Klären Sie die Situation“, antwortete der Anrufbeantworter. „Bestrafen Sie die Schuldigen. Berichten Sie mir darüber binnen 3 Tagen“.
„Und nun haben wir uns überlegt“, sprach Konstantin Lwowitsch. „Wenn es schon so ist, werden wir Rybak loben und über unsere Sängerin nichts sagen, als hätte man über sie vergessen. Und dann wird es großmächtig aussehen!“
„Klären Sie die Situation“, antwortete das iPhone des Präsidenten. „Bestrafen Sie die Schuldigen. Berichten Sie mir darüber binnen 3 Tagen“.
„Machen wir!“, rief Konstantin Lwowitsch froh und schaltete die Verbindung ab.
„Cool…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin.
Dmitri Anatoljewitsch lächelte.
„Ich lasse es mir auch so machen“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Nur ohne dieses „Berichten Sie mir darüber…“
„Wieso?“ kapierte der Präsident nicht. „Warum lässt Du diesen Satz weg?“
„Denn sie rufen mich dann wieder an“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Um zu berichten. Lieber weg“.
Wladimir Wladimirowitsch™ steckte das Regierungsmobiltelefon in die Tasche.



Monday, May 18, 2009 13:42:18

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und hatte einen komischen Traum, als ging Wladimir Wladimirowitsch™ durch einen U-Bahntunnel und irgendwo weit vorne hörte man ein lautes Geschrei.
„Wo bist Du?“, schrie ein Unbekannter. „Wo bist Du mein Lieber?“
„Ich bin hier“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ wer weiss warum und ging dem Geschrei entgegen.
Nach einiger Zeit sah Wladimir Wladimirowitsch™ den Chef des staatlichen einheitlichen Unternehmens „Moskowski Metropoliten“ Dmitri Wladimirowitsch Gajew.
„Bratello“, sagte Dmitri Wladimirowitsch, als er Wladimir Wladimirowitsch™ sah. „Möchtest Du mal vielleicht eine Hubschrauberfahrt machen?“
Wladimir Wladimirowitsch™ erwachte sofort.
Auf seinem Gesicht erschienen Schweißtropfen.



Tuesday, May 12, 2009 12:12:29

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den ersten Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow an.
„Bratello!“, rief Wladimir Wladimirowitsch™ froh. „Die Raketen aber wirken doch!“
„Welche Raketen?“, kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Na diese Topol-M!“, erklärte Wladimir Wladimirowitsch™ lustig. „Die Bomber! Wieder gezeigt – und schon wieder Weltmeister geworden!“
„Aber nee“, atmete Wladislaw Jurjewitsch auf. „Solche Technologien funktionieren nur einmal. Zum zweiten Mal reagiert keiner darauf“.
„Wir haben aber gesiegt!“, verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Wie haben wir es dann geschafft?“
„Man hat eine Gasleitung sprengen müssen“, erklärte Wladislaw Jurjewitsch. „Die Kraft unseres Gases der Welt zu demonstrieren sozusagen“.
„Nicht schlecht“, murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Was werden wir nun nächstes Mal machen?“
„Auch mir fällt nichts ein“, sagte Wladislaw Jurjewitsch mit farbloser Stimme.
Wladimir Wladimirowitsch™ erstarrte vor Entsetzen.
„Gut, dass wir bei Eurovision diesmal nicht zu gewinnen brauchen“, dachte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und schaltete die Verbindung ab.



Tuesday, May 5, 2009 12:11:34

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro im Kreml und betrachtete die Fotos seines Treffens mit der Ministerpräsidentin der Ukraine Julia Wladimirowna Timoschenko.
„Komm schon noch“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™ lächelnd zu den Fotos. „Noch reden wir dann…“
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Büros auf und der Vorsitzende der Föderation für sportliche Schweinezucht Boris Olegowitsch Bukatow kam in den Raum hinein. In den Händen hielt Boris Olegowitsch ein scheckiges Ferkel.
„Bratello!“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was ist mit dir los?!“
„So ein Unglück ist es!“ antwortete der Präsident der Föderation. „Ein Genozid! Bitte lass es nicht zu!“
„Was soll ich nicht zulassen?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Wozu hast du das Schwein ins Regierungshaus mitgebracht?!“
„Deine Regierung muss sich bei mir noch bedanken!“ rief Boris Olegowitsch auf. „Dafür, dass das Schwein überhaupt zugesagt hat hierher zu kommen!“
„Die Schweine müssen sich auf der Schweinefarm aufhalten“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und in der Regierung müssen Minister sitzen“.
„Das Schwein ist besser als der Minister!“ rief der Präsident der Föderation, in seinen Augen blitzten Tränen auf. „Bratello! In Mexiko werden die Schweine getötet! Du musst etwas unternehmen!“
„Was kann ich denn unternehmen?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Die Bomber dorthin schicken!“ schrie Boris Olegowitsch. Das Ferkel, das er in den Händen hielt, begann beunruhigt zu quieken.
„Wegen der Schweine?!“ Wladimir Wladimirowitsch™ öffnete die Augen weit.
„Ja!“ nickte der Präsident der Föderation. „Man muss den Schweinekaust stoppen!“
„Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Bist du vielleicht auch… angesteckt worden?.. Vielleicht musst du in Quarantäne?“
Boris Olegowitsch schluchzte lautlos.



Thursday, April 30, 2009 11:44:35

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in die Werkstatt des ersten Vize-Chefs der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow. Wladislaw Jurjewitsch bekleidet mit einem weißen Kittel saß an seinem Labortisch und blickte ins Mikroskop. Neben dem Mikroskop lag ein Reagenzglas mit etwas Geronntes von roter Farbe.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah das Reagenzglas voll Ekel an. „Was hast du da?“
„Das sind die Proben des Majors Jewsjukow“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Ich habe sofort gedacht, daß da etwas nicht stimmt…“
„Nicht stimmt?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Und was stimmt nicht?“
„Sieh mal selbst an“, sagte Wladislaw Jurjewitsch und ließ Wladimir Wladimirowitsch™ ans Mikroskop.
Wladimir Wladimirowitsch™ beugte sich darüber.
„Siehst du es?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch.
„Nur ein Gekritzel“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das ist ein Virus“, erklärte Wladislaw Jurjewitsch. „Eine biologische Waffe“.
„Aber geh…“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ mißtrauisch. „Wir produzieren doch angeblich sowas nicht…“
„Wir produzieren es nicht“, sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Aber jemand produziert es doch! Es konnte ja nicht einfach aus der Luft gekommen sein!“
„Und was ist das für ein Virus?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ das Gekritzel immer noch unter dem Mikroskop betrachtend.
„Es ist die Milizgrippe“, sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Der Kranke bekommt tassengroße Augen, kann sich an nichts erinnern und heult die ganze Zeit“.
„Und danach stirbt er?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ sich vom Mikroskop abwendend.
„Danach sterben andere Leute“, setzte Wladislaw Jurjewitsch fort. „Der Kranke nimmt die Pistole und geht Menschen töten“.
„Da ist ja schrecklich…“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Und wie sieht es bei dem Virus mit dieser… mit der Virulenz aus? Führt es zur Pandemie?“
„Es gibt keine Pandemie“, atmete Wladislaw Jurjewitsch auf. „Es ist nur für die Milizleute ansteckend. Also über die Grenzen unseres Landes hinaus wird es sich nicht erweitern“.
„Aber wie denn…“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Es sieht dann so aus, daß wir alle von diesen… getötet werden… diejenigen, die heulen, mit tassengroßen Augen… Und sonnst wo kommt das gar nicht vor?!“
„Ich sage ja doch“, Wladislaw Jurjewitsch zog müde seine Gummihandschuhe aus. „Es geht um die biologische Waffe. Man muß Obama anrufen“.
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blaß im Gesicht.



Tuesday, April 28, 2009 13:17:38

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew in einem Büro im Kreml und sahen sich im Fernsehen das Programm „An die Barrieren!“ an.
Es debattierten der stellvertretende Vorsitzende der Staatsduma Wladimir Wolfowitsch Schirinowski und zeitweilig Arbeitsloser Oleg Lwowitsch Mitwohl.
„Und jetzt verkünden die Richter ihr Urteil“, sprach vom Bildschirm jemand, den man nicht sehen konnte.
„Da, siehst du diesen zotteligen Typ?“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ und zeigte mit dem Finger auf den Fernseher. „Mit der Brille, mit der Brille!“
„Ich sehe ihn“, nickte Dmitri Anatoljewitsch. „Mann, hat der eine eckelige Fresse…“
„Er ist es, der über mich Schweinereien im Internet schreibt!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ freudig. „Schon sieben Jahre lang! Und schreibt es immer wieder noch! Wie sind ihm nur seine Hände noch nicht abgedorrt?..“
„Und über mich schreibt keiner was“, sagte der Präsident düster. „Ich muß selbst in meinem Blog schreiben…“
„Dann send' doch irgendein Signal“, schlug Wladimir Wladimirowitsch™ vor. „Wie du es so kannst“.
„Weißt du was? Ich tu es, tatsächlich!“ sagte Dmitri Antoljewitsch und holte aus der Handtasche sein Regierungsmobiltelefon heraus. „Das wird so ein Signal sein – nicht zu übersehen. Du sagst, dieses Programm heißt also…?“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah den Präsidenten respektvoll an.



Tuesday, April 28, 2009 11:18:43

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin ins Büro des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew hinein.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Man hat mir einen Radionachrichten-Ausdruck gebracht… also bei einem Kältekombinat in Barnaul hat man beschlossen, gegen obszöne Schimpfwörter zu kämpfen“.
„Frisch ist die Überlieferung“, antwortete der Präsident. „Haben sie da etwa überhaupt nichts mehr zu tun oder was?“
„Man hat da beschlossen anstatt dieser Wörter ihre literarischen Pendants zu gebrauchen“, setzte Wladimir Wladimirowitsch™ fort. „Tja, wie ich es nun mache, erinnerst du dich… «auslöschen» für…“
„Es reicht schon, danke!“ stoppte Dmitri Anatoljewitsch Wladimir Wladimirowitsch™. „Gebrauchen sie da auch «auslöschen»?“
«Nein», sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und reichte dem Präsidenten den Ausdruck.
„Es ist interessant“, sagte der Präsident und überflog mit den Augen den Text… „Sehr interessant…“
„Und nun habe ich mir überlegt…“ begann Wladimir Wladimirowitsch™.
„Lenken Sie mich nicht ab, ich bin beschäftigt“, las der Präsident vor.
„Nicht verstanden…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin.
„Verzeihen Sie, Sie sind zu aufdringlich“, sagte Dmitri Anatoljewitsch ohne den Blick vom Text abzuwenden.
Wladimir Wladimirowitsch™ riss die Blätter aus den Händen des Präsidenten heraus.
„Ihr Benehmen widerspricht meinen Erwartungen“, las Wladimir Wladimirowitsch™ vor. „Ich bin überfüllt mit Emotionen“.
Jetzt entriss schon Dmitri Anatoljewitsch die Blätter Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ich bin erstaunt!“ las der Präsident vor. „Wow!“
„So ist es unmöglich“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „So ist es unmöglich zu arbeiten Bratello. Was soll ich nun Kudrin sagen: Verzeihen Sie?!“
Wladimir Wladimirowitsch™ entriss erneut dem Präsidenten die Blätter, zerriss sie und warf die Papierfetzen in den Müllkorb.



Wednesday, April 22, 2009 17:23:45

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin ins Büro des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew hinein.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™, ging dabei durch das Büro hin und her und sah die Bücher in den Regalen an. „Als ich der Präsident war, hatte ich diverse Sachen gesammelt… Hände etwa… Oder abgeschnittene Beine…“
„Ich weiß“, lächelte Dmitri Anatoljewitsch.
„Und was machst du nun?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah Dmitri Anatoljewitsch aufmerksam an. „Der Präsident muss doch ein Hobby haben!“
„Ich habe ein Hobby“, sagte der Präsident, seine Wangen überflog ein zartes Rot.
„Hast du eins?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und was für ein denn?“
„Ich sende Signale“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch.
„Signale?“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Welche Signale?“
„Demokratische Signale“, erklärte Dmitri Anatoljewitsch. „Und liberale auch“.
„Nicht verstanden“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habs nicht verstanden, aber es hört sich cool an. Zeig mal, wie es funktioniert“.
„Also pass mal auf“, sagte der Präsident und zog die Tastatur seines Computers zu sich. „Ich habe hier nun ein Programm…“
Dmitri Anatoljewitsch startete also den Download eines Programms.
„Hier kann man verschiedene Signale erfassen“, die Finger des Präsidenten flogen schnell über die Tasten. „Zum Beispiel dieses, von den jüngsten…“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte mit Interesse auf den Bildschirm. Auf dem Bildschirm erschien ein Foto des Wirtschaftsdoktors Ewgeni
Schlemowitsch Gontmacher.
„Der Kopf des Professors Gontmacher“, lachte kurz Wladimir Wladimirowitsch™. „Ein gutes Signal. Und welche gibt es noch?“
Der Präsident tippte etwas mit der Tastatur.
Auf dem Bildschirm erschien ein Foto des Hauptredakteurs der Nowaja Gaseta Zeitung Dmitri Andrejewitsch Muratow.
„Ja-a-a, ich erinnere mich an ihn!“ brach Wladimir Wladimirowitsch™ ins Lachen. „Diejenigen, die an keinem geleckt hatten, nie!“
„Eben“, nickte Dmitri Anatoljewitsch. „Früher gab es solche, die keinen Alkohol trinken. Jetzt gibt es diejenigen, die nicht geleckt hatten“.
„Wer sind sie, die keinen Alkohol trinken?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
„Bei Axjonow gab es solche“, erklärte der Präsident. „In der „Brandwunde“. Aus Stein, sie standen auf den Häusern…
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Dmitri Anatoljewitsch respektvoll an. Er hat kein einziges Wort davon verstanden.
„So, hier ist ein ganz übliches Signal“, tippte der Präsident weiter, auf dem Bildschirm erschienen nach einander die Fotos der Mitglieder des Rates für die Förderung der Institutionen bürgerlicher Gesellschaft und der Menschenrechte.
„Super“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und wohin sendest du sie nun, diese Signale?“
„Überall“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch. „Nach Westen sende ich sie. An die Gesellschaft. Ins Weltall auch“.
„Ins Weltall?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ interessiert. „Das ist interessant. Und wie sieht ’s aus, kriegt man Rückmeldungen?“
„Nee“, schüttelte den Kopf der Präsident. „Keine Rückmeldungen. Aus dem Weltall hört man nur Stille. Und von der Erde kommen manchmal bizarre Gegensignale“.
Dmitri Anatoljewitsch wählte etwas im Programm-Menü und auf dem Bildschirm erschien ein kompliziertes Schaubild.
„Siehst du es hier“, der Präsident zeigte eine blaue Kurve. „Die Akademie der Wissenschaften hat ein paar Monate gebraucht, um dieses Schaubild zu entschlüsseln“.
„Und hat es nicht entschlüsselt?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Doch“, lächelte Dmitri Anatoljewitsch. „Man hat es entschlüsselt. Sie erklären, hier sei das Wort «Tauwetter» versteckt“.
„Tauwetter?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Was heißt es?“
„Ich weiß es nicht“, zuckte der Präsident die Achseln. „Das mag ein Codewort sein…“
„Vielleicht“, Wladimir Wladimirowitsch™ regte sich auf, „vielleicht ist das ein Anrufsignal? Vielleicht sitzt bei uns irgendwo ein Spy? Man muß es den Jungs sagen…“
Wladimir Wladimirowitsch™ holte sofort aus der Tasche das Regierungsmobiltelefon mit dem Doppeladler an der Seite anstatt Tastatur heraus und drückte den einzigen Anrufknopf für den FSB-Chef Alexander Wassiljewitsch Bortnikow.
„Hör mal Bratello“, begann Wladimir Wladimirowitsch™ schnell. „Wir haben hier ein komisches Signal. «Tauwetter» heißt es“.
„Tauwetter?“, fragte Alexander Wassiljewitsch sachlich. „Ich kenne so so ein nicht. Ich lasse es überprüfen. Und wann nimmt er die Verbindung auf?“
„Willst du, wir können ihn gleich bestellen“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah den Präsidenten fragend an.
Der Präsident nickte zustimmend.
„Ja, machen wir es gleich“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Los, peil es“.
„Bin dran!“ antwortete der FSB-Chef und schaltete die Verbindung ab.
Wladimir Wladimirowitsch™ nickte dem Präsidenten zu. Der Präsident tippte schnell etwas mit der Tastatur.
Auf dem Bildschirm erschien ein Foto der Verurteilten gem. Art. 160 des StGB der Russischen Föderation Swetlana Petrowna Bachmina.
Der Präsident sah Wladimir Wladimirowitsch™ fragend an. Wladimir Wladimirowitsch™ nickte dem Präsidenten zu. Der Präsident drückte Enter.
Der Bildschirm erlosch.
Die Männer hielten den Atem an.
Eine Minute darauf erleuchtete der Bildschirm.
Wladimir Wladimirowitsch™ und Dmitri Anatoljewitsch rückten vor.
Auf dem Bildschirm erschienen mehrere blaue Schaubilder. Es waren Tausende davon, sie erschienen immer wieder, überlappten sich und flossen zusammen.
Am unteren Rand des Bildschirms, wo der Ticker lief, wiederholte sich das einzige Wort «Tauwetter». «Tauwetter». «Tauwetter».
„Ein gutes Hobby hast du Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und rief den FSB-Chef wiederholt an. „Ein interessantes Hobby! Und staatliches Hobby dazu! Und dieses Tauwetter erwischen wir… Unbedingt erwischen wir es! Hallo Bratello?! Was gibt’s nun?“
Dmitri Anatoljewitsch lächelte zufrieden.



Tuesday, April 21, 2009 11:18:48

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Weißt du etwa, wo sie liegt, die Insel Gibraltar?“
„Nee“, antwortete der Präsident. „Ich weiß es nicht. Und was gibt’s da?“
„Nichts“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und legte den Hörer auf.
„Keiner weiss es“, dachte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wieso muss der Staatsanwalt es wissen?“



Wednesday, April 15, 2009 16:53:59

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wieso hast du der Nowaja Gaseta Zeitung ein Interview gegeben?“
„Sie haben an keinem geleckt, nie“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch.
„Na und?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Man mußte das korrigieren“, antwortete der Präsident.
Wladimir Wladimirowitsch™ schwieg respektvoll.



Wednesday, April 15, 2009 10:32:10

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew in einem Büro im Kreml und sahen sich Fotos an.
„Siehst du irgendwas Bratello?“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ ein vollkommen schwarzes Rechteck aufmerksam betrachtend.
„Nee, ich sehe nix“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch ein gleiches Rechteck ansehend.
„Obama sagt aber, er sieht da etwas“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™ und sah dabei das Schwarze weiter an. „Er sieht Licht am Ende des Tunnels…“
„Nee“, schüttelte den Kopf der Präsident. „Ich sehe nur den Tunnel selbst…“
„Bratello“, Wladimir Wladimirowitsch™ sah Dmitri Anatoljewitsch plötzlich sehr aufmerksam an. „Weißt du, warum ich dich zum Präsidenten gemacht habe? Du hast an keinem geleckt, nie“.
Dmitri Anatoljewitsch sah Wladimir Wladimirowitsch™ verwundert an.
„Kannst ruhig meine Worte weiterleiten“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich bestätige, daß ich es wirklich gesagt habe“.
Danach vertiefte sich Wladimir Wladimirowitsch™ wieder ins Foto der Finsternis.



Monday, April 6, 2009 11:44:21

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Büro im Kreml und hörte sich im Radio patriotische Lieder an, gesendet durch einen koreanischen Sputnik.
Plötzlich klingelte auf Wladimir Wladimirowitschs™ Tisch das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm sofort den Hörer ab.
„Das ist eine Schweinerei!“ ertönte im Hörer die Stimme des Vorsitzenden des Zentalkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation Gennadi Andrejewitsch Sjuganow. „Wir lassen und sowas nicht gefallen!“
„Was ist los Bratello?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Ich trete nicht zurück, beruhige dich schon mal!“
„Das ist ein Wandalismus“, dröhnte Gennadi Andrejewitsch. „Lenins Denkmäler zu sprengen ist ein Wandalismus! Eine Barbarei!“
„Die Denkmäler?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Hat man etwa noch eins gesprengt?“
„In der Ukraine, tatsächlich!“ empörte sich Gennadi Andrejewitsch. „Bei Lugansk! Dabei war die Bombe gerade an demselben Platz befestigt! Am Hintern! Die Täter verspotten wohl!“
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte und schaltete die Verbindung ab, danach drückte er sofort den Rufknopf des ersten Vize-Chefs der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ sein Lachen kaum unterdrückend. „Wer sprengt übrigens Lenins Hintern?“
„Tja… Äh…“ sagte Wladislaw Jurjewitsch verlegen.
„Aber wozu?!“ lachte schon Wladimir Wladimirowitsch™.
„Also, weißt du“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Als ich die Elektroden in Lenins Körper eingesteckt hatte, fand ich in seinem Hintern einen kurzen verschlüsselten Zettel…“
„Einen kurzen Zettel?“ Wladimir Wladimirowitsch™ wurde sofort ernst. „Hast du ihn entschlüsselt?“
„Habe ich“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch leiser. „Lass uns aber darüber lieber nicht am Telefon reden.“
Nach ein paar Minuten saß Wladimir Wladimirowitsch™ im Büro von Wladislaw Jurjewitsch. Auf dem Tisch vor Wladislaw Jurjewitsch lag der Zettel.
„Und was steht da geschrieben?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ leise.
„Da steht geschrieben“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch flüsternd, „dass das Gold der Partei in Lenins Hintern versteckt ist.“
Wladimir Wladimirowitsch™ öffnete weit seine Augen.
„Es gibt doch jede Menge davon!“ murmelte er. „Diese Denkmäler!“
„Egal wie viele es sind“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Man muss weiter arbeiten. Wir brauchen jetzt Geld.“
Wladimir Wladimirowitsch™ begann fröhlich zu nicken.



Friday, April 3, 2009 17:43:44

Eines Tages meditierten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Finanzminister Alexej Leonidowitsch Kudrin im Dunkel.
„Hör mal, Bratello“, flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du hast erklärt, es komme die zweite Welle der Krise. Und was passiert danach?“
„Die dritte Welle“, flüsterte Alexej Leonidowitsch leise entgegen.
„Und danach?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Die vierte“, flüsterte Alexej Leonidowitsch. „Und dann die fünfte.“
„Und was kommt nach der fünften?“ konnte sich Wladimir Wladimirowitsch™ nicht beruhigen.
„Und nach der fünften“, gab Alexej Leonidowitsch flüsternd zur Antwort, „kommen die sechste, siebte und achte Wellen.“
„Und was kommt nach der achten?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Und nach der achten Welle…“ antwortete Alexej Leonidowitsch. „Nach der achten Welle, Bratello… kommt die neunte Woge.“
Wladimir Wladimirowitsch™ verstummte.



Wednesday, April 1, 2009 17:13:26

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der erste Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow in einem Büro im Kreml und sahen sich im Fernsehen das Meeting zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew und dem USA-Präsidenten Barack Hussein Obama an.
„Na hallo erst mal, Bratello“, sprach Dmitri Anatoljewitsch zu Barack Hussein etwas verlegen.
„Sei gegrüßt, Bratello“, antwortete Barack Hussein.
Auch die Marsmännchen in den Köpfen der Präsidenten begrüßten einander.
„Und was meinst du nun über das Ganze?“ fragte Barack Hussein. „Diese Krise… Der Teufel weiß was äh… Ehrlich gesagt, ich konnte mir kaum vorstellen, daß es sich so kompliziert entwickeln wird…“
„Wichtig ist, es zu durchmachen“, antwortete Dmitri Anatoljewitsch. „Die niedrigen Ölpreise zu überstehen.“
„Amerika handelt mit Erdöl nicht!“ rief der USA-Präsident. „Wir kaufen es nur!“
„Eben“, lächelte der Präsident der Russischen Föderation.
„Weißt du“, sagte Barack Hussein leise. „Manchmal habe ich den Eindruck, das Ganze ist bloß ein Y2K-Bug. Die globale Erwärmung.“
„Nicht verstanden…“ sagte Dmitri Anatoljewitsch.
„Erinnerst du dich an den Millennium-Fehler?“ fragte der USA-Präsident. „Diesen Fehler gab es aber nie in der Wirklichkeit! Und dafür wurde richtig gutes Geld verbraucht!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Wladislaw Jurjewitsch an. Wladislaw Jurjewitsch errötete etwas.
„Na und?“ lächelte der Präsident der Russischen Föderation verlegen.
„Und dann noch diese globale Erwärmung“, fuhr Barack Hussein fort. „Es gibt doch gar keine globale Erwärmung! Und was für ein Geld wird dafür ausgegeben!“
„Es ist interessant“, sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Was hat aber die Krise damit zu tun?“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte wieder auf Wladislaw Jurjewitsch. Wladislaw Jurjewitsch wurde blaß im Gesicht.
„Sie hat damit was zu tun!“ rief Barack Hussein. „In der Wirklichkeit gibt es keine Krise! Das ist bloß ein Verfahren, staatliches Geld zu erwerben! Wieviel habt Ihr schon Euren bedürftigen Unternehmen gewährt?“
„Ich kann es jetzt nicht mehr so genau sagen…“ murmelte Dmitri Anatoljewitsch.
„Und auch ich kann es nicht mehr sagen!“ rief Barack Hussein schon ganz laut. „Mehrere Trillionen Dollar! Man tanzt uns auf der Nase herum, Bratello!“
„Wie hat er das erraten?“ flüsterte Wladislaw Jurjewitsch vor sich hin.
„Was?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ argwöhnisch.
„Daß es keine Krise gibt“, erklärte Wladislaw Jurjewitsch. „Wir haben doch alles so natürlich arrangiert…“
„Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Wieso erfahre ich alles als Letzter? Was habt Ihr Euch da noch einfallen lassen?“
„Tja, es gilt doch nicht für heute“, murmelte Wladislaw Jurjewitsch. „So, für die Zukunft…“
„Erzähl!“ befahl Wladimir Wladimirowitsch™. „“
„Na ja, also…“ sagte Wladislaw Jurjewitsch etwas bestürzt. „Unser nächstes Projekt war die Förderung der Sonne beim Brennen.“
„Was?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wozu?!“
„Die Sonne ist nicht ewig glühend“, erklärte Wladislaw Jurjewitsch. „Und eines Tages wird sie sicher erlöschen. Und deswegen haben wir ein Projekt zur Förderung der Sonne beim Brennen ausgearbeitet. Man hat da ein paar leistungsfähige Öl- und Gasleitungen direkt in das Innere der Sonne zu verlegen. Die Araber haben übrigens auch ihre Hilfe versprochen.“
„Die Gasleitungen bis zur Sonne?!“ Wladimir Wladimirowitsch™ stand von seinem Stuhl auf. „Bis zur Sonne selbst?!“
Vor Wladimir Wladimirowitschs™ Augen drehten sich auf einmal mehrstellige Zahlen.
„Stellst du dir vor, was es an Geld macht?“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch.
„Und das nächste?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und begann ruhelos im Büro hin und her zu gehen. „Wie ist das nächste Projekt?“
„Das Universum also“, begann Wladislaw Jurjewitsch. „Das Universum wächst immer weiter. Und einmal fliegt es vollkommen auseinander…“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Wladislaw Jurjewitsch mit unverhüllter Bewunderung an.
Er sah kolossale Perspektiven.



Tuesday, March 31, 2009 13:23:01

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin, der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatlojewitsch Medwedew und der FSB-Chef Alexander Wassiljewitsch Bortnikow in einem Büro im Kreml und lösten Probleme.
„Hier gibt ’s noch was…“ sagte Alexander Wassiljewitsch und nahm nächstes Blatt vom Tisch. „Ist Sulim Jamadajew noch am Leben oder nicht mehr?“
„Nicht verstanden“, sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Lebt er noch oder nicht?“
„Man soll nun eben darüber entscheiden“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah Dmitri Anatoljewitsch sanft an.
Dmitri Anatoljewitsch wurde blaß im Gesicht.



Monday, March 30, 2009 15:03:43

Eines Tages besuchte Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew im Kreml. Wladimir Wladimirowitschs™ Limousine rollte an das I. Kreml-Gebäude heran, Wladimir Wladimirowitsch™ stieg aus dem Wagen und lief wacker die Treppe hinauf.
Plötzlich öffneten sich die Türflügel und der Bürgermeisterkandidat für Sotschi Boris Jefimowitsch Nemzow, zersaust und aufgeregt, erschien vor ihm auf der Außentreppe. In den Händen hielt Boris Jefimowitsch einen Karton, an dessen Seite Xerox gedruck war. Der Karton war auf, drinnen sah man fette Dollarbündel in dichten Reihen liegen, fest zusammengeschnürt mit bunten Gummistreifen.
„Nicht verstanden…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin.
„Man hat es mir zugeschickt“, sagte Boris Jefimowitsch schnell und errötete. „Aus Amerika! Ich weiß nicht, wer das gemacht hat!“
„Das ist doch…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder vor sich hin.
„Und ich schicke es doch zurück!“ rief Boris Jefimowitsch und lief die Treppe hinunter. „Alles zurück! Über die Sberbank!“
Boris Jefimowitsch eilte mit dem Karton durch den Platz in Richtung Dreifaltigkeitspforte dahin.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah ihm verwundert hinterher.



Tuesday, March 24, 2009 13:51:36

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum und las Dokumente. Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Büros auf und einer der Führer der oppositionellen Vereinigten Demokratischen Bewegung «Solidarnost» Boris Jefimowitsch Nemzow kam in den Arbeitsraum hinein. In den Händen hielt Boris Jefimowitsch eine Zeitung.
„Hier ist pure Verleumdung über mich veröffentlicht“, sagte Boris Jefimowitsch.
„Was für eine Verleumdung?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
Boris Jefimowitsch faltete die Zeitung auf. Wladimir Wladimirowitsch™ las den angesprochenen Artikel durch.
„Woran sehen Sie hier, Boris Jefimowitsch, die Verleumdung?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Aber wie denn!“ rief Boris Jefimowitsch. „Lesen Sie mal hier: „Der Geschädigte ist mit leichtem Schrecken davon gekommen.“
„Ich verstehe es nicht“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
Boris Jefimowitsch sah Wladimir Wladimirowitsch™ sanft an.
„Die gewissen «Unsrigen» können mich doch sicher nicht erschrecken!“ sagte Boris Jefimowitsch. „Vor der ganzen Welt hat man mir Schande gemacht – ich brauche ein Dementi.“
„Also, Graschdanin“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™, „keiner hat Ihnen Schande gemacht und wegen dieses Krams veröffentlichen wir keine Dementis.“
„Aber egal, ich lasse sowas nicht auf mir sitzen“, sagte Boris Nemzow und ging aus dem Büro hinaus.



Monday, March 23, 2009 12:25:56

Eines Tages lag Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in der Sonne am Strand seiner Residenz in Sotschi.
“Tingeling, tingelin”, sang Wladimir Wladimirowitsch™ ein populäres schwedisches Lied vor sich hin, „do swodania Putin…“
Die Wellen brandeten leicht ans Ufer und flüsterten etwas sanft zu. Hoch am Himmel kreisten die Möwen und ein Hubschrauber des Föderalen Dienstes für Regierungsschutz.
Wladimir Wladimirowitsch™ fühlte sich wohl.
Plötzlich sah Wladimir Wladimirowitsch™ einen der Führer der oppositionellen Vereinigten Demokratischen Bewegung «Solidarnost» Boris Jefimowitsch Nemzow am Strand gehen. Boris Jefimowitsch war braungebrannt, nur mit einer Badehose bekleidet und trug einen großen Korb, bedeckt mit weißem Tuch.
„Hier Tschebureki!“ rief Boris Jefimowitsch. „Wer möchte Tschebureki?“
„Wer hat ihn nur an den bewachten Strand eingelassen?“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™ und lächelte Boris Jefimowitsch zu.
Boris Jefimowitsch lief sofort an Wladimir Wladimirowitsch™ heran, ging auf ein Knie herunter, zog das Tuch beiseite und holte aus dem Korb einen großen saftigen Tscheburek heraus.
„Tscheburek-murek“, begann Boris Jefimowitsch zu plappern und reichte Wladimir Wladimirowitsch™ den Tscheburek. „Beiß – is’ noch heiß, Alter!“
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Tscheburek und biss gern ein Stück davon ab. Es schmeckte gut.
„Ich sag' dir nur eins, nix für ungut, äh“, knatterte Boris Jefimowitsch. „Wirst du den Bürgermeister-schmeister wählen – für mich sollst stimmen-wimmen! Olympiade auf–zu, Schi-Muschi teile-verteile, wirble-schmarble, ans Amt krabble…“
„Boris Jefimowitsch“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ plötzlich. „Erkennen Sie mich etwa nicht?“
„Ich erkenne dich Luder auch im Jenseits“, zischte Boris Jefimowitsch. „Ich find’ dich Luder überall. Märkte, Supermärkte, Taxis, Pizzerien – nirgends kannst du dich vor mir verstecken. Friß Tscheburek, friß! Dein letzter Tag kommt…“
Die Offiziere des Föderalen Dienstes für Regierungsschutz kamen heran.
Wladimir Wladimirowitsch™ machte die Augen langsam zu. Er fühlte sich etwas müde.



Monday, March 23, 2009 12:25:56

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las die letzten Nachrichten.
„Der Gouverneur des Murmansk Gebiets hinterließ seinen Posten“, las Wladimir Wladimirowitsch™. „Interessant, hat er LJ oder ein Stand Alone?“
Und dann setzte Wladimir Wladimirowitsch™ die Lektüre fort.



Thursday, March 19, 2009 13:58:26

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der erste Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow in einem Büro im Kreml und lasen Kommentare zum Videoblog des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew.
„Na also“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Er begann schon die Comments zu schreiben. Jetzt braucht man uns schon gar nicht mehr…“
„Es sieht so aus“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch ebenso leise. „Womit wirst du dich nun beschäftigen, Bratello? Die Macht wird uns sowieso eines Tages freilassen.“
„Ich habe vor, mich mit der alternativen Energetik zu befassen“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Die ich eher als neue Energetik bezeichnen würde, bezugnehmend auf ihren zukünftigen Anteil in der Wirtschaft…“
Wladislaw Jurjewitsch sah Wladimir Wladimirowitsch™ verwundert an.
„Und du?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch.
„Ohne falsche Bescheidenheit“, zuckte Wladislaw Jurjewitsch die Achseln. „Ich bin ein guter Anti-crisis manager. Ich glaube, ich werde auch in dieser Eigenschaft gefragt.“
Die Männer atmeten auf.



Tuesday, March 17, 2009 17:16:22

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der erste Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow in einem Büro im Kreml und sahen sich im Fernsehen das Interview des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew für den Ersten Kanal an.
„Man hat es schön arrangiert“, sprach Wladimir Wladimirowitsch™.
„Wir haben uns bemüht“, lächelte Wladislaw Jurjewitsch. „Ich erlebe überhaupt eine Art Boldino-Herbst wegen dieser Krise.“
„Wieso Herbst?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™ und blickte schief auf das Fenster. „Der Frühling ist doch da.“
„Ich meine es bildlich!“ rief Wladislaw Jurjewitsch. „Schau mal selbst her, Bratello! Schau mal, wie schön unser Präsident ist! Was für die Räumlichkeiten!“
„Du befasst Dich mit den Räumlichkeiten“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™, „und die Partei «Einheitliches Rußland» verliert die Wahlen.“
„Sie verliert keine Wahlen!“ rief Wladislaw Jurjewitsch.
„Was heißt – sie verliert keine Wahlen?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und was passiert in Murmansk?“
„In Murmansk“, lachte Wladislaw Jurjewitsch, „geht es um die neue Technologie! Die Aufmerksamkeit ablenken! Der Gouverneur, selbst vom «Einheitlichen Rußland», wirbt am Wahltag für einen von zwei Kandidaten, die beiden sind ebenso Mitglieder des «Einheitlichen Rußlands». Wer gewinnt?“
„Ein Kandidat aus dem «Einheitlichen Rußland»?“ vermutete Wladimir Wladimirowitsch™
„Eben!“ fuhr Wladislaw Jurjewitsch fort. „Und wie schön sieht es in Sotschi aus! Du, wie schön ist es doch in Sotschi!“
„Und was ist in Sotschi?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Nemzow?“
„Eben!“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch. „Es hat drei Tage lang gedauert, bis ich ihn überredet habe. Und hab’ ihn doch überredet! Jetzt geht da so eine Filmkomödie los! Lugowoj, Lebedew, Wolotschkowa, dieser Meister in Armwrestling noch dazu… Und gewählt wird schließlich… wer?“
„Ein Mitglied des «Einheitlichen Rußlands»?“
„Eben!“ Wladislaw Jurjewitsch beruhigte sich und nahm Platz. „Aber die Wahlen des Bürgermeisters von Sotschi sind noch gar nicht das Härteste… Ich habe gestern Jawlinksi überredett, die Vereinigung der Demokraten aufzunehmen… Obwohl, es schien, man konnte schon kaum drauf hoffen…“
„Genial“, flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und sah Wladislaw Jurjewitsch mit Respekt und Begeisterung an.
Wladislaw Jurjewitsch strahlte vor Freude.



Friday, March 13, 2009 17:47:14

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Finanzminister Alexej Leonidowitsch Kudrin auf dem Dach des Regierungshauses und genossen die Frühlingssonne.
„Hör mal, Bratello,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habe gehört, Nasarbajew hat etwa vorgeschlagen, eine neue Währung einzuführen… Den Eurasio.“
„In Asien wollte man glaube ich den Asio einführen“, antwortete Alexej Leonidowitsch.
„Ich überlege mir nun“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ nachdenklich. „Vielleicht sollen wir mal auch eine neue Währung einführen, was meinst Du? Den Rublo!“
„Rublo?“ wunderte sich Alexej Leonidowitsch. „Und wozu?“
„Ich weiß es nicht“, zuckte Wladimir Wladimirowitsch™ die Achseln. „Man muß doch etwas unternehmen… Und was – es weiß keiner…“
„Na gut“, antwortete Alexej Leonidowitsch melancholisch. „Lass es Rublo sein. Ist ja egal…“
Die Männer sahen die Sonne an.



Thursday, March 12, 2009 11:22:57

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in die Werkstatt des ersten Vize-Chefs der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow mit der neuen Zeitung „Wedomosti“ in den Händen hinein.
„Hör mal, Bratello“, sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und reichte Wladislaw Jurjewitsch die Zeitung. „Schon gelesen, was Gontmacher über Dich geschrieben hat?“
„Gontmacher?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch verwundert, legte den Lötkolben beiseite und nahm die Zeitung. „Wer ist das?“
„Wie Illarionow etwa“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Er gibt Dima Ratschläge.“
„Und klappt 's?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch und warf einen flüchtigen Blick auf den Artikel. „Hört Dima ihm zu?“
„Aber natürlich“, antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich hörte doch Illarionow auch zu.“
Und die Männer brachen in lustiges Lachen aus.
„Was glaubst Du nun“, fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und nickte zur Zeitung in Wladislaw Jurjewitschs Händen. „Wird die Revolution ausbrechen oder doch nicht?“
„Weißt Du was, Bratello“, sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Illarionow und Gontmacher sind ohne weiteres kluge Leute. Sie denken über die Zukunft nach. Aber sie denken bloß über die Zukunft nach. Und ich mache diese Zukunft. Mit diesem Lötkolben da. Und mit diesen Schraubenziehern.“
„In welchem Sinne?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Für sie ist aktuell die Frage, ob die Revolution ausbrechen wird“, erklärte Wladislaw Jurjewitsch, an einen Vorhang in der Ecke der Werkstatt herangehend. „Und für mich ist diese Frage nicht mehr aktuell.“
„Ich verstehe es nicht“, kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ immer noch nicht.
„Es ist schon egal, ob es die Revolution gibt oder nicht“, sagte Wladislaw Jurjewitsch und fasste den Rand des Vorhangs ein. „Wir sind zu beliebiger Entwicklung der Situation bereit.“
Und Wladislaw Jurjewitsch schob den Vorhang zur Seite.
Hinter dem Vorhang stand ein großer Tisch, auf dem ein nackter Mann mit einem langen Schnitt von der Kehle bis zur Leiste lag. Aus dem Schnitt ragten bunte Kabel.
Wladimir Wladimirowitsch™ begann zurückzuweichen.
„Aba-ne-e…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du bist völlig kaputt geworden, was?! Das ist doch Lenin!!!“
„Sieht fast lebenswahr aus, stimmt?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch und lächelte. „Das war eine gute Idee, das Masoleum zu erhalten. Zur Zeit haben wir es für die Wartung geschlossen und nun - voilà!“
„Was – wuala?“ rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Was machst Du mit ihm?!“
„Nichts besonderes eigentlich“, sagte Wladislaw Jurjewitsch und nahm ein Pult mit vielen Tasten. „Ich habe die Elektroden an die Muskeln angeschlossen und noch einen Lautsprecher in den Kopf eingebaut, mehr nichts. Schau mal her.“
Wladislaw Jurjewitsch drückte auf einen Knopf und Wladimir Iljitsch Lenin setzte sich auf dem Tisch gerade.
Wladislaw Jurjewitsch drückte auf einen anderen Knopf und Wladimir Iljitsch stieg vom Tisch hinunter.
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blass im Gesicht.
Wladislaw Jurjewitsch drückte auf den dritten Knopf und drehte einen Schalter hin und zurück. Wladimir Iljitsch schob den rechten Arm vor und öffnete den Mund.
„Towarischtschi!“ ertönte in der Werkstatt die charakteristische Stimme. „Der Aufstand der Großbauer in fünf Roden muß erbarmungslos niedergeworfen werden! Dies fordert das Interesse der ganzen Revolution, da jetzt überall die Entscheidungsstunde im Kampf gegen die Großbauer schlägt! Ein Vorbild dafür muß man geben!“
Wladislaw Jurjewitsch drückte noch etwas auf seinem Pult. Der nackte Wladimir Iljitsch sprang auf Wladimir Wladimirowitsch™ zu und rief ihm ins Gesicht:
„Erhängen! Unbedingt erhängen, damit das Volk es sieht, mindestens hundert offensichtliche Großbauer, Reiche, Blutsauger!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sprang zurück.
„Deren Namen veröffentlichen!“ trat der tote Iljitsch weiter vor. „Das ganze Korn wegnehmen!“
„Schaff ihn von mir weg!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Weg!“
Wladislaw Jurjewitsch lächelte wieder und drückte ein paar mal auf die Tasten. Lenin beruhigte sich und trat zurück.
„Wozu brauchst Du ihn?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ veratmend.
„Nicht wichtig ist, wer die Revolution beginnt“, erklärte Wladislaw Jurjewitsch und legte das Pult beiseite. „Wichtig ist, wer sie anführt. Und er wird sie anführen. Wladimir Iljitsch.“
„Hör mal, das sieht aber wie zur Steinzeit aus, echt!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Damals herrschte die Anarchie und wenn es jetzt losgeht – die Leute haben Truppenteile, Panzer, Raketen gottbehüte herum!“
„Wir haben auch einen Panzer“, sagte Wladislaw Jurjewitsch, nahm ein paar Fotos vom Werktisch und gab sie Wladimir Wladimirowitsch™. „Und was für einen!“
Auf den Fotos war ein dunkelgrüner Radpanzerwagen abgebildet.
„Was ist das?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder nicht.
„Ein Mercedes“, antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Der Leninwagen. Plombiert. Nach Extraauftrag unter Anwendung des Gehäuses des historischen Panzerwagens gebaut. Die Türme sind mit zwei psychotronischen Kanonen mit breiterem Aktionsbereich ausgerüstet. Wir werden sie zu zweit lenken, ich und Du. Und Lenin wird oben auf dem Turm stehen.“
Wladislaw Jurjewitsch drückte wieder auf einen Knopf. Der geschnittene Wladimir Iljitsch lebte auf.
„Man muß so machen“, schrie Lenin auf, „daß das Volk von ganz weitem sieht, zittert, weiß, schreit: man würgt die Blutsauger und Grossbauer und man würgt sie tot!“
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde plötzlich bange.



Wednesday, March 11, 2009 15:15:07

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah nachdenklich den Finanzminister Alexej Leonidowitsch Kudrin, der in der Mitte des Büros stand und einen neuen Budgetentwurf in seinen Händen hielt.
„Du sagst also, es gibt nichts?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Nix,“ antwortete Alexej Leonidowitsch. „Es gab Geld. Es wird Geld geben. Jetzt gibt es kein Geld.“
„Das sind übrigens Beresowskis Worte,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und nahm dabei den Hörer des Apparats für die direkte Verbindung mit dem Präsidenten ab.
Alexej Leonidowitsch errötete.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer. „Also, wir haben kein Dreijahresbudget mehr. Es gibt eins für ein Jahr und auch dieses ist schön krumm…“
„Meinetwegen!“ antwortete der Präsident froh. „Okay, lasst es für ein Jahr sein.“
„Aber wie denn…“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mißtrauisch. „Was machst Du jetzt?“
„Ich will grade die russisch-amerikanischen Beziehungen reseten,“ antwortete der Präsident. „Habe soeben den Knopf gefunden.“
„Welchen Knopf?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Den Reset-Knopf,“ antwortete Dmitri Anatoljewitsch. „Die Hillary Lawrow geschenkt hat, weißt Du? Ich habe sie jetzt bei mir unter dem Tisch entdeckt. In so einem Kleinkoffer…“
„In welchem Kleinkoffer?“ Wladimir Wladimirowitsch™ erstarrte vor Entsetzten. „Bratello, fass ihn nicht an!“
„Aber geh,“ sprach der Präsident lustig. „Wenn der Knopf da ist – soll er gedrückt werden! Fertig!“
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer langsam von seinem Ministerpräsidentenohr ab.
„Obwohl…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Vielleicht ist es auch besser so…“
Der Finanzminister sah Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt an.
Es erklang ein Gejaul der Luftalarmsirene, alle Telefone auf Wladimir Wladimirowitschs™ Tisch begannen gleichzeitig zu klingeln.



Wednesday, March 11, 2009 11:34:41

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum und sah sich den Videoblog des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an.
„Alle sind so clever geworden…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Der eine hat Andoiden, der andere diese Blogs…“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte voller Ekel auf die Tastatur des Computers und drückte sofort auf den Rufknopf des ersten Vize-Chefs der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Würdest Du mich mal lehren… in diese Blogs zu schreiben. Sonst fühle ich mich etwas unmodern…“
„In die Blogs schreiben?“ wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch. „Wozu brauchst Du aber das? Wir haben doch da schon diese… Mascha Sergejewa!“
„Eben deswegen, ich will nicht Mascha nachstehen,“ erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich bin ja der Ministerpräsident und muß alles wissen! Sozusagen worum dreht sich die russiche… äh…“
„Blogosphäre,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch vor.
„Blogosphäre,“ stimmte Wladimir Wladimirowitsch™ zu.
„Wir haben also eine Schule,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch leise. „Die Bloggerschule.“
„Wer ist der Rektor da?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ sachlich und zog ein Blatt Papier und einen Bleistift zu sich.
„Grigori Pasko,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch.
„Wer?!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Er ist doch Spion!“
„Er war Spion,“ sprach Wladislaw Jurjewitsch. „Und nachdem er im Gefängnis gesessen hatte, bereute er es und kam zu uns. Erinnerst Du Dich ans «Schicksal des Residenten»?“
„Ja,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Na also,“ fuhr Wladislaw Jurjewitsch fort. „Genau das Gleiche ist Pasko passiert.“
„Wenn er abgeworben ist,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™, „dann soll diese Schule angeblich quasi illegal sein?“
„Im Gegenteil, völlig legal!“ sagte Wladislaw Jurjewitsch schon ganz leise. „Sie wird doch vom State Department finanziert!“
„Wozu?!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ wieder aus. „Seid Ihr schon völlig abgedreht, was?! Bereitet Ihr für mich die Revolution vor?!“
„Umgekehrt,“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch. „Wir machen potenzielle Revolutionäre unschädlich. Wir erklären ihnen die Parteipolitik und so. Unser Tölpel hat da neulich eine Vorlesung gehalten. Der über Dich im Internet verschiedene Schweinereien schreibt. Unsere anderen Kollegen tragen auch vor… Mascha Sergejewa bereitet zum Beispiel ihre Vorlesung vor.“
„Na und?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Schlägst Du mir etwa vor, auch dorthin lernen gehen? Mit der Jugend zusammen?“
„Warum nicht eigentlich,“ sprach Wladislaw Jurjewitsch. „Wir lassen Dich etwas schminken, wenn nötig…“
„Ich überlege es mir,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ trocken und schaltete die Verbindung ab.
„Das ist der Teufel weiß was!“ brummte er, die Tastatur des Computers immer noch voller Ekel ansehend.



Thursday, March 5, 2009 11:18:50

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin ins Büro des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew hinein. In den Händen hielt Wladimir Wladimirowitsch™ eine kleine Metallschachtel mit einem kleinen Zifferblatt in der Mitte.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und legte die Schachtel auf den Boden des Präsidentenbüros. „Steig mal darauf…“
„Wladimir Wladimirowitsch™!“ rief Dmitri Anatoljewitsch. „Bratello! Was soll es? Ich bin doch der Präsident und kein Iwan von der Straße!...“
„Schon gut, schon gut…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du bist der Präsident, stimmt, der Präsident, ja… Entschuldigung. Los, steig auf, Du…“
Dmitri Anatoljewitsch winkte mit seiner Präsidentenhand zornig ab, stand vom Tische auf, kam an Wladimir Wladimirowitsch™ heran und stieg auf die Metallschachtel.
Das Zünglein schlug ein paar mal herüber und hinüber und blieb zwischen den Ziffern 5 und 6 stehen.
„Vierundfünfzig,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Steig hinunter.“
Der Präsident stieg von der Schachtel hinunter.
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm die Schachtel und begab sich in Richtung Ausgang.
„Hör mal, Bratello,“ fragte der Präsident etwas verwirrt. „Was ist das für ein Gerät?“
„Es ist eine Waage,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Sie misst das politische Gewicht.“
„Und wie viel hast Du davon?“ fragte Dmitri Anatoljewitsch.
„Ich habe mehr davon,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und ging aus dem Büro hinaus.



Tuesday, March 3, 2009 12:59:48

Eines Tages feierten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin, der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew und der erste Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow den ersten Jahrestag der Präsidentschaft von Dmitri Anatoljewitsch Medwedew.
Auf dem Tisch vor den Männern standen eine Flasche Wodka „Glawspirttrest“ und eine Dose Püree aus Kabatschki, eine geschälte Zwiebel und eine Hälfte Darnizki Brot lagen auch dabei.
„Die Kost ist aber recht bescheiden,“ schüttelte Dmitri Anatoljewitsch den Kopf.
„Du hast doch das Land in dieses Elend getrieben!“ lachte Wladimir Wladimirowitsch™ und füllte die Wodka-Gläschen.
„Wieso denn ich?“ sagte der Präsident verlegen. „Ich hab’ damit überhaupt nix zu tun!“
„Ich hatte immerhin richtig gesagt,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch und nahm sein Wodka-Gläschen. „Man brauchte Wladimir Wladimirowitsch™ zum Ministerpräsidenten nicht zu machen. Lieber hätte er in seiner Datscha gesessen und gefischt. Dafür wäre er jetzt auf dem weißen Roß zurückgekehrt.““
„Was meinst Du?“ kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht. „Und wie wäre es mit mir?!
„Wollen wir schon mal einen trinken,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und hob sein Wodka-Gläschen. „Also, Bratello… auf den ersten Jahrestag!“
Und nun trank er sofort auf Ex.
Die anderen leerten ihre Gläschen ebenso.
„Wie war es also mit dem Roß?“ fragte der Präsident und aß etwas Kabatschki-Püree nach dem Wodka. „Das weiße Roß halt.“
„Frag lieber Dworkowitsch danach,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Er ist doch Dein Berater.“
„Was soll Dworkowitsch damit?“ kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht.
„Dworkowitsch sagt,“ erklärte Wladislaw Jurjewitsch, „man solle das Establishment wechseln.“
„Ja, wie sieht ’s übrigens mit dem Wechsel des Establishments aus?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Im Prinzip alles ist fertig,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „In den letzten Jahren haben wir genug neue Androiden produziert. Und es gibt drei Varianten. Die erste – das Establishment gegen diese Androiden zu wechseln. Die zweite – die existierenden Androiden gegen neue zu wechseln. Und die dritte Variante lautet – nichts ändern, bloß bei den existierenden Androiden die Gesichtsplatten zu wechseln. Und die neuen Androiden einstweilen außer Betrieb sein lassen – wer weiß, was noch alles passieren kann, sie sollen mal unterdessen auf Vorrat liegen.“
„Mir gefällt am meisten die dritte Variante,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Mir auch,“ sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Alles soll lieber so bleiben, wie es ist.“
„Ich schenk’ nach,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch und füllte die Wodka-Gläschen zum zweiten Mal.
„Und was kosten diese neuen Androiden?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Tja…“ murmelte Wladislaw Jurjewitsch und hob sein Wodka-Gläschen. „Man soll es erst kalkulieren…“
„Mach das mal,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und hob auch sein Gläschen. „ Kalkulier aber sofort den Preis auf dem Sekundärmarkt…“
Dmitri Anatoljewitsch sah die Männer ohne sie zu verstehen an.



Monday, March 2, 2009 16:17:00

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew an.
„Bratello!“ flehte Wladimir Wladimirowitsch™. „Laß mich mal doch gehen! Wie lange kann man mich noch quälen?!“
„Wie soll ich Dich aber gehen lassen?“ sagte Dmitri Anatoljewitsch bestürzt. „Und wer wird Ministerpräsident sein? Schuwalow etwa? Das Volk kennt ihn gar nicht.“
„Ich habe eine passende Kandidatur!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habe eine! Eine wunderbare Kandidatur!“
„Wer ist das?“ fragte der Präsident sofort.
„Mussajew!“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Der Rechtsanwalt Mussajew! Murad!“
„Warum denn?“ kapierte der Präsident nicht. „Er ist doch kein Volkswirt!“
„Ich bin ja auch kein Volkswirt,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich bin ein Spion! Ein Berufsspion!“
„Ist nicht wichtig…“ sagte Dmitri Anatoljewitsch verlegen. „Aber trotzdem… was soll das… ein Tschetschene als Ministerpräsident Rußlands… Man wird es wohl nicht verstehen…“
„Ist doch egal, wer er ist!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Ein Tschetschene, Tatar oder Jude! Hör mal zu, wie er alles erklärt! Ihm glauben doch alle! Das ist eine ideale Wahl!“
„Tja…“ vertiefte sich der Präsident in Gedanken. „Das ist alles so spontan…“
„Was überlegst Du Dir noch?“ schrie Wladimir Wladimirowitsch™ fast. „Der Ministerpräsident Mussajew! Die Geschworenenregierung! Pfui Teufel!... Die Regierung der Volkseintracht! “
„Ramsan wird es uns übernehmen,“ sagte Dmitri Anatoljewitsch plötzlich. „Er möchte es sicher auch.“
Wladimir Wladimirowitsch™ verstummte.
„Bratello!“ sagte der Präsident leise.
„Über Ramsan habe ich vergessen,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und schaltete die Verbindung sofort ab.



Monday, March 2, 2009 15:15:36

Eines Tages aßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin, der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatlojewitsch Medwedew und der erste Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow Bliny. Dazu waren Rotkaviar, Schwarzkaviar, Quappenleber und Wodka serviert.
„Entschuldigt mich, Bratellos,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ plötzlich und trank sein Gläschen Wodka auf Ex.
„Was denn?“ wunderte sich der Präsident.
„Bratello, was ist mit Dir los?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch beunruhigt und sah die Wodkakaraffe schief an. Es blieb noch genug darin übrig.
„Heute ist Verzeihungssonntag,“ erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Man muß alle um Verzeihung bitten. Gundjajew hat es mir gesagt.“
„Sowas…“ sagte Dmitri Anatoljewitsch und schenkte Wodka nach. „Wenn's Gundjajew gesagt hat, braucht man nicht drum bitten.“
„Du bist doch kein russischer Mensch, Dima,“ atmete Wladimir Wladimirowitsch™ auf. „Du schätzt das orthodoxe Christentum nicht.“
„Wegen dieser Krise,“ sagte Dmitri Anatoljewitsch, das Wodka-Gläschen leerend, „wird es in einem Halbjahr kein orthodoxes Christentum mehr geben.“
„Was heißt – es wird es nicht geben?“ staunte Wladislaw Jurjewitsch. „Und was wird es dann geben, wie meinst Du? Katholizimus etwa?“
„Aber geh!“ winkte Wladimir Wladimirowitsch™ ab. „Es wird gar nichts geben. Weder Katholizismus noch Islam noch Buddhismus.“
„Bezüglich des Islams hast Dü aber sicher übertrieben,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Erstens, sie sind sehr viele. Und zweitens – sie brauchen kein Geld, weil es ihnen – ob es eine Krise gibt oder nicht – sowieso egal ist.“
„Ich mag aber Hinduismus,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch und schenkte nochmals Wodka nach. „Da gibt’s viele Götter und alle sind bunt. Es ist recht schön technologisch.“
„Technologisch,“ brummte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du hättest lieber technologisch damit gemacht, was vorhanden ist. Wo ist das Antikrisen-Lichtspielwesen?“
„Wir sind grad' dabei,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch und trank seinen Wodka. „Wir drehen einen Film. Michalkow, Goworuchin und Fjodor Bondartschuk sind Regisseure davon. Die Hauptrolle spielt…“
„Konstantin Habenski,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Und Goscha Kuzenko,“ flechtete der Präsident ein.
„Woher wißt Ihr es?“ staunte Wladislaw Jurjewitsch. „Wir machen ja eigentlich alles heimlich…“
„Na ja, wir wissen es schon, ja-ja, so ist es…“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Wir haben doch keine anderen dafür,“ erklärte der Präsident. „Ein Personalhunger, Du weißt es wohl…“
Der Präsident und der Ministerpräsident brachen in Lachen aus.
Wladslaw Jurjewitsch wurde etwas verlegen.
„Es geht nicht ums Personal,“ erklärte der Vize-Chef der Präsidialadministration. „Sondern um die Popularität. Wir haben Umfragen durchgeführt. Das Volk vertrauet Konstantin Habenski. “
„Gur, gut, es geht schon,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ lachend und schenkte noch Wodka nach. „Wie heißt es nun?“
„Was?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Dein Film also,“ lachte der Präsident. „Der Antikrisenfilm.“
„Ach das,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch und hob das Wodka-Glas. „Slumdog Militionär.“
„Wie?!“ riefen der Präsident und der Ministerpräsident im Chor.
Wladislaw Jurjewitsch trank sofort auf Ex.



Thursday, February 26, 2009 11:30:00

Eines Tages bekam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin einen Anruf vom Minister für Zivilverteidigung, Ausnahmesituationen und Beseitigung von Naturkatastrophenfolgen Sergej Kuschugetowitsch Schojgu.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Sergej Kuschugetowitsch. „Ich hab’ mir folgendes überlegt. Man sollte strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Verneinung des Sieges der UdSSR im Großen Vaterländischen Krieg einführen.“
„Und was ist los?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Verneint jemand diesen Sieg?“
„Natürlich,“ sagte Sergej Kuschugetowitsch. „Solche Leute gibt es.“
„Ich verstehe nicht,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wie kann man den Sieg der UdSSR im Vaterländischen Krieg verneinen? Und wer hat dann gesiegt? Hitler etwa?“
„Wieso Hitler?“ wunderte sich der Minister. „Amerika hat gesiegt! Zusammen mit England!“
„Bratello!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ müde. „Ich habe recht viel zu tun. Man hat noch 400 Milliarden Dollar so zu verteilen, damit es mir keiner übelnimmt. Und Du sprichst mich mit diesem Kram an…“
„Wieso Kram?“ rief Sergej Kuschugetowitsch.
„Es ist deswegen ein Kram,“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ entgegen, „weil Amerika und England schon gar nicht im Großen Vaterländischen Krieg der UdSSR siegen konnten!“
Sergej Kuschugetowitsch schwieg.
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer auf.



Wednesday, February 18, 2009 11:58:56

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum und las die Liste der Präsidentenreserve an Leitungspersonal.
„So,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin, nachdem er die Liste bis zum Ende las. „Alles klar. Ich bin selbstverständlich nicht dabei…“
Wladimir Wladimirowitsch™ legte die Liste auf den Tisch.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel seines Büros auf und der Vorsitzende der Staatsduma, Android Boris Gryslow fuhr auf seinen kleinen Raupen mit leichtem Summen hinein.
„Bratello!“ freute sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Zu mir? Wie in guten alten Zeiten!“
„Es gibt einen Vorschlag,“ klirrte der Android mit metallischer Stimme und seine Manschettenknöpfe leuchteten ab und zu auf.
„Was für einen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ ungeduldig. „Mich wieder zum Präsidenten machen?!“
„Nein,“ antwortete der Vorsitzende. „Ich schlage vor, im Fernen Osten ein Automobilwerk bauen zu lassen!“
„Aber wozu?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Es wird unsere Antwort denjenigen sein,“ summte der Android, „die mit alten japanischen Autos fahren wollen, welche längst entsorgt sein müssten.“
„Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wir haben schon ein Automobilwerk, das Autos produziert, die keiner haben will. Und wir müssen nun diese Autos, die keiner haben will, im ganzen Land weit und breit zustellen, damit das Werk weiter funktioniert, weil wir dreihunderttausend Mitarbeiter nicht auf einmal entlassen können. Du schlägst vor, noch so ein Werk bauen zu lassen und es wird genauso Autos herstellen, die keiner braucht. Wozu? Wir kommen nicht mal zurecht, was man mit diesen machen kann.“
„Es wird unsere Antwort denjenigen sein,“ wiederholte der Vorsitzende, „die mit alten japanischen Autos fahren wollen, welche längst entsorgt sein müssten.“
„Man müsste doch zurücktreten,“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und sah den Android abscheuend an. „Jetzt hätte ich auf Sardinien geangelt…“
„Es wird unsere Antwort denjenigen sein,“ begann der Android wieder, „die mit alten japanischen Autos fahren wollen, welche längst entsorgt sein müssten.“
Wladimir Wladimirowitsch™ stand von seinem Präsidentensessel auf, kam an den Vorsitzenden heran, steckte ihm den Finger ins Ohr und drückte auf etwas.
Der Android wurde für einen Augenblick starr, zwinkerte danach ein paar Mal, machte die Pionierbegrüßung, dann salütierte er, drehte den Kopf rechts-links und öffnete den Mund.
„Wir müssen Rußland einheitlich, stark machen,“ klang der traditionelle Download-Ton des Vorsitzenden. „Es wird unsere Antwort denjenigen sein, die mit alten japanischen Autos fahren wollen, welche längst entsorgt sein müssten.“
Im Zorn schlug Wladimir Wladimirowitsch™ dem Android in den Rücken, dann überlegte er eine Sekunde und trat ihn stark unter das Knie.
„Die Singapur-Filiale des Parteiklubs,“ klirrte der Vorsitzende, „wurde schon beauftragt, einen Investor zu finden.“
„Welche Filiale?!“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ verblüfft. „In Singapur?!“
„Es wird unsere Antwort denjenigen sein,“ begann der Android wieder, „die mit alten japanischen Autos fahren wollen, welche längst entsorgt sein müssten.“
Wladimir Wladimirowitsch™ holte sofort das Regierungsmobiltelefon mit dem Doppeladler anstatt Tastatur heraus und drückte auf den einzigen Rufknopf des ersten Vize-Chefs der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Bratello,“ rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Der Gryslow, er ist grade bei mir, ist wieder kaputtgegangen… Aber das ist nicht das Schlimmste! Er erzählt mit über irgendwelche Singapur-Filiale des Parteiklubs! Was ist das überhaupt?“
„Na ja…“ sagte Wladislaw Jurjewitsch etwas verlegen.
„Was soll das überhaupt?!“ schrie Wladimir Wladimirowitsch™. „Warum weiß ich, ¹1 der Partei, nichts über diese Singapur-Filialen?! Habt Ihr Euch etwa behagliche Ecken im Ausland schon ausgesucht?!“
„Bratello,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch leise. „Tja… Das ist ein Werk da…“
„Was für ein Werk?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Wo man sie produziert,“ erklärte Wladislaw Jurjewitsch.
„Wen?“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ wieder nicht.
„Also… Diese…“ sagte Wladislaw Jurjewitsch schon ganz leise. „Die Androiden.“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah den Vorsitzenden erschrocken an.
„Es wird unsere Antwort denjenigen sein, die mit alten japanischen Autos fahren wollen, welche längst entsorgt sein müssten,“ murmelte der Vorsitzende, über seinem Kopf wirbelte ein dünner Rauch. „Es wird unsere Antwort denjenigen sein, die mit alten japanischen Autos fahren wollen, welche längst entsorgt sein müssten...“



Monday, February 16, 2009 15:55:49

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und hatte einen seltsamen Traum, als schläft Wladimir Wladimirowitsch™ unruhig im Roten Kreml und die bürgerliche Gesellschaft und die Opposition toben heftig um den Kreml herum.
„Putin, Du musst gehen!“ ruft man hinter der Mauer. „Unsere Mädchen schlafen nicht mit denjenigen, die Putin unterstützen!“
Wladimir Wladimirowitsch™ zuckt im Schlaf zusammen.
„Und mit denjenigen, die gegen Putin sind,“ rief man hinter der Mauer, „schlafen unsere Mädchen doch. Mit allen, die gegen ihn sind, schlafen sie! Wir sind doch die Bewegung „Ja!“
Wladimir Wladimirowitsch™ macht die Augen auf und sieht in der Tür eines dunklen Büros Leute mit Fackeln. Das sind Mitarbeiter des Föderalen Wachdienstes. Man hört Lärm in der Ferne.
„Bratello,“ sagen die Leute aus dem Föderalen Wachdienst. „Das Spiel ist verloren. Man muß fliehen.“
„Fliehen?“ kapiert Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Aber warum? Wieso ist es verloren? Wir haben doch so viel Vorräte!“
„Im Kreml ist eine Epidemie ausgebrochen,“ antworten Wladimir Wladimirowitsch™ die Leute mit den Fackeln. „Die Opposition hat die Leichen von Anna Politkowskaja, Stanislaw Markelow und Anastassija Baburowa ausgegraben. Und hat danach diese direkt auf den Sobornaja Platz geschleudert.“
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blass.
„Jetzt ist es aus…“ flüsterte er vor sich hin. „Wir sind verdammt, verdammt, verdammt…“
„Putin!“ rief man hinter der Mauer. „Lieber tritt zurück! Lieber tritt zurück! Lieber tritt zurück!“
Durch die langen Kreml-Fluren liefen mit dampfem Geklopfe die Ratten.



Thursday, February 12, 2009 14:03:50

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in Gedanken vertieft in seinem Arbeitsraum und sah den breiten Ministerpräsidentstisch an. Auf dem Tisch stand ein kleiner Korb, drinnen lagen zwei Scheine – 1 US Dollar und 1Euro jeweils.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums von Wladimir Wladimirowitsch™ auf und der zerzauste Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew betrat das Büro.
„Hör mal, Bratello,“ sagte der Präsident. „Was machst Du jetzt?“
„Ich revidiere den Devisenkorb aus Dollar und Euro. Kauf es mal.“
„Was kostet es?“ fragte Dmitri Anatoljewitsch bereitwillig.
„Vierzig Rubel,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ist in Ordnung,“ nickte Dmitri Anatoljewitsch und holte aus der Tasche sein Portemonnaie heraus.
„Aber so was!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt. „Du hast ein Portemonnaie, echt?“
„Ein Portemonnaie, stimmt,“ nickte der Präsident. „Was hat Dich daran gewundert?“
„Gib mir mal gucken,“ bat Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich hab’ schon lange kein Portemonnaie gesehen…“
Der Präsident zuckte die Achseln und überreichte Wladimir Wladimirowitsch™ sein Portemonnaie.
„Warum bist Du so zerzaust?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und zählte dabei gierig Geldscheine im Portemonnaie des Präsidenten.
„Mit Obama habe ich gespielt,“ antwortete Dmitri Anatoljewitsch. „Die ganze Nacht hindurch.“
„In welchem Sinn – gespielt?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Obama ruft mich also an,“ erzählte Dmitri Anatoljewitsch. „Und er sagt mir nun: Dima, was machst Du jetzt? Ich sage ihm – eigentlich nichts. Er sagt mir – und ich mache auch nichts. Ich bin erst zum Präsidenten geworden, so in dem Sinne, und verstehe noch nicht wirklich, was ich zu machen habe. Und ich sage ihm, dies sei nichts besonderes, seine Verhaltensweise, so. Ich bin schon fast ein Jahr lang als Präsident tätig und verstehe auch noch nicht, was zu machen ist.“
„Und dann wundern sie sich noch, daß die Weltkrise da ist…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin.
„Na gut, weiter,“ fuhr Dmitri Anatoljewitsch, ohne Wladimir Wladimirowitschs™ Bemerkung zu achten. „Nun begannen wir uns zu überlegen, was man mache könnte. Er sagt – wollen wir mal ein Satellitenrennen machen! Ich sage – okay. Man holte die Schaltpulte und es ging los. Es wurde bald langweilig. Dann drehten wir die Satelliten um und richteten sie zu einander zum Rammen, eine Art psychische Attacke.“
„Was für eine Attacke?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Psychische Attacke,“ wiederholte der Präsident. „Wer länger durchhält. Der eine, der wegdreht, hat verloren.“
„Und wer hat als erster weggedreht?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
„Keiner,“ antwortete Dmitri Anatoljewitsch und errötete etwas. „Die beiden haben durchgehalten…“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Dmitri Anatoljewitsch etwas gewundert an.



Tuesday, December 23, 2008 16:02:11

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Präsidenten der Ukraine Wiktor Andrejewitsch Juschtschenko an.
„Sehr geehrter Herr Präsident,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Sagen Sie bitte, wieviel Geld müssen wir, einfache Leute, Ihnen zahlen, damit Sie samt allen Abgeordneten der Obersten Rada, Ministern und Regierungsmitgliedern das Land für immer verlassen und die Ukraine bei ihrer Entwicklung nicht mehr hindern?“
„Fünf Milliarden US Dollar,“ antwortete Wiktor Andrejewitsch sofort.



Wednesday, December 17, 2008 11:23:01

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und hatte einen schrecklichen Traum, als läuft auf Wladimir Wladimirowitsch™ der Mitarbeiter des Caton Institute Andrej Nikolajewitsch Illarionow zu und schreit unaufhörbar:
„Katastrophe! Katastrophe! Katastrophe!“
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde Angst und bange und er erwachte.



Monday, December 15, 2008 17:55:59

Eines Tages aßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew mit einem Nichteinverstandenen zu Mittag zusammen.
„Ich marschiere noch etwas, okay?“ fragte der Nichteinverstandene.
„Vielleicht reicht's schon?“ erkundigte sich der Präsident. „In der letzten Zeit übertreiben Sie mit diesen Marschen.“
„Ist es Euch zu schade?“ erkundigte sich der Nichteinverstandene und warf einen mißtrauischen Blick.
„Sie reden Dummheiten…“ mischte sich Wladimir Wladimirowitsch™ streng ein, aber der Präsident unterbrach ihn.
„Sie, Nichteinverstandener, reden Unsinn und am empörendsten ist natürlich, daß Sie es kategorisch und überzeugt reden. Die Marschen sind mir natürlich nicht zu schade. Aber auch ohne Marschen benehmen Sie sich anstößig.“
Auf den Tisch brachte man die Pute. Der Präsident schenkte Wladimir Wladimirowitsch™ Wodka ein und bot ihn dem Nichteinverstandenen an.
„Ich will nicht. Ich gehe lieber marschieren.“ Sein Gesicht begann ölig zu glänzen, Schweiß trat auf die Stirn, er wurde fröhlicher. Wladimir Wladimirowitschs™ Laune wurde nach dem Wodka auch etwas besser. Sein Blick erhellte sich, er sah den Nichteinverstandenen wohlwollend an.
Der Präsident aber, nachdem er sich stärkte, wurde auf einmal tatgierig.
„Na also, was tun wir heute abend?“ erkundigte er sich beim Nichteinverstandenen.
Der Nichteinverstandene zwinkerte und antwortete darauf:
„Wir gehen marschieren, ist am besten.“
„Jeden Tag marschieren gehen,“ bemerkte Wladimir Wladimirowitsch™ gutmütig, „ist glaube ich recht langweilig. Ich würde an Ihrer Stelle irgendwann mal ins Parlament gehen.“
„Ins Parlament will ich nicht,“ antwortete der Nichteinverstandene feindselig.
„Verzeihen Sie…“ sagte der Präsident. „Warum mögen Sie das Parlament eigentlich nicht?“
Der Nichteinverstandene überlegte sich und stülpte seine Lippen.
„Da stieselt man nur… Man labert und labert rum… Keine Revolution…“
Wladimir Wladimirowitsch™ lehnte sich zurück und brach ins Lachen aus. Der Präsident schüttelte nur den Kopf.
„Sie sollten mal etwas lesen,“ schlug er vor. „Sonst, wissen Sie…“
„Ich lese, ich lese schon,“ antwortete der Nichteinverstandene und marschierte raubgierig durch den Raum.
„Was lesen Sie denn?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Diesen… Wie heißt es ja… Den Briefwechsel von Radsichowski und diesem… Mist, wie heißt er… Schenderowitsch!“
Der Präsident ließ die Gabel mit einem Stück Weißfleisch halbwegs in der Luft hängen, Wladimir Wladimirowitsch™ verschüttete den Wodka. Dem Nichteinverstandenen ist es mittlerweile gelungen, noch einmal durchzumarschieren.
Wladimir Wladimirowitsch™ stützte die Ellenbogen auf den Tisch, sah sich den Nichteinverstandenen genau an und fragte ihn:
„Gestatten Sie die Frage, was können Sie bezüglich der Lektüre sagen?“
Der Nichteinverstandene zuckte die Achseln.
„Ich bin nicht einverstanden.“
„Mit wem? Mit Radsichowski oder mit Schenderowitsch?“
„Mit den beiden,“ antwortete der Nichteinverstandene.



Monday, December 15, 2008 12:51:59

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin an einem runden Tisch im dunklen Saal mit niedriger Decke, tief unter der Erde im Zentrum der Stadt. Neben Wladimir Wladimirowitsch™ saßen am Tisch der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew und der erste Vize-Chef der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow. Noch ein Platz war leer.
„Es ist geschehen,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch langsam. „Die Stunde schlägt. Das Ende der Zeit ist schon nah.“
„Was ist los?“ kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht. „Was?“
„Nur er konnte uns helfen…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™, völlig bleich, und sah dabei den leeren Stuhl an. „Nur er konnte uns helfen und nun ist er nicht mehr da…“
„Was geht überhaupt vor?“ lächelte der Präsident verlegen. „Bratellos! Erklärt mir mal! Ein Atomkrieg etwa?“
„Erklär es ihm,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ kurz.
„Als man das Gebäude des Senats renoviert hatte,“ begann Wladislaw Jurjewitsch, „entdeckte man ein uraltes Versteck. Da war die Bibliothek Iwans des Schrecklichen.“
„Gibt’s nicht…“ glaubte Dmitri Anatoljewitsch nicht. „Warum habt Ihr darüber geschwiegen? Wo ist sie?“
„Wir haben sie verkauft,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Für 500 Milliarden Dollar. Das war eben unser Goldwährungsvorrat.“
„Aber wie denn?“ kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht. „Und Öl?!“
„Es gibt kein Öl,“ flechtete Wladimir Wladimirowitsch™ ein. „Wir tun bloß, als gäbe es Öl. Um die internationale Achtung zu genießen. Aber nicht das ist das Wichtigste. Slawa, sags schon!“
„Was heißt nicht das?!“ regte sich der Präsident auf. „Und was ist dann das Wichtigste?!?“
„In einem alten Buch gab es eine Prophezeiung,“ fuhr Wladislaw Jurjewitsch fort. „Da ging es um die Parusie.“
„Um die Parusie?!?“ rief Dmitri Anatoljewitsch aus.
„Um die Parusie,“ bestätigte Wladislaw Jurjewitsch. „Da war kein exaktes Datum angegeben, dennoch haben wir sofort eine Sonderkomission gegründet. Wir haben sie die Trinität genannt. Die Komission bestand aus uns und dem Patriarch. Wir setzten alle unseren Hoffnungen auf den Patriarch. Er hat versprochen es zu regeln. Und alles war anscheinend still. Nun ist der Patriarch gestorben – und es hat im gleichen Augenblick begonnen.“
„Was hat begonnen?“ kapierte Dmitri Antoljewitsch nicht. „Die Krise?“
„Die Krise ist erst der Anfang,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Zuerst verschwindet Geld. Dann verschwinden Luxury-Sachen. Dann kommt Er und vollzieht das Weltgericht! Kannst Du das Dir vorstellen?!“
„Wir haben beschlossen, es Dir zu erzählen. Wir sind eh die Trinität, einer fehlte uns. Wir haben Dich ausgewählt.“
„Wie seid Ihr aber auf den Gedanken gekommen, daß es schon begonnen hat?“ fragte Dmitri Anatoljewitsch. „Woraus folgt das? Es gab doch schon jede Menge Krisen.“
Wladislaw Jurjewitsch legte wortlos ein Blatt Papier auf den Tisch. Dmitri Anatoljewitsch nahm dieses Blatt und begann zu lesen.
„Liste der Büromitglieder der Bewegung „Solidarität“, las der Präsident. „Boris Nemzow, Garry Kasparow, Wladimir Milow, Ilja Jaschin, Maxim Resnik, Iwan Starikow, Alexandr Ryklin, Denis Bilunow, Olga Kurnossowa, Sergej Davidis, Sergej Schaworonkow, Wladlen Maximow, Oleg Koslowski… Was ist das?“
„Das sind die Apostel,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Sie sind schon hier.“
„Alle zwölf,“ bestätigte Wladislaw Jurjewitsch. „Und Magdalena mit dabei.“
„Wo ist Magdalena?“ kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht und durchflog die Liste noch einmal. „Olga Kurnossowa… Ist sie Magdalena?!“
„Magdalena, ja,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch. „In der Prophezeiung gab es eine Gravüre. Hier ist sie.“
Wladislaw Jurjewitsch legte auf den Tisch noch ein Blatt. Darauf war das Abendmahl Christi abgebildet.
„Und hier,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch, „ist ein Foto von Olga Kurnossowa.“
Wladislaw Jurjewitsch legte das Foto auf den Tisch.
Dmitri Anatoljewitsch verglich sie und schüttelte erstaunt den Kopf.
„Und wer ist Judas?“ fragte der Präsident.
„Koslowski,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Oleg Koslowski. Wir haben versucht mit ihm zu arbeiten, haben ihn einberufen… Weg war er. Wie durch die Mauer durchdringt!“
„Also,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Mein Plan ist folgender. Wir schaffen das Schwurgericht in Sachen Verbrechen gegen das Gewissen ab. Stattdessen führen wir die Dreierkollegien ein. Die Dreierkollegien, die aus Richtern bestehen.“
„Wozu?“ kapierte Dmitri Anatoljewitsch nicht.
„Als Er kommt,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch, „wird Er Hilfe brauchen. Sechs Milliarden Menschen zu richten ist selbst für Ihn anstrengend. Wir werden Ihm dabei also helfen.“
„Das heißt…“ flüsterte der Präsident. „Wir sind ein Dreierkollegium?!“
Wladimir Wladimirowitsch™ und Wladislaw Jurjewitsch nickten, ohne ein Wort zu sagen.
„Cool…“ flüsterte Dmitri Anatoljewitsch. „Der Präsident zu sein ist recht cool…“
Die über dem Tisch hängende Lampe blinkte einmal.



Friday, December 12, 2008 15:08:37

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum. Vor ihm saßen seine Stellvertreter Igor Iwanowitsch Schuwalow und Igor Iwanowitsch Setschin.
„Bratellos,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habe einen wichtigen Regierungsbeschluss gefasst.“
„Na endlich!“ rief Igor Iwanowitsch Setschin aus.
„Gestern war Ramsan bei mir zu Besuch,“ fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ fort. „Er hat mir erzählt, daß es im Kaukasus einen namenslosen Berg gibt. Ich habe beschlossen, ihn „Pik der russischen Geheimdienstler“ zu nennen. Hier ist der Erlass.“
„Bratello,“ sagte Igor Iwanowitsch Schuwalow sanft. „Erlasse unterzeichnet der Präsident.“
Wladimir Wladimirowitsch™ errötete etwas.
„Na gut, laßt es eine Verordnung sein,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Die Form des Beschlusses ist kaum wichtig. Wichtig ist der Beschluss selbst!“
„Hum…“ Igor Iwanowitsch Setschin begann auf seinem Stuhl hin und her zu rutschen. „Der Berg – das ist natürlich schön. Aber wir haben die Krise, Bratello. Man muß etwas unternehmen.“
„Eure Vorschläge?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Man soll tschreswytschajnaja komissija – die Sonderkomission - gründen,“ schlug Igor Iwanowitsch Schuwalow vor. „Für die Bekämpfung der Krise.“
„Tschreswytschajnaja komissija,“ notierte Wladimir Wladimirowitsch™. „So, was soll man noch gründen?“
„Mehr braucht man anscheinend im Moment nichts,“ sagte Igor Iwanowitsch Schuwalow.
„Zu wenig!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Die Komission – das ist schon mal gut, aber zu wenig. Man muß anspruchsvolle Bestrebungen sich zur Aufgabe machen. Ich schlage vor, nazionalnaja komissija po wneschnim dolgam - die Nationale Komission für Außenschulden – zu gründen.“
„Notiert,“ sagte Igor Iwanowitsch Schuwalow.
„Noch haben wir einen Kadermangel,“ flechtete Igor Iwanowitsch Setschin ein. „Eine entsprechende Universität wäre nicht schlecht. Gosudarstwennyj prawitelstwennyj universitet – also die Staatliche Regierungsuniversität stiften.“
„Notiert,“ sagte Igor Iwanowitsch Schuwalow wieder. „Ich würde übrigens auch gerne auf die Zentralbank aufpassen… Und auf die anderen Banken auch… Wer weiß, was alles passieren kann. Laßt uns mal komissija po gosudarstwennym bankam – die Komission für staatliche Banken – gründen.“
„Einverstanden,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „So, was haben wir nun im Endeffekt?“
„Also,“ begann Igor Iwanowitsch Schuwalow vorzulesen. „Tscheka, GPU, NKWD und KGB…“
„Ach du meine Güte…“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Egal was wir machen, ist das Resultat immer dasselbe…“
Die Igor Iwanowitschs schwiegen.



Thursday, December 11, 2008 12:40:25

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum und hörte sich den Radiosender „Echo Moskaus“ an.
„In unserem Land müssen die Ausführer der Exekutive unabhängig sein!“ sprach der Sänger Juri Schewtschuk.
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Rufknopf seines Sekretärs.
„Rufen Sie Schewtschuk gleich an,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Einen Augenblick, bitte,“ antwortete der Sekretär.
„Juri Julianowitsch,“ sagte die Moderatorin der Radiosendung Maria Jegorowna Gajdar. „Wir haben einen Anruf. Wir hören Ihnen zu, bitte.“
„Wladimir Wladimirowitsch™, Schewtschuk an der Strippe,“ sagte der Sekretär.
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm sofort den Hörer ab und drehte den Ton leiser.
„Guten Tag, Juri Julianowitsch,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ihre Stimme ähnelt sehr der des Ministerpräsidenten!“ sagte Maria Jegorowna froh.
„Juri Julianowitsch,“ fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ fort, ohne Maria Jegorowna zu antworten. „Sie sagen also – die unabgängigen Ausführer. Und was verstehen Sie darunter? Sind sie bei uns etwa von jemand abhängig?“
„Aber natürlich!“ rief Juri Julianowitsch aus. „Die Ausfüher hängen der Teufel weiß wovon ab! Eine Halle mieten, sich mit Security-Leuten verabreden, Eintrittskarten absetzen! Wissen Sie, wie schwer es ist, Eintrittskarten abzusetzen?! Und ein Album zu releasen? Da herrscht eine ungeheure Korruption! Schließlich die Werbeblätter, also mal wieder - nur gegen Schmiergeld! Die Ausführer ähneln bei uns den Rudersklaven, sie geben mehr aus als verdienen!“
„Ich kann Sie so gut verstehen,“ atmete Wladimir Wladimirowitsch™ auf. „Auf Wiederhören.“
Und nun legte Wladimir Wladimirowitsch™ den Hörer auf.



Wednesday, December 10, 2008 17:44:59

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und gedenkte dem Patriarch von Moskau und ganz Russland Alexij II.
Auf dem Tisch vor Wladimir Wladimirowitsch™ befand sich ein Platintablett mit eiskalter Flasche Wodka, einem bernsteinfarbigen Glas Rotkaviar und einem Schälchen Schwarzkaviar. Daneben lagen die Hälfte Borodinski Brot und eine Salzgurke.
„Na also…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und setzte das Platinwodkaglas mit zwei Doppeladlern an mattierten Seiten an den Mund.
Plötzlich klingelte das Telefon.
„Ach du Teufel!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus und schämte sich im gleichen Augenblick.
Wladimir Wladimirowitsch™ stellte das Wodkaglas behutsam auf das Tablett und nahm den Hörer ab.
„Was noch?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mißmutig.
„Auwei…“ ertönte im Hörer die Stimme des ersten Vize-Chefs der Präsidialadministration Wladislaw Jurjewitsch Surkow. „Entschuldige, Bratello, ich habe Deine Numer gewohnheitsmäßig gewählt… Ich wollte eigentlich den Präsidenten anrufen…“
„Slawa?“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Komm mal vorbei bei mir. Du fehlst mir, Slawa.“
„Jede Menge Arbeit jetzt…“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Komm lieber Du bei mir vorbei… in zwei Wochen zum Beispiel, passt?“
Wladimir Wladimirowitsch™ wollte ihm antworten, schwieg aber nachdenklich und trank unverzüglich auf Ex.
„Ja, da fällt mir grade was ein,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Brauchst Du vielleicht Minister? Dieser Belych spricht mich immer wieder an, erbettelt irgendwas, man habe ihm die Partei weggenommen so in dem Sinne, man solle nun dafür etwas geben.“
„Ich habe mehr als genug von diesen Ministern…“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und schöpfte Schwarzkaviar. „Ernennt ihn doch zum Gouverneur. In eine depressive Region. Mit seinem ganzen Gesindel der Nichteinverstandenen.“
„Wozu?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Damit sie sich da verdammt scheißenernst blamieren,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und schenkte sich den zweiten Wodka ein.
„Genial!“ flüsterte Wladislaw Jurjewitsch.



Monday, December 8, 2008 15:04:25

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah erschrocken ein Schaubild mit Ölpreisen an.
„Vierundvierzig Dollar,“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Vierundvierzig Dollar pro Barrel! Damit werden wir sicher zu Bettlern werden…“
Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon für die Verbindung mit dem Präsidenten. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer sofort ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die etwas bestürzte Stimme des Präsidenten. „Der Patriarch ist gestorben.“
„Aber geh…“ glaubte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Das heißt also, dass die Stelle sozusagen freigeworden ist? Sehr passend.“
„In welchem Sinne?“ kapierte der Präsident nicht.
„Ich will diese Stelle erhalten,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich will sehr diese Stelle erhalten. Ich habe Angst, Dima. Diese Preise… Ich habe Alpträume davon. Die Inflation, die Geldentwertung, die Arbeitslosigkeit… Ich habe lange genug diesem Land gedient. Nun will ich meine Ruhe haben. Ich will der Patriarch sein! Er tut sowieso nichts und schwenkt nur zweimal pro Jahr sein Weihrauchfaß.“
„Wir haben uns schon aber für eine Kandidatur entschieden,“ stockte der Präsident. „Unser Mann, aus Sankt-Petersburg. Ich meine den Metropoliten Kirill.“
„Bratello!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ flehend. „Sag mir nun, aber ehrlich: willst Du tatsächlich, daß der Patriarch deines Landes ein Mann mit dem Namen Gundjajew wäre?!“
„Tja…“ stockte der Präsident wieder.
„Siehst Du…“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ hart und legte den Hörer auf.



Friday, November 21, 2008 10:47:41

Eines Tages hielt Wladimir Wladimirowitsch™ Putin eine Rede auf dem 10. Parteitag der allrussischen politischen Partei "Einheitliches Russland".
„Die Krise, die als finanzielle Krise begonnen hatte,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™, „wurde vor unseren Augen zur wirtschaftlichen Krise.“
„Nicht schlecht ist der Satz,“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™, sich den Sinn des Gesagten überlegend.



Friday, November 14, 2008 10:46:52

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Vorsitzenden des Ausschusses für Verfassungsrecht und Staatsaufbau der Staatsduma Wladimir Nikolajewitsch Pligin an.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich höre grade einer Radiosendung zu, da wundern sich alle - wohin so eilig? Wofür braucht man drei Beratungen?“
„Gibts da überhaupt über etwas zu beraten?“ wunderte sich Wladimir Nikolajewitsch. „Es sind nur zwei Ziffern zu ändern. Fünf-sechs, fünf-sechs, fünf-sechs. Damit sind drei Beratungen also erledigt, oder?“
Wladimir Wladimirowitsch™ vertiefte sich in Gedanken.



Wednesday, November 12, 2008 14:50:52

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und wartete auf den Besuch des Führers der Großen Al-Fateh Revolution Muammar Gaddafi.
Plötzlich ging die große Tür des Arbeitsraums auf und der Assistent von Wladimir Wladimirowitsch™ kam mit einem Blatt Papier vorsichtig hinein.
„Wladimir Wladimirowitsch™“ sagte der Assistent. „Wir haben soeben einen Telefax aus dem Außenministerium erhalten. Hier steht geschrieben, wie unser Gast zu nennen ist.“
„Und wie soll man ihn nun nennen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mißmutig.
„Bruder Führer Muammar al-Gaddafi,“ las der Assistent vom Blatt ab. „Revolutionsführer.“
Plötzlich kam in den Raum schnell der Führer der Großen Revolution Muammar Gaddafi hinein, mit einem Zelt über die Schulter. Ihm folgten seine Assistenten und ein Dolmetscher.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah das Zelt erstaunt an.
„Bruder,“ flüsterte der Assistent Wladimir Wladimirowitsch™ zu.
„Du bist nicht mein Bruder,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Schwarzarschige Laus. Ach! … Verzeihen Sie… Es ist mir zufällig entschlüpft…“
Der Dolmetscher lächelte verständnisvoll.



Wednesday, November 12, 2008 14:02:25

Eines Tages lösten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew die anfallenden Probleme.
„Was haben wir nun also…“ murmelte Dmitri Anatoljewitsch vor sich hin und nahm nächstes Dokument vom Tisch. „So… Man schreibt, es gebe eine Panne auf dem U-Boot… Genau wie bei Dir…“
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte geheimnisvoll.
„Da sind insgesamt nur zwanzig Leute,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Keine Sorgen.“
Dmitri Anatoljewitsch legte das Dokument beiseite.
„Ich habe hier etwas Interessanteres,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und zeigte Dmitri Anatoljewitsch ein anderes Dokument. „Die Menschenrechtler fordern erneut Lenin begraben.“
„Oh, ich habe es echt satt, diese Menschenrechtler!“ rief Dmitri Anatoljewitsch aus. „Haben sie etwa nichts anderes zu tun? Im Staat gibts jede Menge politische Häftlinge, schwangere Frauen sitzen im Gefängnis! In Inguschetien spielt sich der Teufel weiß was ab. In den Regionen tötet man die Journalisten! Die usbekischen Hausmeister zuletzt! Die usbekischen Hausmeister werden ermordet! Und diese kämpfen immer noch gegen den Leichnam.“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Dmitri Anatoljewitsch interessiert an.
„Du verstehst doch,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise, „daß man ihn früher oder später hinaustragen muß. Sobtschak hatte mir dieses Gebet gegeben. Und ich gebiete es Dir.“
„Hinaustragen können wir ihn in ein paar Sekunden,“ sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Wer wird dann aber anstatt seiner da liegen? Du etwa?“
„Wieso denn ich?“ Wladimir Wladimirowitsch™ errötete ein bißchen. „Es gibt auch verdientere Personen.“
„Wen zum Beispiel?“ fragte Dmitri Anatoljewitsch und zog ein blankes Blatt Stempelpapier für Präsidentenerlasse zu sich.
„Tja… Was weiß ich…“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Also zum Beispiel… fällt leider grade nix ein… der Solschenitzyn, das Luder, ist schon gestorben…“
„Wie wäre es mit Koltschak?“ schlug Dmitri Anatoljewitsch vor.
„Er ist wohl völlig verwesen,“ schüttelte Wladimir Wladimirowitsch™ den Kopf. „Da ist nix zum Demonstrieren übrig geblieben. Wir bräuchten eine moralische Autorität aus denjenigen, die noch leben.“
„Wart mal, was heißt verwesen?“ wunderte sich Dmitri Anatoljewitsch. „Man hatte ihn doch in einem Eisloch ertränkt! Ich habe es selber im Film gesehen. Keiner weiß, wo er ist.“
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte wieder geheimnisvoll.
„Ist das nicht gleich?“ Wladimir Wladimirowitsch™ machte eine merkwürdige Handbewegung in der Luft. „Wollen wir mal eine Autorität aussuchen. Von wem hört man meistens?“
„Chodorkowski,“ zuckte der Präsident seine Achseln.
„Hör mal auf!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Ich frage Dich doch ernst! Wen gibt es noch außer Chodorkowski?“
„Lew Ponomarjow,“ sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Sergej Kowaljow.“
„Was ist das noch für einer?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Schluss mit lustig!“
„Warum nennst Du keinen?“ fragte Dmitri Anatoljewitsch gekränkt. „Schlag Deine Kandidatur vor!“
„Ich überlege es mir,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und vertiefte sich in Gedanken.
Eine Minute lang saßen die Männer ohne ein Wort zu sprechen.
Plötzlich leuchtete Wladimir Wladimirowitsch™ auf.
„Ich habs!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wir müssen da Gorbatschow hinlegen.“
„Wieso Gorbatschow?“ kriegte Dmitri Anatoljewitsch nicht mit.
„Weil Lenin das alles geschafft hatte,“ erklärte Wladimir Wladimirowitsch™, „Und Gorbatschow hatte alles zerstört! Es sieht sehr symbolhaft aus!“
„Ich bin mir da nicht so ganz sicher…“ sagte der Präsident zweifelnd. „Man wird da vorbeigehen und spucken…“
„Auf Lenin wird aber jetzt auch gespuckt,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und es macht trotzdem nichts. So, laß es Gorbatschow sein. Ich ruf ihn gleich an…“
„Warte mal,“ hielt der Präsident Wladimir Wladimirowitsch™ an. „Wollen wir uns noch überlegen?“
„Was gibt’s hier zum Überlegen?“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Das ist eine ausgezeichnete Kandidatur!“
„Und ich möchte,“ sagte der Präsident, „daß die Leute ins Masoleum mit Liebe im Herzen gehen würden.“
„In unserem Land lieben die Leute nur mich,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und ich kann mich im Masoleum sicherlich nicht hinlegen. Ich habe viel Arbeit.“
„Nicht nur Dich liebt man,“ schüttelte der Präsident seinen Kopf.
„Und wen noch?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ lachend. „Dich etwa?“
„Nein, nicht mich,“ sagte Dmitri Anatoljewitsch. „Sondern Pugatschowa. Alla Borissowna Pugatschowa. Wollen wir sie ins Masoleum legen.“
„Genial…“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hör mal, das ist doch wirklich genial!“
Dmitri Anatoljewitsch lächelte verlegen.
„Stell Dir nur vor!“ Wladimir Wladimirowitsch™ sprang von seinem Stuhl auf und begann aufgeregt durch den Raum hin und her zu gehen. „Alla Pugatschowa verlässt die Bühne! Diesmal auf immer! Direktsendung des Ersten Kanals!“
„Das letzte Konzert im Kreml, woraus die Volkskünstlerin das Masoleum zu Fuß erreicht!“ übernahm der Präsident. „Das Einlegen in den Sarg! Der Patriarch wohnt dem Event bei! Das wird wohl megacool sein!“
„Wer ruft Pugatschowa an?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich will es nicht. Man erzählt, sie sei sehr grob, so.“
„Wozu anrufen?“ zuckte Dmitri Anatoljewitsch seine Achseln und holte aus der Tasche seinen Präsidenten-Parker heraus. „Ich schreibe gleich einen Erlass. Und der Präsidentenerlass ist ein Gesetz!“
Dmitri Anatoljewitsch begann nun zu schreiben.



Thursday, November 6, 2008 11:12:19

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in den Arbeitsraum des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew.
Dmitri Anatoljewitsch sprach am Apparat für die Verbindung mit ausländischen Staatsoberhäuptern.
„Euer Öl ist billiger geworden und unser Salo nicht,“ hörte man aus dem Apparat die Stimme des ukrainischen Präsidenten Wiktor Andrejewitsch Juschtschenko.
„Heute ist es billiger geworden, morgen wird 's wieder teurer sein,“ antwortete Dmitri Anatoljewitsch. „Schweine muß man noch züchten, und das Öl – es ist schon da, nimm ’s und verkauf ’s bloß.“
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte und setzte sich auf den Stuhl vor dem breiten Präsidententisch.
„Wir sind eine Demokratie und Ihr seid ein Polizeistaat,“ sprach Wiktor Andrejewitsch.
„In unserem Polizeistaat werden Probleme zivilisiert gelöst und unter Eurer Demokratie – wie bei uns in den neunziger Jahren,“ antwortete Dmitri Anatoljewitsch.
Wladimir Wladimirowitsch™ hob den Daumen hoch.
„Bei uns beträgt die Amtszeit für die Präsidentschaft fünf Jahre und bei Euch nur vier,“ sagte Wiktor Andrejewitsch nach einer kurzen Pause.
Dmitri Anatoljewitsch blickte Wladimir Wladimirowitsch™ fragend an.
Wladimir Wladimirowitsch™ nickte beruhigend.



Wednesday, November 5, 2008 12:51:37

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin im Georgijewskij-Saal des Grossen Kremlpalasts und hörte der Jahresansprache des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew vor der Föderalversammlung zu.
"Nein, sowas," dachte Wladimir Wladimirowitsch™. "Es ist offensichtlich so langweilig, sich die Jahresrede anzuhören..."
Dmitri Anatoljewitsch las seine Rede weiter vor.



Friday, October 31, 2008 12:20:41

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch Putin™ und hatte einen schrecklichen Traum. Er traeumte, alle Menschen auf der Erde sind gestorben und nur Waleria Iljinitschna Nowodworskaja und Maria Iwanowna Arbatowa leben immer noch.



Wednesday, January 9, 2008 12:33:35

Eines Tages stand Wladimir Wladimirowitsch™ Putin neben dem Gebäude ¹1 des Kremls. In der Hand hielt Wladimir Wladimirowitsch™ ein Sektglas.
„Das neue Jahr kommt auf uns also wieder zu,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Es ist das Jahr des völligen Wechsels der obersten Exekutive in Rußland, das Jahr neuer Hoffnungen und neuer Taten. Am Ende dieses Jahres will ich mich an Sie mit ein paar Wünschen wenden. Erstens, vergessen Sie nicht: die russische Macht ist gar nicht schrecklich. Das ist Ihre Macht und Sie können sie nach Ihrem Wunsch gebrauchen. Sie wählen sie selbst – und Sie dürfen von ihr fordern.“
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte, zwinkerte zu und fuhr fort.
„Zweitens, vergessen Sie auch über Ihre eigene Verantwortlichkeit nicht,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Rußland ist unser gemeinsames Land. Und wir - ich und Sie – tragen zusammen die Verantwortung für sein und unser Wohlleben. Arbeiten wir gut, so wird auch Rußland wohl gehen. Und wenn wir über Rußland vergessen, wird kein Rußland mehr existieren. Und drittens, erlauben Sie mir bitte Ihnen eine verantwortungsvolle Wahl im März zu wünschen. Es hängt nur von Ihnen ab, welche Macht Sie sich wählen. Haben Sie alles verstanden, Dmitri Anatoljewitsch?“
Und nun zwinkerte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder zu.



Thursday, December 27, 2007 17:46:29

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und träumte einen seltsamen Traum, als säße er, Wladimir Wladimirowitsch™, in seinem Arbeitsraum im Kreml und bemühte sich zu begreifen, wieso er es nicht schaffte, zum Diktator zu werden.
Plötzlich gehen die hohen Türflügel de Präsidentenarbeitsraums auf und zwei Mädchen und zwei Jungen betreten den Raum.
„Putin, geh weg!“ sagt glockenhell ein Mädchen.
„Warum das noch?“ wundert sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Das ist übrigens mein Arbeitsraum! Wer seid Ihr überhaupt?“
„Ich bin der Kasakow,“ antwortete ein Junge. „Sie ist Paramonowa. Das ist Herr Sboroschenko. Und die Frau Tschubarowa!“
„Tschubarowa?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und notierte sich etwas in seinem Präsidentennotizblock.
„Stimmt, Tschubarowa!“ sagte ein hübsches, ungefähr zwanzig Jahre altes Mädchen und machte einen Schritt vorwärts. „Gibts nicht, kennen Sie etwa meinen Vater nicht? Schon vergessen?!“
„Aber natürlich, natürlich...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wer kennt doch den alten Tschubarow nicht...“
Danach träumte Wladimir Wladimirowitsch™ einen anderen Traum.



Friday, September 7, 2007 12:10:54

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seiner Residenz Nowo-Ogarjowo und frühstückte. Sein Schädel tat ihm weh. Am großen eiförmigen Tisch saß seine Ehegattin ihm gegenüber.
„Wolodja,“ sagte Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin leise. „Ich habe ein ernsthaftes Gespräch zu Dir.“
„Ich will die dritte Präsidentschaftsperiode nicht,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Hättest Du nur selbst versucht, dann hättest Du verstanden, warum zwei Präsidentschaftsperioden vollkommen reichen. Und wozu braucht man es jetzt noch? Wir haben schon alles. Wir werden auf Sardinien leben...“
„Ich meine etwas anderes,“ unterbrach die Ehegattin Wladimir Wladimirowitsch™. „Man hat mir gesagt, Du habest neulich einen Fisch geküsst.“
„Was habe ich geküsst?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Einen Fisch,“ antwortete Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin. „Einen Sterlet oder so.“
„Welchen Sterlet?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was dichtest Du überhaupt? Einmal mit diesem Jungen, jetzt kommt noch der Sterlet dazu...“
„Ja-ja,“ nickte Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin. „Genau so ist es. Zuerst war es mit dem Jungen. Und jetzt ist es schon der Sterlet. Wen willst Du als nächstes küssen? Einen Frosch etwa?“
„Ich hab’ ja gar keinen geküsst!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Weder Jungen noch Fische... Dich liebe ich! Und die Töchter!“
„Du kannst Dich nicht mal dran erinnern,“ atmete Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin auf. „Das beunruhigt mich am meisten. Es geht schon, Du hast einen Jungen geküsst. Oder einen Fisch. Du bist der Präsident, Du bist mit der Arbeit überfordert, wirst müde... Aber dies bleibt gar nicht in Deinem Gedächtnis! Du machst es also bewußtlos! Ich mache mir Sorgen deswegen.“
„Ich mache nichts bewußtlos,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und errötete etwas. „Ich habe doch den roten Knopf.“
„Und wenn Du auf einmal sie küssen wirst?“ rief Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin aus und brach plötzlich in Tränen aus.
„Aber... Was redst Du...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™, stand vom Tisch auf und kam an die Ehegattin heran. „Ljudmila! Ich werde keine Knöpfe küssen, garantiert! Wie kommst Du nur darauf?!...“
„Ich habe es satt!“ weinte Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin. „Ich bin so müde davon, Wolodja! Wann wird nur das alles zu Ende sein?!“
„Im April, glaube ich,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und streichete die Ehegattin über den Kopf. „Und danach fliegen wir nach Sardinien!“
„Wollen wir vielleicht lieber nach Kaliningrad fliegen?“ schluchzte Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin. „Die Mutti besuchen?“
„Kaliningrad werden wir auf dem Hinweg auch besuchen,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™ bereitwillig.
Wladimir Wladimirowitschs™ Ehegattin atmete auf.
Ihre Schultern erbebten noch einige Male, sie schluchzte aber schon nicht mehr.



Tuesday, September 4, 2007 15:49:46

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah sich im Präsidentenfernsehen die Pressekonferenz des Abgeordneten der Staatsduma, des Mitglieds des Obersten Rates der Liberaldemokratischen Partei Rußlands, des Mitglieds des Staatsduma-Ausschusses für Kreditinstitutionen und Finanzmärkte und einer Reihe von Kommissionen Alexej Walentinowitsch Mitrofanow an.
„Für mich ist das ein sehr schwieriger Tag, ich bin sechzehn Jahre lang das Mitglied der LDPR gewesen,“ sprach Alexej Walentinowitsch. „Das ist ein sehr großer Teil meines Lebens, ein ereignisreicher und wichtiger Teil des Lebens. Aber ich übertrete zur «Gerechtes Rußland».“
„Nicht schlecht...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und drückte sofort auf den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wieso ist denn Ljocha, der Mitrofanow, zu Miron überlaufen?“
„Im Rahmen der Rotation der Legislative,“ erklärte Wladislaw Jurjewitsch.
„Im Rahmen der Rotation?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„So ist es,“ bestätigte Wladislaw Jurjewitsch. „Gibt es die Rotation in der Exekutive? Sicher. Der Gouverneur Titow wird zum Senator. Der Gouverneur Prussak wird zum Mitarbeiter der Administration. Der Generalstaatsanwalt wird zum Justizminister. Der Justizminister – zum Generalstaatsanwalt. Wir haben nun auch beschlossen, die Rotation durchzuführen.“
„Es ist interessant... mir gefällt es,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und wer übertritt zu wem?“
„Mitrofanow übertritt zur Partei «Gerechtes Rußland»,“ sprach Wladislaw Jurjewitsch. „Mironow – zur Partei «Bürgerliche Macht». Barschtschewski – zur «Einheitliches Rußland», Schirinowski – zur «Union der Rechten Kräfte», Nemzow – zur LDPR. Sie sind doch auch die Liberalen.“
„Stimmt, sie sind die Liberalen,“ bestätigte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und die Demokraten zugleich.“
„Na also,“ fuhr Wladislaw Jurjewitsch fort. „Gryslow versetzen wir in die KPRF und Sjuganow – in die «Jabloko». Die Sozialdemokraten – zu den Sozialdemokraten.“
„So kompliziert ist das Ganze...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Einfache Lösungen gibt es in der Welt überhaupt nicht,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch.
Wladimir Wladimirowitsch™ schaltete die Verbindung mit Respekt ab.



Tuesday, September 4, 2007 15:08:04

Eines Tages stand Wladimir Wladimirowitsch™ Putin vor dem Spiegel in seinem Arbeitsraum im Kreml und betrachtete seine großen Präsidentenmuskeln. Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer sofort ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die Stimme des Generalstaatsanwalts Juri Jakowlewitsch Tschajka. „Weißt Du, mit den Mördern von Politkowskaja sind wir vollkommen daneben gewesen.“
„Wieso denn?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Stell Dir vor, sie haben alle ein Alibi,“ erklärte Juri Jakowlewitsch. „Wir müssen sie also freilassen.“
„Ein Alibi?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Vielleicht lügen sie alles über dieses Alibi!“
„Denkst Du, sie lügen darüber?“ fragte der Generalstaatsanwalt. „Aber... Warum nicht? Und wenn sie wirklich lügen? Aber natürlich! Natürlich lügen sie! Danke, Bratello!“
Und nun schaltete Juri Jakowlewitsch die Verbindung ab.



Tuesday, September 4, 2007 14:35:03

Eines Tages kickten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Oligarch Alischer Burchanowitsch Usmanow in der Präsidentenresidenz Nowo-Ogarjowo.
„Ich hab’ ihm mehrmals wiederholt,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ schnell, den Ball Alischer Burchanowitsch abspielend. „Guzerijew, sagte ich, kauf mal den Arsenal! Kauf es Dir mal, dadurch wird Dir keine Perle aus der Krone fallen!“
„Und wie hat er drauf reagiert?“ fragte Alischer Burchanowitsch und spielte den Ball an Wladimir Wladimirowitsch™ zurück.
„Er wollte es gar nicht,“ winkte Wladimir Wladimirowitsch™ mit seiner Präsidentenhand ab und spielte den Ball wieder ab. „Roma hat es sich gekauft, und dieser – Nein und basta! Er will nicht – okay, gut so. Will er das Vermögen nicht verwalten – wird er kein Vermögen mehr besitzen... “
Alischer Burchanowitsch wollte schlagen, konnte aber den Ball nicht treffen.
Ein Gedanke ging ihm auf.



Monday, September 3, 2007 15:36:18

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml am breiten Präsidententisch. Ihm gegenüber saß der Generalstaatsanwalt Juri Jakowlewitsch Tschajka.
„Noch haben wir ein Verfahren wegen gesetzwidrigen Handy-Handels eingeleitet,“ berichtete Juri Jakowlewitsch.
„Wegen gesetzwidrigen Handy-Handels?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Gibt es etwa einen berechtigten Handel von eingezogenen Handys?“
„Natürlich,“ nickte der Generalstaatsanwalt. „Wir verkaufen vom Zoll eingezogenes Vermögen. Über den Russischen Fonds für Staatseigentum.“
„Sehr interessant,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Es gibt noch übrigens gesetzwidrige Produktion und den Vertrieb der Pornographie.“
„Stimmt, sowas gibts auch,“ nickte Juri Jakowlewitsch wieder.
„Das heißt, es gibt auch rechtmäßige Produktion und den Vertrieb der Pornographie?“
„Mag sein,“ zuckte der Geeralstaatsanwalt die Achseln. „Prjanischnikow produziert und vertreibt die Pornographie. Und es passiert nichts.“
„Und noch,“ Wladimir Wladimirowitsch™ las etwas in einem Dokument. „Nicht sanktionierte Erscheinungen des Extremismus. Gibt es also auch sanktionierte Erscheinungen des Extremismus?“
Juri Jakowlewitsch schwieg.
„Also,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „In Deinem Kopf herrscht ein vollkommenes Wirwarr. Die Pornographie, die Handys – für den Generalstaatsanwalt sollen es eigentlich keine erwägenswerten Sachen sein... Schreib Dir nieder.“
Der Generalstaatsanwalt machte sofort seinen Notizblock auf, schraubte den Deckel seines Montegrappas auf und bereitete sich vor niederzuschreiben.
„Schreib also,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Wenn ein Geschäftsmann zu transparent wird, ist er schlecht zu sehen. Geschrieben?“
Der Generalstaatsanwalt nickte.
„Und es gibt nichts Schlimmeres als unsichtbaren Geschäftsmann,“ setzte Wladimir Wladimirowitsch™ fort. „Deswegen, sobald der Geschäftsmann vollkommen transparent wird, muß er unverzüglich festgenommen werden.“
„Festgenommen werden?“ staunte Juri Jakowlewitsch. „Aber wozu?“
„Um ihn aus dem Gesichtsfeld nicht zu verlieren, Du Dummerjan!“ erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hast Du Dir alles niedergeschrieben?“
Der Generalstaatsanwalt nickte noch einmal.
„Befolgen!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ kurz und vertiefte sich in seine Unterlagen.



Monday, September 3, 2007 15:36:18

Eines Tages gingen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Generalstaatsanwalt Juri Jakowlewitsch Tschajka durch die gewundenen Kreml-Wege spazieren. Es schien die Sonne letzter Sommertage. Es war kühl.
„Ich schließe nicht aus,“ sprach Juri Jakowlewitsch leise, „daß dieselben Leute am Mord von Paul Chlebnikow und Andrej Koslow mitschuldig sind. Noch mehr, alles zeugt davon, daß dieselben Leute Litwinenko vergifteten und den „Newski Express“ zur Explosion brachten. Sie waren auch in die Organisation der Terrorattentate in Beslan und im Theater-Zentrum an der Dubrowka-Strasse verwickelt. Es sieht so aus, daß sie die Flugzeuge und die Häuser in Moskau in die Luft sprengten. Alles zeugt davon, daß eben diese Bande mit Starowojtowa blutig abrechnete und Listjew ermordete. Sie hatten den Kotljakowskoje Friedhof in die Luft gesprengt und Iwan Kiwelidi vergiftet. Wit überprüfen gerade ihre Mitwirkung am Mord von Dmitri Holodow, Sergej Juschenkow und des Vaters Alexander Men. Wir haben bei ihnen eine Axt gefunden! Und außerdem...“
„Und außerdem?“ blieb Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt stehen.
„Ja,“ sagte Juri Jakowlewitsch ganz leise. „Und außerdem. Bei Ekaterinburg sind die Gebeine von zwei Kindern des letzten russischen Zaren entdeckt worden. Wir können vollkommen sicher vermuten...“
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf.
„Und wir haben also deswegen ein Verfahren eingeleitet...“ redete der Generalstaatsanwalt aus.



Monday, September 3, 2007 15:36:18

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und bedauerte leise, daß der Sommer bereits zu Ende ist. Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums auf und unbekannte Leute betraten einer nach dem anderen den Raum.
„Äh...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor ich hin. „Bratellos! Was geht hier vor?!..“
Die Leute füllten Wladimir Wladimirowitschs™ Arbeitsraum und stellten sich in Reihen den Wänden entlang auf. Als es im Raum praktisch keinen Platz mehr gab, betrat der Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation Juri Jakowlewitsch Tschajka das Büro.
„Wähl Dir aus, Bratello,“ sagte Juri Jakowlewitsch froh und zeigte mit seinen Generalstaatsanwaltshänden auf die Anwesenden.
„Wen soll ich mir auswählen?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Die Mörder von Politkowskaja,“ erklärte Juri Jakowlewitsch. „Wir brauchen mindestens zehn Mann.“
Wladimir Wladimirowitsch™ vertiefte sich in Gedanken.



Thursday, August 9, 2007 12:38:03

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in der Kreml-Kantine und aß Pelmeni mit Essig und saurer Sahne. Plötzlich kam an seinen Präsidententisch der Direktor der Föderalen Behörde für die Kontrolle über den Rauschgiftumsatz Wiktor Wassiljewitsch Tscherkessow heran.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wiktor Wassiljewitsch und nahm eine kleine Kristallkaraffe mit Präsidentenessig in die Hand. „Was hassu hier? Den Essig?“
„Das ist der Essig,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Und weißt du, daß man mit Hilfe von Essig Drogen herstellen kann?“
„Ich weiß es,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder. „Diese Pelmeni – sie sind wie Drogen für mich. Ich esse sie immer wieder und kann nicht stoppen.“
„Pelmeni ohne Wodka,“ sagte Wiktor Wassiljewitsch belehrend, „fressen nur Hunde.“
„Ich darf keinen Wodka trinken,“ atmete Wladimir Wladimirowitsch™ auf. „Ich bin der Präsident. Bei mir unter dem Tisch steht ein Atomknopf im Atomkoffer. Und wenn ich es dabei versehentlich trete?“
„Irgendwie ein sehr komisches Gespräch geht bei uns vor,“ sagte Wiktor Wassiljewitsch nachdenklich.
„Ich denke es auch,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah seine Pelmeni an. „Du sagst also, damit kann man Drogen kochen?“
Wiktor Wassiljewitsch schwieg.



Monday, August 6, 2007 14:14:31

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml, hörte sich Beatles’ White Album an und überlegte sich, welche Antwort auf die Forderung des Außenministers Großbritanniens David Miliband - die Verfassung Rußlands zu ändern - er geben kann.
„You say you’ll change the constitution,” – sang John Lennon sein bekanntes Lied Revolution vor. „Well, you know we all want to change your head.“
„Es ist genial,“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus und schrieb sich sofort in seinen Notizblock nieder:
“Die sollten das Gehirn wechseln, aber nicht die Verfassung.”



Wednesday, August 1, 2007 12:17:38

Eines Tages unterhielt sich Wladimir Wladimirowitsch™ Putin mit dem Oligarchen Oleg Wladimirowitsch Deripaska.
„Deripaska!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Sie wurden beauftragt, sich heute mit Guzerijew zu treffen und mit blödem Lachen zum zweiten Mal eine Milliarde zu fordern, stimmt?“
„Als er mich gesehen hat, ist er sofort auf die andere Seite der Straße übergegangen,“ antwortete Deripaska süffisant.
„So. Alles läuft wie geplant. Der Typ wird nervös. Wir beobachten grade einen Übergang von saublöder Verlegenheit zu grundoser Angst. Ich habe gar keine Zweifel, daß er nachts vom Bett aufspringt und „Mutti, oh liebe Mutti“ vor sich hin murmelt. Es dauert nicht lange, noch ein ganz kleines Bischen, noch ein Handschlag – und er ist schon ganz fertig. Weinend kriecht er dann zum Geschirrschrank und holt daraus ein Tellerchen mit blauer Kante...“
Wladimir Wladimirowitsch™ blinzelte Deripaska zu.



Tuesday, July 31, 2007 11:39:22

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und hatte einen seltsamen Traum. Wladimir Wladimirowitsch™ sitzt im Raum eines Psychiaters und ihm gegenüber steht an einem großen medizinischen Tisch der TV-Star Larry King im Kittel, mit einer Mütze.
„Was ist mit Ihrer Journalistin passiert?“ fragt Larry King Wladimir Wladimirowitsch™.
„Sie ist etwas krank geworden,“ antwortet Wladimir Wladimirowitsch™.



Thursday, July 26, 2007 14:35:16

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in die Werkstatt des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow. Wladislaw Jurjewitsch Surkow, im weißen Kittel, stand neben einem auf dem Operationstisch liegenden halb auseinandergebauten Android und fummelte in seinem Kopf mit einer wie die Axt großen Lötkolbe.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah die Werkstatt um. „Was werden wir mit der dritten Präsidentschaftsperiode machen?“
„Wir dürfen es nicht,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Man wird sowas nicht verstehen.“
Wladimir Wladimirowitsch™ kam an die große Psychotronkanone, die am Fenster stand, heran.
„Und noch dazu,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Man muß in diesem Fall die Verfassung ändern. Und selbst dies ist nicht das Schlimmste, die Verfassung können wir schon ändern. Aber wie soll man das den Leuten erklären?“
„Ihre Hirne muß man ihnen wechseln und nicht die Verfassung ändern,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und streichelte dabei liebevoll mit seiner Präsidentenhand über die glatte Stahlseite der Psychotronkanone.
Wladislaw Jurjewitsch antwortete nichts.



Tuesday, July 24, 2007 12:33:02

Eines Tages führten Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Außenminister Sergej Wiktorowitsch Lawrow eine Arbeitsversammlung durch.
„Nun,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™, „Welche Antworten haben wir noch vorbereitet?“
„Es gibt einige Ideen dazu,“ nickte Sergej Wiktorowitsch. „Man kann zum Beispiel Ihre Pressekonferenz veranstalten. Dies zieht die Aufmerksamkeit der ganzen Welt an.“
„Und was werde ich da berichten?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Sie werden den Inhalt des siebten Harry Potter Buches nacherzählen,“ antwortete der Außenminister und legte vor Wladimir Wladimirowitsch™ einen dicken Band.
„Das ist zu heftig,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ zweifelnd, als er das Buch in die Hände nahm. „Gibt es noch etwas?“
„Ja,“ nickte Sergej Wiktorowitsch wieder. „Die englischen Minister erklären einer nach dem anderen, sie haben in der Jugend Cannabis geraucht. Sieben Personen haben es schon gestanden.“
„Na und?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Unsere Minister sollen dasselbe erklären,“ sagte Sergej Wiktorowitsch. „Sowas wird minimale und empfängerbezogene Antwort zugleich sein.“
Wladimir Wladimirowitsch™ vertiefte sich in Gedanken.



Friday, July 20, 2007 13:02:46

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah sich im Präsidentenfernsehen an, wie sich der Präsident der Republik Moldawien Wladimir Nikolajewitsch Woronin mit Erzpriestern unterhält.
„Die kommunistische Ideologie und die christliche Doktrin haben sehr viel gemeinsame Punkte,“ sprach Wladimir Nikolajewitsch, „und wir, Kommunisten, halten Jesus Christus für den ersten Kommunisten.“
„So ein Spinner...“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Onischtschenko hat ihren Wein mit Recht verboten. Wer weiß, wozu es führen kann...“
„Nirgends,“ erzählte Wladimir Nikolajewitsch den Erzpriestern, „weder im Alten noch im Neuen Testament finden Sie etwas Schlechtes über die Kommunisten.“
„Genial...“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und drückte sofort den Rufknopf seines Präsidentenpatriarchen von ganz Rußland Alexij II.
„Hör mal, Eminenz,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ schnell. „Sag mal, steht in der Bibel etwas über die Partei „Einheitliches Rußland“ geschrieben?“
„Wa-a-as?!“ staunte der Patriarch. „Mein Sohn, ich glaube, Du hast wohl lange nicht gebeichtet.“
„Also da steht nichts darüber geschrieben?“ freute sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Natürlich nicht,“ antwortete der Patriarch. „In der Bibel steht geschrieben, daß...“
„Is’ ja egal, was da geschrieben steht,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Hauptsache, da gibts keine schlechten Sachen über die Partei „Einheitliches Rußland“.
Wladimir Wladimirowitsch™ schaltete die Verbindung sofort ab und drückte den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ froh. „Du, stell Dir vor, in der Bibel steht nichts Negatives über die Partei „Einheitliches Rußland“ geschrieben.“
„Na und?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Und das heißt,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ feierlich, „daß man jetzt sagen kann, daß Jesus Christus der erste Vertreter von „Einheitliches Rußland“ war!“
„Und der Jesus...“ murmelte Wladislaw Jurjewitsch. „War er etwa auch ein Android?“
Wladimir Wladimirowitsch™ verstummte.



Friday, July 20, 2007 13:02:46

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah sich im Präsidentenfernsehen an, wie die Mitglieder einer Sondereinheit der Miliz mit schwarzen Masken, bewaffnet mit Maschinenpistolen, den Bürgermeister der Stadt Archangelsk Alexandr Wiktorowitsch Donskoj, der nur eine Unterhose anhatte, aus dem Treppenhaus hinausschleppen.
„Na sowas...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Das heißt ein Konflikt mit dem Gouverneur...“
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Rufknopf des Generalstaatsanwalts Juri Jakowlewitsch Tschajka.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was hat dieser Bürgermeister angerichtet, daß eine ganze Armee gekommen ist, um ihn zu verhaften?“
„Na ja, erstens,“ antwortete der Generalstaatsanwalt, „will er der Präsident sein.“
„Na und?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Das ist doch gut. Bei uns will keiner Präsident sein, vielleicht stimmt wenigstens dieser zu. Wozu muß man ihn unbedingt ins Gefängnis bringen?“
„Zweitens,“ fuhr Juri Jakowlewitsch fort, „hat er seine Leibwache aus dem Stadthaushalt bezahlt.“
„Bratello,“ stöhnte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich bitt’ Dich! Aus dem Stadthaushalt... So ein Verbrechen, äh...“
„Und schließlich,“ sagte der Generalstaatsanwalt leise, „Ich wollte es Dir nicht erzählen, aber... Er hat sein Universitätsdiplom gefälscht.“
„Diplom gefälscht?!?“ Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blaß, danach errötete er und stand von seinem Präsidententisch auf. „Dafür zu töten wäre noch recht menschlich!!!“
Juri Jakowlewitsch schwieg verständnisvoll.



Friday, July 20, 2007 13:02:46

Eines Tages rief Wladimir Wladimirowitsch™ Putin den Außenminister Sergej Wiktorowitsch Lawrow an.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Habt Ihr nun Euch eine asymmetrische Antwort für Großbritannien einfallen lassen? Weißt Du, die Zeit läuft, die Presse wartet...“
„Jawohl, Wladimir Wladimirowitsch™,“ antwortete Sergej Wiktorowitsch. „Dafür braucht man aber, daß jemand Roman Arkadjewitsch Abramowitsch gewichtig bittet...“
„Bitten können wir ihn schon,“ unterbrach Wladimir Wladimirowitsch™ den Minister. „Und was ist der Kern der Antwort?“
„Wir haben vor, Roman Arkadjewitsch darum zu bitten,“ erklärte der Außenminister, „daß er die Mannschaft von Chelsea mit russischen Fußballspielern komplettiert. Und dann sollen sie mal dort spielen.“
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer von seinem Präsidentenohr ab und sah ihn erstaunt an. Dann drückte er ihn wieder ans Ohr.
„Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Das ist doch genial! Und dann sollen sie mal dort spielen!“
„Sollen sie spielen...“ sagte Sergej Wiktorowitsch vorsichtig.
„Sollen sie spielen!“ brach Wladimir Wladimirowitsch™ in Lachen aus.
„Sollen sie spielen!“ lachte Sergej Wiktorowitsch erleichtert.
„Das wäre eine Nationalschande!“ freute sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Hör mal, möchtest Du zum Präsidenten werden?“
Sergej Wiktorowitsch verstummte plötzlich.



Tuesday, July 17, 2007 11:54:42

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las froh einen Bericht der amerikanischen Experten der Ölbranche, in dem ein Preis von hundertfünfzig Dollar pro Barrel prophezeit war.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums auf und der Außenminister Sergej Wiktorowitsch Lawrow betrat behutsam das Büro.
„Bratello,“ sagte Sergej Wiktorowitsch aufgeregt. „Großbritannien hat die Ausweisung von vier russischen Diplomaten angekündigt. Wir sollten mal darauf reagieren. Ich schlage vor, sechs englische Diplomaten und den englischen Botschafter auszuweisen. Noch mehr, er will über so etwas mit unseren russischen Bloggern sprechen. “
„Mit den Bloggern?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Und wozu?“
„Ich weiß es nicht,“ zuckte der Minister mit den Achseln. „Aber mir persönlich gefällt das Ganze nicht. Man soll vielleicht sogar acht Diplomaten ausweisen...“
„Man braucht nicht acht Diplomaten auszuweisen,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Man hat nur einen Mann auszuweisen, und nicht aus Rußland, sondern aus London.“
„Wie denn – aus London?“ kapierte Sergej Wiktorowitsch nicht. „Wen?!“
„Schreib nieder,“ erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Abramowitsch Roman Arkadjewitsch. Und dann schauen wir mal, wie sie es finden.“
Der Außenminister sah Wladimir Wladimirowitsch™ respektvoll an.



Friday, July 6, 2007 16:30:08

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las begeistert in der Presse, wer und wieviel Geld in die Olympischen Spiele in Sotschi investieren wird. Der Vorsitzende des Direktorenrates der Firma „Basowy Element“ Oleg Wladimirowitsch Deripaska und der Präsident der geschlossenen Aktiengesellschaft „Holdingowaja kompanija «Interros»“ Wladimir Olegowitsch Potanin versprechen zum Beispiel Milliarden Dollar. Der Präsident der offenen Aktiengesellschaft „Rossijskije schelesnyje dorogi“ Wladimir Iwanowitsch Jakunin verspricht eine O-Bahn bauen zu lassen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der offenen Aktiengesellschaft «RAO «EES Rossii» Anatoli Borissowitsch Tschubajs verspricht seinerseits jede Menge Energie zu gewähren.
Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer sofort ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die Stimme des Vorsitzenden der Geschäftsführung der offenen Aktiengesellschaft «Gasprom» Alexej Borissowitsch Miller. „Ich hab’ mir nun folgendes überlegt...“
„Sotschi zu gasifizieren?“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ sicher. „Alle hundertsiebenundvierzig Kilometer der Seeküste.“
„Aber nein...“ sagte Alexej Borissowitsch. „Das versteht sich von selbst. Ich habe gedacht, vielleicht sollen wir mal mit diesem Piter aufhören, Du?“
„Was meinst Du?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Ich meine unser Bürogebäude,“ erklärte Alexej Borissowitsch. „Da ist es kalt, feucht, im Meer kann man da nicht baden. Und das wichtigste ist die Größe.“
„Welche Größe?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder nicht.
„In Piter geht es um ein Büro mit einer Fläche von bescheidenen dreihundert Quadratmeter – und schon soviel Jammern drum herum,“ sagte Alexej Borissowitsch. „Und in Sotschi lassen wir den größten Wolkenkratzer der Welt aufbauen! Ein Kilometer groß! Und wir nennen ihn „Gasprom-Sotschi“. Man kann es dann aus der Türkei bemerken! Nicht nur aus der Türkei – das ganze Europa wird es mit bloßem Auge sehen! Und oben drauf wird eine Fackel brennen!“
„Die olympische Fackel?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Warum die olympische Fackel?“ antwortete Alexej Borissowitsch. „Eine ganz normale Fackel wird das sein. Eine Gasfackel. Und Europa sieht die Fackel brennen. Das bedeutet, «Gasprom» hat noch genug Erdgas! Dann müssen sie es kaufen. Und während der Olympiade kann man sie auch als olympische Fackel gebrauchen, stimmt...“
„Cool,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Mir gefällt die Idee. Aber wie soll ich das Ganze Walja erklären? Sie schläft und träumt schon von Eurem Bürogebäude und den Gasprom-Steuern.“
„Und was hat Walja dazu überhaupt zu sagen?“ antwortete Alexej Borissowitsch. „Walja ist nur für eine gewisse Zeit da. Und Sotschi und «Gasprom» sind ewig.“
Wladimir Wladimirowitsch™ vertiefte sich in Gedanken.



Wednesday, July 4, 2007 14:48:22

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Präsidentenflugzeug, das aus den Vereinigten Staaten von Amerika zurückflog und überlegte sich, daß ihm eigentlich nichts fehlt. Es gibt dieses Präsidentenflugzeug, mit welchem er jederzeit aus den Vereinigten Staaten von Amerika nach Guatemala fliegen kann. Er gibt Sotschi, wo man die Olympischen Spiele veranstalten kann. Es gibt die alte Labrador-Hündin Koni, das Zwergpferd Wadik, es gibt sogar einen Tölpel, der jeden Tag, na gut, nicht jeden Tag, aber ziemlich oft über ihn, Wladimir Wladimirowitsch™, dumme und gar nicht lustige Anekdötchen im Internet schreibt. Und soll das alles auf einmal spurlos verschwinden? Recht komisch.
„Kann mir bitte jemand ein Bier bringen?“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ durch den ganzen Präsidentenfluggastraum.
Hinter den Türen des Fluggastraums sprang jemand auf und etwas zerbrach.



Wednesday, July 4, 2007 14:48:22

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ und hatte einen seltsamen Traum. In diesem Traum ging Wladimir Wladimirowitsch™ durch die Twerskaja Strasse und sah sich um. Und auf dem Twerskaja Platz, dem Haus des Generalgouverneurs gegenüber, steht ein schönes Denkmal. Auf einem hohen Sockel sieht man ein Pferd mit gesunkenem Kopf und auf dem Pferd sitzt ein schwerer Ritter mit ausgebreitetem Arm und dem Kopf des Bürgermeisters von Moskau Juri Michajlowitsch Luschkow. Und darunter gibt es eine Inschrift: „Der Bürgermeister Juri Langfrist“.



Thursday, May 24, 2007 15:08:28

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und rechnete etwas mit seinem Präsidentenrechenbrett.
„Drei Tage hier,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und legte die Platinrechensteine mit goldenen Doppeladlern an runden mattierten Seiten von links nach rechts um. „Eine Woche... noch eine dazu...“
Wladimir Wladimirowitsch™ markierte etwas in seinem Kalender, danach drückte er unverzüglich auf den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich hab’ nun alles durchgerechnet. Wenn wir den Nachfolger zum Ministerpräsidenten machen wollen, haben wir nur bis zum 10. Juni Zeit.“
„Und was passiert danach?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Danach gehen die Abgeordneten auf Urlaub,“ erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und im Herbst finden schon die Duma-Wahlen statt und so. Man kann es also nur jetzt machen.“
„Bei mir ist es aber noch nicht fertig...“ gab Wladislaw Jurjewitsch zu. „Ich habe den Modul der Legitimität noch nicht fertig gelötet.“
„Macht nichts,“ winkte Wladimir Wladimirowitsch™ mit seiner Präsidentenhand ab. „Wir kommen auch ohne diese Deine Legitimität aus. Los, bau mal alle Deine Teile zusammen, die Schrauben und so – wir werden es präsentieren.“
Und dann schaltete Wladimir Wladimirowitsch™ die Verbindung ab.



Wednesday, May 23, 2007 17:08:33

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin am breiten Präsidententisch in seinem Arbeitsraum im Kreml. An einem kleinen Tisch saß Wladimir Wladimirowitsch™ gegenüber der Chef des Föderalen Zolldienstes Andrej Jurjewitsch Beljaninow.
„So,“ sprach Andrej Jurjewitsch und zog aus seiner Aktentasche gewisse Papiere heraus. „Wir haben nun eine Klage gegen Bank of New York eingereicht. Der Streitwert beträgt zweiundzwanzig Milliarden US-Dollar.“
„Zweiundzwanzig Milliarden?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Wieso denn so wenig?“
„Aber... “ sagte Andrej Jurjewitsch verlegen. „Was heißt wenig?! Zweiundzwanzig Milliarden sind ‘s!“
„Bratello,“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Die Staatsanwaltschaft hat von Chodorkowski dreiundzwanzig Milliarden gefordert! Und hier geht ‘s um die Bank of New York.“
„Na dann...“ murmelte Andrej Jurjewitsch und legte seine Papiere zurück in die Aktentasche. „Soll man um mehr Geld bitten?“
„Nicht bitten, sondern fordern!“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „Man muß sich ambitiöse Ziele setzen! Sie müssen mal eine Trillion auszahlen!“
„Eine Trillion?!“ Andrej Jurjewitsch.
„Eine Trillion!“ Wladimir Wladimirowitsch™ rieb sich froh seine Präsidentenhände. „Bei uns wird jetzt jede Kopeke gezählt.“
Andrej Jurjewitsch errötete.



Tuesday, May 22, 2007 18:20:04

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ in seinem Arbeitsraum im Kreml und las begeistert den Briefwechsel des Vorsitzenden des Verfassungsgerichts Waleri Dmitrijewitsch Sorkin und des Vorsitzenden des Obersten Rates der Partei „Die Bürgerliche Kraft“ Michail Jurjewitsch Barschewski.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums auf und ein mittelgroßer kräftiger bebrillter Mann betrat den Raum.
„Entschuldigung?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Zu wem wollen Sie?“
„Zu Dir, Bratello,“ antwortete der Mann und lächelte. „Zu Dir bin ich gekommen. Geschäftlich halt.“
„Wer sind Sie eigentlich?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Mein Name ist Mawrodi,“ stellte sich der Mann vor. „Sergej Pantelejewitsch Mawrodi. Bin ein Wirtschaftsgenie.“
„Ein Wirtschaftsgenie?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse. „Das ist interessant. Und was können Sie machen?“
„Große Pyramiden kann ich bauen,“ antwortete Sergej Pantelejewitsch und betrachtete aufmerksam die Einrichtung Wladimir Wladimirowitschs™ Arbeitsraums. „MMM, hassu gehört?“
„Habe ich,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das bin ich also, kapiert?“ sagte Sergej Pantelejewitsch.
„Sehr schön,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Dann bin ich auch in einer Angelegenheit zu Ihnen. Wissen Sie, der Stabilisationsfond...“
„Zum Teufel mit Deinem Stabilisationsfonds!“ winkte Sergej Pantelejewitsch ab und kam an Wladimir Wladimirowitschs™ Sessel dicht heran. „Sag mir lieber – bist Du bald fertig?“
„In welchem Sinne?“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Womit bin ich fertig?“
„Na ja, mit Deinem Job hier,“ Sergej Pantelejewitsch zeigte auf den Raum um sich herum. „Weil ich ‘s auch mal möchte.“
„Was möchten Sie?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder nicht.
„Hier ein bischen zu sitzen,“ Sergej Pantelejewitsch stieß Wladimir Wladimirowitschs™ Sessel leicht an. „Zu arbeiten... Denn im Knast sehnte ich mich schon nach einem großen Geschäft...“
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blaß.



Tuesday, May 22, 2007 12:01:08

Eines Tages fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ Putin mit seiner Präsidentenlimousine an der Historischen Moschee in Moskau vorbei. Neben der Moschee standen Leute. Einige davon gingen in die Moschee hinein. Die anderen gingen hinaus.
„Wer sind diese Leute, Genosse Major?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ seinen Präsidentenfahrer.
„Das sind die Moslems,“ antwortete der Fahrer. „Es sieht so aus, als hätten sie sich soeben zum Islam bekannt.“
„Sich zum Islam bekannt?!“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ entsetzt. „Los, gib Gas, Major!“
Nun raste die Präsidentenlimousine weg.



Monday, May 21, 2007 18:00:31

Eines Tages kehrte Wladimir Wladimirowitsch™ Putin aus Samara vom Rußland-EU-Summit zurück. Im Wartesaal des Flughafens Wnukowo-2 sah
Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt den auf einer Bank sitzenden Schachspieler Garri Kimowitsch Kasparow und den Schriftsteller Eduard Weniaminowitsch Limonow.
„Garri!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus und breitete seine Präsidentenarme aus. „Eduard! Was macht Ihr hier?“
„Na ja,“ murmelte Garri Kimowitsch vor sich hin. „Wir wollten nach Samara fliegen. Um am „Marsch der Nichteinverstandenen“ teilzunehmen. Und Deine Modrskerle...“
„Die Jungs!“ fügte Eduard Weniaminowitsch hinzu.
„Deine Jungs haben uns die Tickets weggenommen und gesagt, diese seien angeblich falsch,“ sprach Garri Kimowitsch zu Ende.
„Die Tickets?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Welche Tickets?“
„Für den Flug nach Samara!“ rief Erduard Weniaminowitsch aus. „Sie sagen, sie haben angeblich die Nummern unserer Tickets im Computersystem nicht. Das ist eine Rechtswillkür!“
„Bratellos,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Von welchen Tickets redet Ihr?! Das ist ein Regierungsflughafen. Hier fliegt man ohne Tickets. Nur mit Ausweisen. Natürlich weiß man hier nix über Eure Tickets. Bei den Jungs im System steht über keine Tickets geschrieben.“
„Wa’?!“ Eduard Weniaminowitsch sah Garri Kimowitsch erstaunt an. „Hast Du etwa die Flughäfen verwechselt?!“
„Ich hab’ nichts verwechselt,“ antwortete Garri Kimowitsch Eduard Weniaminowitsch. „Kasjanow hat’s mir gesagt – er fliegt immer von hier aus.“
„Welcher Kasjanow?!“ rief Eduard Weniaminowitsch mit gerungenen Händen aus. „Bist Du nicht ganz dicht, Bratello?! Die Leute warten doch auf uns! Wohin sollen wir jetzt fahren, Du?!“
„Ihr braucht nicht zu fahren,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Nemmt mal mein Flugzeug. Ich brauche es heute nicht mehr.“
„Tickst Du noch richtig?“ staunte Garri Kimowitsch. „Wie stellst Du Dir das vor? Die führenden Persönlichkeiten des „Marschs der Uneinverstandenen“ sind in Samara mit dem Präsidentenflugzeug angekommen!“
„Ich hab’ nicht verstanden,“ zuckte Wladimir Wladimirowitsch™ mit den Achseln. „Wollt Ihr die Tickets haben oder fliegen?“
Eduard Weniaminowitsch und Garri Kimowitsch starrten einander mit hassendem Blick an.
Wladimir Wladimirowitsch™ wartete auf die Antwort.



Monday, May 21, 2007 18:00:31

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin auf der Terrasse seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo, trank Tee mit Honig, mit dem ihn der Bürgermeister Moskaus Juri Michajlowitsch Luschkow belieferte und las in der Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ ein Interview des Verteidigungsministers Anatoli Eduardowitsch Serdjukow.
„Wie sind Ihre Eidrücke von ersten Besuchen der Truppenteile?“ las Wladimir Wladimirowitsch™. „Was möchten Sie im ersten Augenblick ändern – die Einrichtung der Militärsiedlungen, den Kasernenalltag, die Uniform? Die Unifom... Hm...“
Wladimir Wladimirowitsch™ legte die Zeitung beiseite, nahm vom Tisch sein Regierungsmobiltelefon mit goldenem Doppeladler anstatt Tastatur und drückte auf den Rufknopf des Verteidigungsministers darauf.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer. „Du hast mir doch zunächst gesagt, man solle in der Armee Nachttische und Bette wechseln. Und jetzt sagst Du, dies solle die Uniform sein. Was is’?“
„Die Nachttische und Bette sind in Produktion,“ antwortete der Verteidigungsminister. „Da braucht man sich nicht drum kümmern. Aber einige lassen sich aufgesetzte Taschen annähen und Ärmel verengen! Also sowas... Sowas lassen wir nicht zu!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah den Hörer verwundert an und schaltete die Verbindung ab.
„Ich hab’ dies aber schon mal gehört,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und begann wieder die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ zu lesen.



Friday, May 18, 2007 17:47:10

Eines Tages gingen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Patriarch von Moskau und ganz Rußland Alexij II im Kreml spazieren.
„Es ist geschehen, Bratello,“ sprach leise der Patriarch zu Wladimir Wladimirowitsch™. „Wir haben einen Akt über die kanonische Gemeinschaft unterzeichnet. Gleich fängt ein anderes Leben an!“
„Wir haben schon eigentlich ein anderes Leben...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vir sich hin. „Geld haben wir ohne Ende... Es gibt soviel davon... wir haben ‘s verdient...“
„Gib ‘s mir!“ antwortete der Patriarch. „Bei mir verfällt ‘s nicht! Wir lassen jede Menge Klöster bauen! Fangen an zu missionieren. Rom bringen wir das orthodoxe Christentum bei!“
„Ist etwa sowas erlaubt?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Alles hängt vom Gottes Willen ab,“ antwortete der Patriarch. „Wenn ‘s natürlich Geld gibt. Ansonsten hängt alles vom Gottes Willen ab, so ist es.“
„Wenn ich mich nur auch mit so etwas ins Gedächtnis der Leute einprägen könnte...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Etwas vereinigen. Ich wollte zum Beispiel Rußland mit der Ukraine und Weißrußland vereinigen. Und es klappt doch nich!“
„Du hast bloß zu wenig Zeit dafür,“ der Patriarch blieb stehen und sah Wladimir Wladimirowitsch™ mit weisem Blick an. „Ich bin lebenslang gewählt – deswegen habe ich es geschafft. Und Du sollst auch auf die Lebensdauer Präsident bleiben – dann wirst Du die Länder sicher vereinigen können.“
„Und Du redest auch dasselbe...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ traurig. „Deswegen seid Ihr eben auf die Lebensdauer gewählt, weil Ihr wie vor Tausend Jahren lebt. Ihr beleuchtet mit Kerzen herum und lest immer dasselbe Buch in altslawischer Sprache. Die Welt hat sich geändert! Schau Dich um!“
Nun zeigte Wladimir Wladimirowitsch™ mit seiner Präsidentenhand auf die Bauten des Moskauer Kremls.
Der Patriarch folgte mit dem Blick der Hand und sah Wladimir Wladimirowitsch™ verwundert an.



Wednesday, May 16, 2007 12:01:12

Eines Tages schlief Wladimir Wladimirowitsch™ und hatte einen seltsamen Traum, in dem Wladimir Wladimirowitsch™ mit einem Zug aus der Stadt Tschita nach Tscheljabinsk fährt, und in diesem Zug fahren noch hundertsechzig betrunkene Unteroffiziere mit.
„Hör mal, Bratello,“ sprach einer der Unteroffiziere zu Wladimir Wladimirowitsch™. „Möchtest Du Wodka?“
„Nein, danke,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich trinke keinen Alkohol.“
„Du trinkst nicht, echt?!“ staunte der Unteroffizier, sah die anderen Unteroffiziere um und sprach zu ihnen: „Habt Ihr gehört?! Er trinkt keinen Alkohol!“
„Er respektiert uns einfach nicht,“ sprach ein anderer Unteroffizier.
„Und wollen wir ihm mal in die Fresse hauen!“ sagte der dritte Unteroffizier.
„Ich bin der Präsident!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Ich bin der stärkste Judo-Kämpfer im Kreml!“
„Und ich bin ein russischer Unteroffizier,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ einer der Unteroffiziere und stand dabei von seinem Platz auf. „Und gleich...“
Da erwachte Wladimir Wladimirowitsch™ plötzlich.
„Träume gibts aber manchmal...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Und noch... Es ist interessant – was wollte ich in Tschita? Etwa zu Mischenka zu Besuch gefahren?..“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah seine Präsidentenuhr an, dann – die daneben ruhig schlafende Ehegattin, lächelte und schlief wieder ein.
Und nun träumte Wladimir Wladimirowitsch™, als kämen zum Zug an der Haltestelle in Ulan-Ude zweihundertfüngzig buddhistische Milizmänner...



Tuesday, May 15, 2007 16:44:19

Eines Tages bekam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin einen Anruf vom Präsidenten Frankreichs Jacques Chirac.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Jacques Chirac. „Sag mal, was wirst Du machen, wenn Du schon kein Präsident mehr sein wirst?“
„Ich weiß es noch nicht,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich werd’ mir schon einen Platz in der Reihe finden.“
„Übrigens kannst Du Dich zu uns gesellen,“ schlug Jacques Chirac vor. „Ich habe gerade eine Stiftung gegründet. Wie Clinton etwa. Ich werde mich mit Problemen der globalen Erwärmung beschäftigen.“
„Mit Problemen der globalen Erwärmung?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse. „Das ist interessant. Villeicht soll ich mal auch mit so etwas anfangen? Tja, das ist interessant, recht interessant... Ich hab nun eine Yacht...“
„Eine Yacht hast Du?“ staunte Jacques Chirac. „Aber woher?“
„Na ja...“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ verlegen. „Ich möchte sie erst kaufen... Ich hab’ dafür viel gespart... Ich hab’ also vor, mir eine Yacht zu kaufen. Aber wo soll ich nur damit fahren?! Das gesamte Mittelmeer habe ich schon hin und zurück durchquert.“
„Womit denn?“ kapierte Jacques Chirac nicht. „Du sagst doch, Du willst Dir die Yacht erst kaufen.“
„Ääh...“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ wieder verlegen. „Das ist übrigens ein militärisches Geheimnis... Aber Dir sage ich es... Das war eine
U-... Yacht... Mist, ein U-Boot war ‘s.“
„Was haben aber die russischen U-Boote im Mittelmeer zu suchen?“ staunte Jacques Chirac noch mehr.
„Spielt keine Rolle. Sie schwimmen da,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ etwas nervös. „Unter dem Wasser.“
„Das ist seltsam...“ murmelte Jacques Chirac nachdenklich vor sich hin. „Wozu willst Du Dich dann aber mit Problemen der globalen Erwärmung beschäftigen?“
„Was heißt wozu?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Wir lassen das arktische Eis... sozusagen... schmelzen und werden da mit den Yachten schwimmen. Da gibts doch so viel Interessantes! Und mit der Yacht kommt man nicht hin, nur mit dem Eisbrecher. Hast Du gehört, bei uns ist ein Haifisch in die Newa hineingeschwommen!“
„Wart’ mal,“ verstand Jacques Chirac nicht. „Bei mir ist gerade das Gegenteil der Punkt – gegen die globale Erwärmung zu kämpfen. Man darf nicht das arktische Eis schmelzen lassen! Dabei wird doch Rußland überflutet!“
„Bratello!“ lachte Wladimir Wladimirowitsch™. „Es wird aber nach 2008 überflutet!“
„Na und?“ fragte Jacques Chirac.
„Und dann geht das mich gar nicht an!“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich achte die Verfassung! Also trag’ mich in die Liste der Teilnehmer deiner Stiftung ein. Dies wird eben mein Platz in der Reihe sein.“
Und dann legte Wladimir Wladimirowitsch™ den Hörer auf.



Monday, October 9, 2006 16:30:59

Eines Tages gingen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und sein Präsidentenzwergpferd Wadik über ein grünes Feld bei Moskau spazieren.
„Ich bin ein Georgier,“ sprach Wadik und sah traurig nasses Gras an. „Wadiko heiße ich.“
„Wieso bist Du denn ein Georgier?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ich bin doch ein Falabella,“ antwortete Wadik.
„Na dann - Koffer, Bahnhof, Tbilisi,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und schüttelte die Wassertropfen von seinem Präsidentenanzug ab. „Macht nichts. Du taugst eh für nix. Du frißt nur staatlichen Hafer und äußerst antistaatliche Meinungen... So ein Siwka-Burka, mein Gott!“
„Ich kann vieles,“ antwortete das Pferd traurig.
„Was, was kannst Du zum Beispiel?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du kannst nicht mal an Rennen teilnehmen. Und wer hat noch gestern gesagt, er möchte seinen Namen gegen Anna wechseln?“
„Ich kann sprechen,“ antwortete Wadik. „Bliny kann ich backen. Und noch spüre ich Atomexplosionen auf der ganzen Erde.“
„Wa-a-as?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Die Atomexplosionen,“ antwortete das Pferd. „Zum Beispiel, jetzt gab es eine Explosion in Korea... Sprengkraft fünf bis fünfzehn Kilotonnen.“
Wladimir Wladimirowitsch™ blieb stehen und blickte erstaunt auf sein Präsidentenzwergpferd.



Monday, October 9, 2006 15:27:44

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und rief die Moskauer Schulen der Reihe nach an.
„Hallo?“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™, als er noch eine Nummer aus seinem dicken Telefonbuch wählte. „Äh... Entschuldigen Sie. Gibt es in Ihrer Schule Kinder mit georgischen Namen? Sagen wir mal, mit „-schwili“ am Ende oder so? Nein? Ich glaube das nicht! Äh! Wohin willst Du?! Wißt Ihr, wer mit Ihr spricht?... Hm...“
Wladimir Wladimirowitsch™ zuckte bestürzt die Achseln und legte den Hörer auf.
Plötzlich gingen die hohen Türen des Präsidentenarbeitsraums auf und der FSB-Chef Nikolaj Platonowitsch Patruschew lief in den Raum hinein.
„Bratello!“ schrie Nikolaj Platonowitsch. „Terroristen haben ein Flugzeug entführt! Es fliegt in Richtung Kreml! Da sind Kamikazes drin!“
„Kamikazes?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und schrieb etwas auf das Blatt Stempelpapier. „Rufen Sie Tschajka an, die Kamikazes sollen zurück nach Georgien ausgeliefert werden.“
Nikolaj Platonowitsch stand baff.



Monday, October 9, 2006 15:27:44

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ im Kreis seiner Familie und feierte seinen Präsidentengeburtstag. Am großen runden Tisch saßen die Ehegattin von Wladimir Wladimirowitsch™, seine Töchter Katja und Mascha, die Hündin Koni und das Zwergpferd Wadik. In der Mitte des Tisches stand eine große Geburtstagstorte mit vierundfünfzig brennenden Kerzen.
„Ich danke Euch,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ und hob sein Sektglas mit „Cristall“. „Ich liebe Euch alle sehr.“
Wladimir Wladimirowitsch™ füllte seine Präsidentenlungen mit Luft und wollte schon die Kerzen auspusten, als man plötzlich an die Tür klopfte. Wladimir Wladimirowitsch™ zuckte erstaunt die Achseln, atmete die Luft aus, stellte das Sektglas auf den Tisch, ging ins Vorzimmer und machte die Eingangstür auf.
Auf der Marmorschwelle vor der Tür der Residenz von Wladimir Wladimirowitsch™ lag eine noch warme geschossene Makarow-Hülse und eine kleine Glückwunschkarte mit dem Satz: „Gratuliere zum Geburtstag Bratello. B. L. R.“



Friday, October 6, 2006 11:25:05

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und überlegte sich, was er noch Georgisches dicht machen kann.
„Vielleicht soll man endlich Stalin ausgraben?“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und sah sich um.
„Versuchs mal nur Du Schnösel!“ ertönte plötzlich aus Nichts die weiche Stimme des Generalissimus.
Wladimir Wladimirowitsch™ fuhr auf. Plötzlich gingen die hohen Türen seines Präsidentenarbeitsraums auf und der Vorsitzende der Staatsduma, Android Boris Gryslow fuhr auf seinen kleinen Kettenraupen in den Raum hinein.
„Hör mal, Bratello,“ sagte der Vorsitzende. „Ich hab grade erfahren, daß es föderale und regionale Tiere gibt.“
„Was?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Die Zieselmaus gehört zu föderalen Tieren und die Springmaus – zu regionalen Tieren,“ erklärte der Vorsitzende. „Die Karausche gehört zu regionalen Fischen und der Hecht – zu föderalen.“
„Und?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ wieder nicht.
„Deswegen arbeiten bei regionalen Gewässern zwei Inspektionen: die föderale, die die Hechte schützt und die regionale, die die Karauschen schützt,“ erklärte der Android.
„Ist das wahr, tatsächlich?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Das ist aber genial!“
„Was gibts denn daran geniales?“ summte der Vorsitzende. „Die beiden fordern doch vom Staat ihre Budgets!“
„Mach Dir keine Sorgen wegen der Budgets!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Dafür haben wir Kudrin, er soll sich drumm kümmern. Und die Idee an sich ist gut. Stell Dir mal vor – es gibt zwei Parteien der Macht. Die eine ist föderal und die andere ist regional... Verstehst Du mich?“
Aus dem Kopf des Vorsitzenden stieg ein leichter Rauchstrahl.



Wednesday, September 6, 2006 12:23:57

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin zu einem offiziellen Besuch in die Südafrikanische Republik.
„Hör mal, Bratello,“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ den Präsidenten der Republik Tabo Mbeki. „Wie habt Ihr das Problem der Koexistenz diverser Völker gelöst?“
„Das war ganz einfach,“ antwortete der südafrikanische Präsident. „Wir haben alle Weißhäutigen erhängt und diejenigen, die noch nicht dran waren, sind von alleine gefluchtet.“
„So war es also!“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Sehr interessant... Aber wirklich! Wir sollen auch so etwas unternehmen... In der Art...“
Tabo Mbeki sah Wladimir Wladimirowitsch™ verständnisvoll an.



Monday, September 4, 2006 13:39:00

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las den aktuellen Pressebericht über die Ereignisse im Land.
„Kon-do-po-ga,“ las Wladimir Wladimirowitsch™ silbenweise den Namen einer ihm unbekannten Stadt in Karelien vor. „Stadtnamen gibs aber in Rußland!..“
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums von Wladimir Wladimirowitsch™ auf und der FSB-Chef Nikolaj-Platonowitsch Patruschew betrat mit schnellem Schritt den Raum.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Nikolaj Platonowitsch aufgeregt. „Wir haben ein Problem.“
„Hast Du irgendwann das Wort Kondopoga gehört?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ Nikolaj Platonowitsch.
„Ich bin eben deswegen zu Dir gekommen,“ antwortete der FSB-Direktor. „Das ist also nicht ein einfaches Wort, so ist es.“
„Ein sakrales Wort etwa?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
„Ein tschetschenisches Wort ist das,“ antwortete Nikolaj Platonowitsch im Flüsterton.
„Wie denn?“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Kondopoga ist ein tschetschenischer Name,“ wiederholte der Direktor. „Und Katanandow ist ein tschetschenischer Familienname.“
„Das gibts doch nicht...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ich hab Ramsan angerufen,“ argementierte Nikolaj Platonowitsch.
„Wie kommt es aber dazu?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Wo liegt Tschetschenien – und wo befindet sich Kondopoga?“
„Mit Kondopoga – es geht ja noch,“ atmete der Direktor auf und öffnete eine Mappe auf, die er mitbrachte. „Ich hab hier eine Liste – da wirst Du verrückt!“
„Eine Liste von was?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ erschrocken.
„Die mit tschetschenischen Namen,“ sagte Nikolaj Platonowitsch. „Ramsan hat es mit diktiert. Schau mal her. Perm.“
„Perm?!“ Wladimir Wladimirowitsch™ öffnete weit seine Präsidentenaugen.
„Perm,“ wiederholte Nikolaj Platonowitsch. „Samara. Kysyl. Tula. Ladoga. Twer. Kola. Kostroma. Kaluga. Gelendschik. Waldaj. Astrachan. Kasan. Birobidschan. Mos...“
„Nein!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus.
„Moskau,“ sagte Nikolaj Platonowitsch leise.
„Und Piter?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit gesunkener Stimme.
„Piter!“ lächelte der Direktor. „Piter ist eine russische Stadt!“
In Wladimir Wladimirowitschs™ Augen entflammte Hoffnung.



Thursday, August 31, 2006 12:28:47

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah sich in seinem Präsidentenfernsehen an, wie der Abgeordnete der Moskauer Stadtduma Sergej Sergejewitsch Mitrochin einen Milizmann in den Finger beißt.
„Der gibt Gas!“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™ und streichelte Koni, die ihren Kopf auf seine Präsidentenknie legte. „Und er selbst schreibt noch Gesetze darüber, daß der Besitzer des Hunds dem Besitzer der Waffe gleichen muß... Man muß ihn selbst der Waffe gleich erklären! Und noch... wie hat er es geschrieben... Microchipieren!“
Sergej Sergejewitsch brüllte auf dem Bildschirm.
Plötzlich klingelte in der Tasche von Wladimir Wladimirowitsch™ das Regierungsmobiltelefon. Wladimir Wladimirowitsch™ holte aus der Tasche das Telefon mit dem goldenen Doppeladler anstatt Tastatur und drückte sofort auf die einzige Taste darauf.
„Hör mal, Bratello!“ ertönte im Hörer die ferne und aufgeregte Stimme des ehemaligen Abgeordneten der Staatsduma Boris Abramowitsch Beresowski. „Hast Du dreihundert Millionen?“
„Ich?!“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Bratello, wer von uns beiden ist der Oligarch?“
„Ich bin schon sicher kein Oligarch mehr!“ antwortete Boris Abramowitsch. „Ich bin arm wie eine Kirchenmaus! Ich habe nix! Nur dreihundert Millionen, Bratello!“
„Wozu brauchst Du sie?“ amüsierte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Noch eine Revolution zu organisieren? Die Zelte von Gucci für Majdane zu kaufen?“
„Ich verliere beinahe den Kommersant!“ schluchzte Boris Abramowitsch. „Auf immer, verstehst Du es? Ich bin ganz allein!“
„Warte mal,“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Du hast doch die Zeitung selbst an Badri abgegeben.“
„Ich war blöd!“ schrie Boris Abramowitsch. „So ein Dummkopf! Ich kann ohne Kommersant nicht! Nur dreihundert Millionen!“
„Dreihundert Millionen...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ist ein bißchen zu teuer. Weißt Du was... Verschaff da Albaz einen Arbeitsplatz. Kennst Du Albaz?“
Im Hörer war nur Boris Abramowitschs ratloses Schluchzen yu hören.
„Mach das mal, machs schon,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ beruhigend. „Dann sinkt der Preis sofort, glaub mir das. Und danach können wir uns darüber wieder unterhalten.“
Wladimir Wladimirowitsch™ schaltete die Verbindung ab und wählte sofort die Nummer des Generaldirektors des "Gasprominvestholding" Alischer Burchanowitsch Usmanow.



Wednesday, August 30, 2006 15:45:05

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Vize-Chef seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow in einem Arbeitsraum im Kreml und versuchten einen Namen für die neue vereingite politische Partei auszudenken.
„Das Leben der Heimat,“ schlug Wladimir Wladimirowitsch™ vor. „Oder die Heimat des Lebens.“
„Man braucht, daß die Rentner auch miterwähnt wären,“ korrigierte Wladislaw Jurjewitsch. „Zum Beispiel, die Heimat des Rentnerlebens.“
„Oder das Leben der Rentner der Heimat,“ machte Wladimir Wladimirowitsch™ einen neuen Vorschlag.
„Das geht nicht,“ antwortete etwas vor sich hin geflüstert Wladislaw Jurjewitsch. „Wie meinst Du, gibts jemand, der für einen Landesrechnungshof seine Stimme abgeben würde?“
„Na dann,“ Wladimir Wladimirowitsch™ stand von seinem Präsidentensessel auf und begann durch den Raum hin und her zu gehen. „Dann laß es Zotow, Mironow und Babakow sein! Erinnerst Du Dich, woraus sich Jabloko gebildet hat? Jawlinski, Boldyrew, Lukin. Und bei uns heißt es – Zotow, Mironow und Babakow!“
„Du hast aber Gedächtnis!“ sagte Wladislaw Jurjewitsch respektvoll. „Es paßt aber trotzdem nicht. Zotow, Mironow und Babakow – abgekürzt ZMB. Wie Zombies etwa...“
„Stimmt, tatsächlich!“ winkte Wladimir Wladimirowitsch™ irritiert ab. „Na... dann vielleicht... Renter, Leben und Heimat? Wie Run Like Hell! Ein recht guter Name für die Partei, ist sehr spannend, findest Du nicht?“
„Geht auch nicht,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Man soll sie so nennen: „Rentner – Partei fürs Leben“. Die „Heimat“ kann man weglassen, das ist eh klar. Abgekürzt – RPL.“
„RPL bedeutet aber die Russische Partei des Lebens,“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Genau so heißt die Partei jetzt! Für sie wird doch keiner votieren mit einem solchen Namen! Wozu haben wir dann überhaupt diese Vereinigung angeleiert?“
„Eben dafür,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch ruhig und sah Wladimir Wladimirowitsch™ direkt in die Augen „Damit für sie keiner votiert.“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Wladislaw Jurjewitsch erstaunt an.



Tuesday, August 29, 2006 13:36:55

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und seine Ehegattin im Konzertsaal der Stadt Sotschi und wohnten einem Konzert des Verdienten Künstlers der Russischen Föderation Philipp Bedrossowitsch Kirkorow bei.
„Vielen Dank, daß Sie in Ihrer Agenda die Zeit gefunden haben, um in diesen Saal zu kommen,“ sprach Philipp Bedrossowitsch. „Ich bedanke mich bei Ihnen ganz herzlich!“
Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte Philipp Bedrossowitsch entgegen.
Dann stieg Philipp Bedrossowitsch in den Saal hinab, lief auf die Ehegattin von Wladimir Wladimirowitsch™ zu und schenkte ihr einen Rosenstrauß.
Wladimir Wladimirowitsch™ und seine Ehegattin begannen sofort an den Blumen zu riechen und zu lächeln. Die daneben sitzenden Zuschauer applaudierten Wladimir Wladimirowitsch™ und seiner Ehegattin.
„Das Konzert ist beendet!“ sagte Philipp Bedrossowitsch ins Mikrophon.
Die Zuschauer standen auf, drehten sich zu Wladimir Wladimirowitsch™ und seiner Ehegattin um und spendeten ihnen heftigen Beifall.
„Wir lieben Sie!“ riefen die Zuschauer Wladimir Wladimirowitsch™ und seiner Ehegattin zu. „Wir lieben Sie!! Wir lieben Sie!!!“
„Ich liebe Sie auch,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ den Zuschauern.
Philipp Bedrossowitsch begab sich hinter die Kulissen. Wladimir Wladimirowitsch™ und seine Ehegattin folgten ihm.
Wladimir Wladimirowitsch™ ging ins Schminkzimmer des Sängers hinein, kam an ihn heran und schenkte ihm einen Strauß aus weiß-roten Teerosen. Danach beugte sich Wladimir Wladimirowitsch™ schnell nieder und schob das Konzert-Hemd von Philipp Bedrossowitsch hoch.
„Wladimir Wladimirowitsch™...“ flüsterte Philipp Bedrossowitsch mit erschrockener Stimme. „Bitte nicht! Was machen Sie?!“
Die Ehegattin von Wladimir Wladimirowitsch™ zog verwundert die Augenbraunen hoch.
Wladimir Wladimirowitsch™ küßte Philipp Bedrossowitschs Bauch, richtete sich ebenso schnell aus und ging aus dem Schminkzimmer hinaus. Die Ehegattin verließ ebenso das Schminkzimmer .
„Wolodenka?!?“ fragte die Ehegattin Wladimir Wladimirowitsch™, völlig schockiert. „Was war das?!?“
„Er ist mir sehr selbstständig, sehr ernst erschienen...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ehrlich gesagt, ich wollte ihn einfach knuddeln wie ein Kätzchen...“
Die Ehegattin sah Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt an.



Monday, August 28, 2006 15:51:09

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seiner Residenz in der Stadt Sotschi und betrachtete die anlaufenden Wellen des Schwarzen Meers. Auf dem Kies, direkt am Wasserrand, lagen in der Sonne Wladimir Wladimirowitschs™ Töchter Katja und Mascha. Neben Wladimir Wladimirowitsch™ stand sein Sekretär und las eine aktuelle Presseübersicht vor.
„Die wegen der Beschuldigung der Organisation einer Explosion auf dem Tscherkisowski Markt verhafteten Personen sind noch an acht Explosionen beteiligt, darunter an einer Explosion im Wartezimmer einer Hellseherin.“
„Einer Hellseherin?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt. „Das ist etwas neues... im russischen Faschismus.“
Der Sekretär machte eine undeutliche Bewegung mit den Schultern.
„Das Konzert der amerikanischen Sängerin Madonna,“ las er weiter vor, „ist vom Platz vor dem Gebäude der Moskauer Staatlichen Universität auf den Worobjowy-Bergen in den Luschniki Sportkomplex verlegt worden.“
„Wann findet übrigens das Konzert statt?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und blickte auf die Töchter.
„Am elften September,“ antwortete der Sekretär.
„Es ist sehr symbolhaft,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hör mal, kann man vielleicht Juri Michajlowitsch anrufen... damit er die Organisation des Konzerts in Moskau
verbietet?“
„Aber wie denn...“ sagte der Sekretär bestürzt. „Das wird doch sicher einen Skandal von Weltmaßstab verursachen! Das erste Konzert Madonnas in Rußland wurde durch die Verwaltung verboten!“
„Wieso verboten?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Es wird gar nicht verboten. Es findet bloß nicht in Moskau statt.“
„In Sankt-Petersburg also?“ fragte der Sekretär verständnisvoll und notierte etwas auf einem Blatt der Presseübersicht.
„Warum in Sankt-Petersburg,?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™ wieder und zeigte auf seine Präsidententöchter. „Wir sind doch hier. Sie soll mal nach Sotschi kommen.“
Der Sekretär sah Wladimir Wladimirowitsch™ respektvoll an.



Friday, August 25, 2006 18:01:29

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las mit Interesse das Steuergesetzbuch der Russischen Föderation.
„Aber sowas...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin im Gesetzbuch blätternd. „Gibts doch nicht! Nicht schlecht...“
Wladimir Wladimirowitsch™ schüttelte den Kopf und nahm den Hörer seines Apparats ab.
„Kudrik sofort zu mir kommen lassen!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer.
„Gleich, Wladimir Wladimirowitsch™,“ ertönte im Hörer eine angenehme Frauenstimme.
„Kudrin am Apparat,“ ertönte nach ein paar Sekunden die Stimme des Finanzministers Alexej Leonidowitsch Kudrin.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich lese grad’ das Steuergesetzbuch. Es ist ein recht spannendes Lesen.“
„Wieso bin ich sofort schuld?“ regte sich Alexej leonidowitsch auf. „Bei mir sind alle Steuern eingezahlt!“
„Mit Dir ist es schon in Ordnung, keine Frage,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hier gibt es zum Beispiel § 210.“
„Über die Einschätzung des Steuergegenstands,“ antwortete Alexej Leonidowitsch sofort.
„Genau,“ bestätigte Wladimir Wladimirowitsch™. „Bei der Festsetzung der Steuer mit Steuerbescheid werden alle Einkommen des Steuerzahlers mitberechnet, egal ob sie in finanzieller oder materieller Form oder in Form des Rechtes aufs Disponieren über entstandene Einkommen sind.“
„Stimmt,“ sagte der Minister. „Na und?“
„Einkommen in Form des Rechtes aufs Disponieren über entstandene Einkommen!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ froh. „Stell Dir vor, dem Mathematiker Perelmann wurde ein Preis zuerkannt, er weigert sich aber ihn zu nehmen. Und er konnte ihn doch nehmen, nicht wahr? Das ist doch sein Preis, stimmt? Er wurde ihm verliehen. Also, er bekam das Recht auf dessen Disponieren.“
„Und?“ kapierte Alexej Leonidowitsch immer noch nicht.
„Und da er dieses Recht erhalten hat,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ ebenso erfreut, „muß der Perelmann eine Steuer darauf einzahlen!“
„So ist es eigentlich...“ sagte Alexej Leonidowitsch unsicher.
„Das ist aber total genial!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „So kann man zum Beispiel jedem Oligarchen das Recht aufs Disponieren über den Stabilisationsfond geben. Und am Morgen ihn für die Steuerhinterziehung verhaften.“
Alexej Leonidowitsch schwieg.



Thursday, August 24, 2006 16:07:22

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin nach Feierabend nach Hause, in seine Residenz Nowo-Ogarjowo. Wladimir Wladimirowitsch™ stieg aus seiner Präsidentenlimousine Mercedes-Benz Pullmann aus, ging schnell die Treppe zum Eingang hinauf und schüttelte die großen Regentropfen von sich weg. Aus dem Haus ging zum Eingang die Ehegattin von Wladimir Wladimirowitsch™ hinaus.
„So ein Platzregen ist es!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ seiner Ehegattin. Die Ehegattin von Wladimir Wladimirowitsch™ lächelte ihm zärtlich zu.
„Was machen die Mädchen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Sie sitzen grad’ vor den Lehrbüchern,“ antwortete die Ehegattin von Wladimir Wladimirowitsch™ und nahm seine Aktentasche.
„Das ist schön,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wer viel Zeit fürs Lernen nimmt, der viel Wissen erwirbt.“
Wladimir Wladimirowitsch™ betrat das Gästezimmer. Am großen Eßtisch saßen seine Töchter Katja und Mascha. Vor ihnen lagen Lehbücher und Hefte. Katja und Mascha schrieben etwas.
„Nun, was haben wir heute?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ sie froh. „Weltwirtschaft oder Politologie?“
„Heute ist Chemie dran,“ antwortete Katja.
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blaß.



Wednesday, August 23, 2006 13:51:18

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und schrieb auf einem Blatt Stempelpapier gewisse Formeln. Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Präsidentenarbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow kam hinein.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Was machst Du denn?“
„Ich versuche die Poincaré-Vermutung zu beweisen,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ ohne den Blick von seinen Notizen abzuwenden.
„Was?“ Wladislaw Jurjewitsch zog erstaunt die Augenbraunen hoch.
„Das ist so ein Theorem,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Beweist man es – gibt man dafür eine Million Dollar.“
„Man hat es doch schon bewiesen, nein?..“ murmelte Wladislaw Jurjewitsch.
„Und eine Million Dollar hat man nicht ausgezahlt,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Deswegen gilt es also nicht als bewiesen. Ich werde die Million kriegen.“
„Und wozu brauchst Du sie?“ sagte Wladislaw Jurjewitsch trüb. „Bei uns ist übrigens ein Flugzeug abgestürzt.“
„Schon wieder?!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ mit gepreßter Stimme und hob sein blaß gewordenes Präsidentengesicht zu Wladislaw Jurjewitsch auf.
„Hundertsechzig Personen,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch. „Angeblich ist es keine terroristische Attentat. Hör mal, Bratello... Ich denke folgendes...“
„August...“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™. „Der verdammte August...“
„Ich denke folgendes,“ wiederholte Wladislaw Jurjewitsch. „Wir haben schliesslich mit dieser Öl- und Gasabhängigkeit Schluß zu machen.“
Wladimir Wladimirowitsch™ bewegte lautlos die Lippen.
„Es scheint, die „gasierte“ Wirtschaft tonisiert und erfrischt,“ sprach Wladislaw Jurjewitsch. „Aber wenn und als sie vorbei ist, sehen wir, was derer Folgen sind – schäumende Ambitionen, die Perlenrhetorik und das übrige Wohl.“
Wladimir Wladimirowitsch™ nickte.
„Wir dürfen die Zeit nicht verlieren, indem wir die ganze Zeit an den Import neuester Ausrüstung denken, Bratello,“ fuhr Wladislaw Jurjewitsch fort. „Man soll das Wissen und dessen Träger zu importieren beginnen: Wissenschaftler, Ingenieure, Managers, damit die russischen Fachleute in fünf, zehn, fünfzehn Jahren selbstständig eine neue Energetik, neue Transport- und Verkehrssysteme, schließlich neue Androids schaffen könnten!“
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf.
„Wissen ist Macht!“ sprach Wladislaw Jurjewitsch überzeugt. „Wir haben unsere gute Konjunktur ins Wissen zu konvertieren, um Rußland einen Weg nach oben, in die oberste Schicht kreativer Nationen durchzulegen, die die Geschichte lenken. Und von da aus kann man schon schnell eine echte Größe erreichen!“
„Und werden dabei auch die Flugzeuge nicht mehr abstürzen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ kaum hörbar und blickte auf Wladislaw Jurjewitsch.
„Es muß so sein,“ bestätigte Wladislaw Jurjewitsch.
„Und was muß man dafür machen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Wofür?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Na ja, um diese Öl- und Gasabhängigkeit loszuwerden?“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Um die gute Konjuktur zu konvertieren?“
Wladislaw Jurjewitsch sah Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse an.



Tuesday, August 22, 2006 16:27:41

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und hörte sich seine Liebelingslieder an, gesungen von Awraam Russo. In seinen Augen standen Tränen.
„Diese Ungeheuer...“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ kaum hörbar mit seinen Präsidentenlippen. „Echte Unmenschen! Er ist doch ein Künstler!.. Und sie haben ihm in die Hoden geschossen! In die Hoden!!!“
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums von Wladimir Wladimirowitsch™ auf und der FSB-Chef Nikolaj Platonowitsch Patruschew betrat entschlossen den Raum.
„Bratello!“ sagte Nikolaj Platonowitsch mit aufgeregter Stimme. „Der Krieg hat begonnen!“
„Schon begonnen?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Man hat ihn doch erst vor kurzem beendet!“
„In welchem Sinne?“ kapierte Nikolaj Platonowitsch nicht.
„Na ja... ich meine, im Libanon...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ unsicher.
„In welchem Libanon?“ rief Nikolaj Platonowitsch aus. „Draußen haben wir einen Krieg! In Moskau!“
„Die Terroristen...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ende August...“
„Ich weiß nicht, ob das Terroristen sind oder wer sonst,“ sagte Nikolaj Platonowitsch. „Aber zuerst haben sie den Mordwinen erschossen, und jetzt rächt man sich für ihn.“
„Welchen Mordwinen?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Na diesen,“ Nikolaj Platonowitsch nickte in Richtung des Präsidententonbandgeräts, gefertigt aus Platin von erfahrenen Meistern des Berdski Radiowerkes. „Abram.“
„Wieso ist er ein Mordwine?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Er ist ein Burjate. Und sein Vorname ist nicht Abram, sondern Awraam. Man erzählt sogar, er sei ein Prinz.“
„Zuerst rasen diese Prinzen hier bei uns umher,“ sprach Nikolaj Platonowitsch leidenschaftlich. „Und irritieren unsere mit Maschinenpistolen bewaffneten Mitarbeiter! Und jetzt rächt man sich für sie und sprengt unseren Tscherkisowski Markt.“
„Wie – man sprengt den Markt?“ Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blaß. „Und Du schweigst noch darüber?!“
„Ich schweige nicht,“ antwortete der FSB-Chef. „Ich berichte darüber. Auf dem Tscherkisowski Markt ist eine Bombe explodiert. Das Dach ist eingestürzt. Die Menschen sind ums Leben gekommen.“
„Das ist wieder passiert...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und machte den Ton lauter. „Das wird nie enden...“
Durch die Kremljowskaja Nabereschnaja fuhr hupend ein Auto des Rettungsdienstes vorbei.



Monday, August 21, 2006 17:18:27

Eines Tages ging Wladimir Wladimirowitsch™ Putin inkognito durch die Straßen der Stadt Sotschi spazieren. Neben Wladimir Wladimirowitsch™ eilten Urlauber umher, in den Staus hupten wild teuere Autos, im Meer waren schöne Yachten zu sehen.
„Es geht,“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™ zufrieden. „Nicht schlecht ist das Land.“
Plötzlich kam an Wladimir Wladimirowitsch™ ein Mann heran. Das Gesicht des Mannes schien Wladimir Wladimirowitsch™ irgendwie bekannt zu sein.
„Hör mal, Bratello,“ sagte der Mann mit einem kaukasischen Akzent. „Grüß Dich, mein lieber.“
„Entschuldigen Sie?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Erkennst Du mich nicht?“ wunderte sich der Mann. „Ich bin Dein Bruder, Achmed.“
„Mein Bruder?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Welcher Bruder?!“
„Der ältere Bruder,“ sagte der geheimnisvolle Unbekannte. „Achmed Wladimirowitsch Putin heiße ich.“
„Ich habe aber keinen Bruder,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ bestürzt.
„Jetzt hast Du einen Bruder,“ sagte Achmed Wladimirowitsch, legte die Hand aus Wladimir Wladimirowitschs™ Schulter. „Erinnerst Du Dich an gar nichts?“
„Überhaupt nichts,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ ehrlich.
„Aber natürlich, wie kannst Du Dich daran erinnern,“ sprach Achmed Wladimirowitsch. „Ich habe ja alle diese Jahre in meiner Heimatstadt Grosny gewohnt.“
„In Grosny?“ Wladimir Wladimirowitsch™ verstand nichts.
„In Grosny,“ bestätigte Achmed Wladimirowitsch. „Und jetzt will ich wieder ein friedliches Leben führen und unseren verschollenen Vater finden.“
„Aber der Vater ist doch gestorben,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Für mich lebt er,“ antwortete Achmed Wladimirowitsch. „Und überhaupt... Ich will micht nicht mehr verstecken.“
„Vor wem?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Vor Menschen,“ sagte Achmed Wladimirowitsch. „Stell Dir vor, was sie hätten gesagt, wenn sie erfahren hätten, daß Du mein Bruder bist?“
„In Grosny?“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „In Grosny hätten sie dazu nichts Gutes gesagt...“
„Das meine ich eben,“ sagte Achmed Wladimirowitsch betrübt. „Und ich habe doch eine Wirtschaftsausbildung... Ich will friedlich für das Wohl meines Volkes arbeiten...“
„Hör mal, äh...“ Wladimir Wladimirowitsch™ stockte. „Achmed.“
„Bruder!“ rief Achmed Wladimirowitsch aus und umarmte Wladimir Wladimirowitsch™ noch fester.
„Bruder,“ stimmte Wladimir Wladimirowitsch™. „Sag mal... äh... wie soll man es sagen... Für das Wohl welches Volkes willst Du arbeiten?“
„Was heißt welches Volkes?“ wunderte sich Achmed Wladimirowitsch. „Unseres Volkes! Des von Dir und mir, Bruder! Verstehst du mich?“
„Ich verstehe Dich...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™, verstand aber kaum etwas.
Die Männer gingen umarmt durch die Straßen von Sotschi. Neben ihnen eilten Urlauber umher, in den Staus hupten wild teuere Autos, im Meer waren schöne Yachten zu sehen.



Friday, August 18, 2006 16:00:33

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und rechnete mit seinem großen Präsidentenrechenbrett.
„Für einen Mord und zwei Mordanschläge – zwanzig Jahre Gefängnis,“ legte Wladimir Wladimirowitsch™ die dicken Platinrechensteine mit den goldenen Doppelaldern an den mattierten Seiten um. „Und für zwei Morde und zwei Mordanschläge – vierundzwanzig Jahre Gefängnis. Das heißt... X plus zweimal Ypsilon macht rund zwanzig aus... Zweimal X plus zweimal Ypsilon macht vierundzwanzig aus... es ist... irgendwie... tja...“
Die Kalkulation stimmte bei Wladimir Wladimirowitsch™ nicht überein. Er schob das Rechenbrett beiseite und nahm ein Blatt Stempelpapier.
„Also,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und holte aus der Innentasche des Jacketts seinen Präsidenten-Parker. „Wir haben also ein Gleichungssystem... Man soll die Gleichungen eine unter der anderen niederschreiben... Und hier muß eine schwungene Klammer sein. So...“
Wladimir Wladimirowitsch™ schrieb zwei Gleichungen und sah sie nachdenklich an.
„Na und?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. (Man weiß nicht, ob sich selbst oder die Gleichungen.)
Eine eindeutige Lösung gab es nicht.
„Dann machen wir eine Proportion!“ blitzte im Kopf von Wladimir Wladimirowitsch™ eine Erinnerung aus dem Schulprogramm. „X plus zweimal Ypsilon verhalten sich zweimal X plus zweimal Ypsilon gegenüber genauso wie zwanzig - vierundzwanzig gegenüber. So. Zweimal Ypsilon hier und da sind gleich... diese streichen wir weg... X verhält sich zweimal X gegenüber wie zwanzig vierundzwanzig gegenüber. Jetzt... Multiplizieren?“
Wladimir Wladimirowitsch™ munterte sich auf.
„Jetzt haben wirs!“ rief er aus. „Vierzig mal X ist gleich vierundzwanzig mal X... Ein recht komisches X ist es... Bedeutet es links eins und rechts – ganz anderes?“
Wladimir Wladimirowitsch™ zerknüllte das Blatt, schmiss es in den Papierkorb und drückte den Rufknopf seines Sekretärs.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ ins Mikrophon. „Laß mal zu mir diesen Mathematiker kommen... Mulermann heißt er oder?“
„Perelmann,“ sagte der Sekretär.
„Ja-ja, genau!“ bestätigte Wladimir Wladimirowitsch™. „Perelmann. Ich hab hier eine Fangaufgabe zu lösen... Schickt ihm ein Auto.“
„Sofort, Wladimir Wladimirowitsch™,“ antwortete der Sekretär. Wladimir Wladimirowitsch™ schaltete die Verbindung ab und blickte auf sein Bild an der Wand.
„Etwas stimmt da nicht...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Zu wenig addiert...“
Hinter den Fenstern des Arbeitsraums von Wladimir Wladimirowitsch™ ging schön die Sonne unter.



Tuesday, August 15, 2006 12:14:03

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Patriarch von Moskau und ganz Rußland Alexij II. auf den Gartenstühlen im Hof der Präsidentenresidenz Nowo-Ogarjowo und aßen Schaschlik, den für sie der bekannte aserbajdschanische Koch aus Usbekistan Stalik Chankischijew zubereitet hat.
„Probieren Sie mal noch davon,“ hastete Stalik und bot den Männern die nächste Portion an. „Dieser schmeckt sehr gut!“
„Woher weißt Du das nur alles?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™ und probierte eine neue Art des leckeren Schaschliks.
„Bücher lese ich also,“ antwortete Stalik und rückte sich seine Tjubetejka zurecht. „Kasan, mangal. Es werden schöne Bücher dazu geschrieben...“
„Sündig ist es...“ sprach der Patriarch mißtrauisch und biss sich ins Stück saftigen Hammelfleisches fest. „Es gehört sich nicht...“
„Es gehört sich schon,“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™, der sich hervorragend fühlte. „Gehört sich der FSO bei Dir etwa? Nun gehört sich der Schaschlik auch.“
Einige Zeit aßen die Männer und der Koch lief zwischen ihnen und seinem Mangal hin und her und brachte immer neue Portionen Schaschlik.
„Ich kann eins nicht verstehen,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ und trank ein paar Schlücke georgischen Schmuggelweins. „Wozu steckte Israel seine Nase ins Libanon? Was suchen sie da? Vielleicht haben sie die Amerikaner dorthin geschickt? Um ins Iran einmarschieren zu können?“
„Na sowas haben Sie ausgedacht,“ murmelte der Patriarch und trank verbotenes Mineralwasser „Borschomi“ aus Georgien. „Sie sollten mal lieber „Das Alte Gebot“ lesen!“
„Und was steht da geschrieben?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
„Dasselbe wie früher,“ antwortete der Patriarch. „Alle, die auf dem Gebirge wohnen, vom Libanon an bis nach Misrefot-Majim, alle Sidonier: Ich will sie vertreiben vor den Israeliten; wirf nur das Los darum, um sie auszuteilen unter Israel, wie ich dir geboten habe.“
„Wer hat das so gesagt?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Bush?!“
„Welcher Bush?!“ rief der Patriarch aus und bekreuzigte sich. „Herr Gott hat das gesagt!“
„Herr Gott?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hundert Pro?.. Äh... Wirklich?“
„Wirklicher kann es nicht sein,“ antwortete der Patriarch. „Ich habe außer dem Heiligen Gebot gar keine Bücher mehr gelesen. Aber dieses Buch kenne ich auswendig.“
„Und wie wäre es mit dem Gott?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Es hats doch versprochen und nicht gemacht!“
„Betrogen hat er sie,“ antwortete der Patriarch von Moskau und ganz Rußland. „Und wer betrügt nicht? Alle tun das!“
„Also,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Die Juden sind gegangen, um bloß ihr Eigentum zurückzugewinnen?“
„So ist es,“ nickte der Patriarch. „Wie die Krim-Tataren etwa.“
Wladimir Wladimirowitsch™ kaute aufgeregt seinen Schaschlik.



Friday, July 14, 2006 15:35:49

Sehr geehrte Leser,

Wladimir Wladimirowitsch™ ist ein Mensch wie alle anderen. Und er braucht auch wie alle Menschen Urlaub. In diesem Jahr dauert sein Urlaub bis zum 15. August. Bis zu der Zeit werden auf den Seiten keine neuen Geschichten veröffentlicht werden.

Aber danach! Es wird cool sein, denn uns stehen nicht nur der arabisch-israelische Weltkrieg, sondern auch die Wahlen in die Staatsduma der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation vor, pardon my French.

Seien Sie bereit!



Thursday, July 13, 2006 12:12:18

Eines Tages gingen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Vize-Chef seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow inkognito zur Konferenz „Das andere Rußland“.
„Ich verstehe gar nicht,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™, geschminkt als der ehemalige Ministerpräsident Michail Michajlowitsch Kassjanow. „Wozu gehen wir dorthin?“
„Warum verstehst Du es nicht?“ rief Wladislaw Jurjewitsch aus, geschminkt als Korrespondentin der Businesszeitung „Vzglyad“ Tatjana Jurjewna Kossobokowa. „Da wird es ganz schön cool sein! Stell Dir vor, man packt die Delegaten dieser Konferenz überall im Land, prügelt sie, nimmt ihnen die Pässe weg!“
„So ein Horror...“ glaubte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Was heißt denn – man packt sie?“
„So macht man das,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch und faßte Wladimir Wladimirowitschs™ Hände.
„Äh!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus und zog die Hände zurück. „Was stellen sich die Leute vor, wenn sie das sehen? Wozu hast Du Dich überhaupt als Frau verkleidet?“
„Ich wollte mich zuerst als Che Guevara verkleiden,“ erklärte Wladislaw Jurjewitsch und errötete. „Dann habe ich aber gedacht – wer weiß, was alles passieren kann...“
Die Männer kamen an den Eingang des Hotels Renaissance heran.
„Wer sind Sie?“ fragte ein magerer junger Mann im schwarzen Anzug mit dem Abzeichen der Nationalbolschewistischen Partei Wladislaw Jurjewitsch.
„Ich bin eine akkreditierte Journalistin,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch stolz. „Hier ist meine Akkreditation.“
„Was ist das für ein Weib?“ fragte den mageren jungen Mann ein dazu gekommener Mann. „Die Zeitung „Vzglyad“ darf hier nicht anwesend sein!
„Warten Sie mal,“ setzte sich Wladimir Wladimirowitsch™ für Wladislaw Jurjewitsch ein. „Das ist doch der Duma-Reporter!“
„In der Duma sitzt „Einheitliches Rußland“, sagte der Mann. „Und hier tagt „Das andere Rußland“.
Mit diesen Worten packten der Mann und der junge magere Mann Wladislaw Jurjewitsch und schleppten ihn weg vom Gebäude. Wladimir Wladimirowitsch™ sah sich ratlos um. Mit dem Seitenblick sah er, daß zu ihm ein Junge in schwarzer Kleidung läuft.
„Es lebe das Reich!“ rief der Junge, lief an Wladimir Wladimirowitsch™ heran und stieß sein Fäustchen Wladimir Wladimirowitsch™ ins Gesicht. „Es sterbe das andere Rußland!“
„So ein Zirkus, echt...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und winkte dem Jungen ab.
Wladislaw Jurjewitsch war nicht mehr zu sehen.



Tuesday, July 4, 2006 15:53:44

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml am Präsidentencomputer. Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Präsidentenarbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow betrat mit schnellem Schritt den Raum. Wladislaw Jurjewitsch kam an den breiten Präsidententisch heran. Wladimir Wladimirowitsch™ drehte zu ihm seinen Präsidentenmonitor um.
„Gefällt Dir das Mädchen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und zeigte Wladislaw Jurjewitsch ein wirklich sehr schönes Foto.
„Sie ist schön,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch und sah das Foto aufmerksam an.
„Ihre Daten gibt es auf der Seite www.neznakomka.ru,“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™ offen.
„Was ist das noch?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Das ist das Hauptprojekt über die Liebe,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Man hat es Rykov für großes Geld bestellt. Zwecks Verbesserung der demographischen Situation.“
„Rykov?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch. „Mein Respekt!“
„Tatsächlich,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und drückte begeistert die Tasten seiner Präsidententastatur. „Hier gibts solche... solche Mädels!“
„Okay, ich gehe auch mal gucken,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch und ging aus dem Arbeitsraum hinaus.
Im Kreml wurde plötzlich still.



Monday, July 3, 2006 13:52:17

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las das Buch von Pawel Wiktorowitsch Danilin „Der glamouröse Faschismus“.
„Sowas...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und blätterte die Seiten durch. „Das Sujet ist recht spannend...“
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Präsidentenarbeitsraums langsam auf und ein bärtiger bebrillter Junge mit intelligentem Äußeren betrat verlegen den Raum.
„Guten Tag, Wladimir Wladimirowitsch™,“ sagte der junge Mann leise. „Mein Name ist Olschanski, erinnern Sie sich an mich?“
„Olschanski?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ verwundert und lächelte plötzlich. „Natürlich erinnere ich mich an Dich! Ein Mann aus der schwarzen Hundertschaft!“
„Nein, nicht so,“ korrigierte der junge Mann. „Also jetzt nicht mehr. Zur Zeit bin ich liberalkonservativ. Ich träume von reinigender Flamme der Revolution.“
„Du trinkst immer noch,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ verständnisvoll. „Ich habe keinen Whisky mehr.“
„Trinken Sie Ihren Whisky selbst,“ antwortete der junge Mann. „Ich will von Ihrem blutigen Regime nichts haben... nur... ich habe eine einzige Bitte... wenn ich darf...“
„Na bitte schön,“ erlaubte Wladimir Wladimirowitsch™. „Da Du schon gekommen bist.“
„Könnten Sie...“ stockte der junge Mann. „Würden Sie Pawlowski anrufen?“
„Pawlowski?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich könnte es natürlich machen. Aber wozu?“
„Er sollte meinen Artikel aus der Russki Schurnal entfernen,“ erklärte der junge Mann. „Da gibt es nur einen Artikel, sie wissen schon, worum es geht.“
„Einen Artikel entfernen?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Bist Du deswegen zum Präsidenten gekommen?“
„Zu wem soll ich denn noch gehen?“ fragte der junge Mann. „Keiner mehr will es machen. Und ich brauche unbedingt, daß der Artikel entfernt wird.“
„Aber wozu?!“ konnte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht verstehen.
„Wissen Sie...“ murmelte der Junge und errötete. „Ich kämpfe die ganze Zeit gegen das Regime... brandmarke und entlarve es...“
„Sehr schön,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Gerade jetzt, vor dem Summit brauchen wir solche Kämpfer sehr.“
„Und wenn Sie uns so brauchen,“ rief der junge Mann plötzlich, „warum bemerken Sie uns nicht?!“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte verwundert auf den jungen Mann.
Die Augen des jungen Manns entflammten.



Monday, July 3, 2006 12:11:25

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und zählte sein Urlaubsgeld nach.
„Ganz schön wenig...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ traurig. „Vielleicht reicht es nur für Sotschi...“
Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Hör mal, Bratello!“ erönte im Hörer die frohe Stimme des Vorsitzenden des Direktorenrates von Sewerstal GmbH Alexej Alexandrowitsch Mordaschow. „Komm heute zu mir, wir trinken ein Gläschen.“
„Gibts einen Anlaß dafür?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
„Und ob!“ antwortete Alexej Alexandrowitsch. „Hundertvierzig Millionen aus nix hab ich gemacht.“
„Hundertvierzig Millionen?!“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™ und blickte noch einmal traurig auf sein Urlaubsgeld. „Hast Du schon wieder ein Stück Heimat verkauft?!“
„Im Gegenteil!“ freute sich Alexej Alexandrowitsch. „Ich hab nix verkauft und dabei hundertvierzig Millionen verdient.“
„Wie denn?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Ich hab mich mit Mittal verabredet, daß ich Arcelor Sewerstal anbiete, und dann kauft Mittal Arcelor uns sie zahlen mir eine Vertragsstrafe aus,“ erklärte Alexej Alexandrowitsch. „Geil, was?“
„Ich habe nichts verstanden,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Das sind bestimmt wieder irgendwelche schmutzige Geschäfte...“
„Kommst Du also heute?“ fragte Alexej Alexandrowitsch.
„Ich überlege es mir,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ diplomatisch und legete den Hörer auf.



Thursday, June 29, 2006 12:55:10

Eines Tages ging Wladimir Wladimirowitsch™ Putin durch den Sobornaja-Platz des Kremls. Auf dem Platz standen Touristen und starrten Wladimir Wladimirowitsch™ an. Wladimir Wladimirowitsch™ blickte auf die Touristen, atmete auf und kam an einen blonden Jungen heran, ungefähr vier Jahre alt. Wladimir Wladimirowitsch™ hockte vor dem Jungen.
„Wie heißt Du?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ ihn.
„Nikita,“ antwortete der Junge.
„Nikita also,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™, hob dem Jungen sein T-Short hoch und küßte dessen flachen Bauch.
Wladimir Wladimirowitsch™ richtete sich auf und begab sich weg vom Platz. Die Touristen sahen ihm erstaunt hinterher. Wladimir Wladimirowitsch™ überquerte den Iwanowskaja-Platz, kam zum 1. Kreml-Gebäude, ging die Treppe hinauf. Zwei FSO-Leutnants öffneten vor Wladimir Wladimirowitsch™ die schweren Türflügel.
„Vorname?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ den Leutnant, der links stand.
„Petja...“ antwortete der Leutnant bestürzt.
Wladimir Wladimirowitsch™ kam zum Leutnant und begann dessen Uniformjacke aufzuknöpfen.
„Wladimir Wladimirowitsch™, was machen Sie?“ sagte der Leutnant verlegen und versuchte die Präsidentenhände wegzuschieben.
„Keinen Widerstand leisten!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise und knöpfte die Uniformjacke des Leutnants weiter auf.
Der Leutnant nahm seine Hände weg.
Wladimir Wladimirowitsch™ machte alle Knöpfe auf, schob das Hemd des Leutnants hoch und hockte nieder. Der Leutnant wurde blaß.
Wladimir Wladimirowitsch™ küßte dem Leutnant den Bauch, richtete sich auf und ging durch die Pforte des 1. Kreml-Gebäudes.
Wladimir Wladimirowitsch™ ging die Treppe hinauf und weiter durch den langen Kreml-Gang. Ihm ging der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow entgegen.
„Vorname?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™, als er sich Wladislaw Jurjewitsch näherte.
„Was ist mit Dir los?“ wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch. „Hassu Dich überarbeitet?“
„Vorname!“ wiederholte Wladimir Wladimirowitsch™ und begann die Knöpfe am Wladislaw Jurjewitschs Jacketts aufzumachen.
„Äh... Äh! Bratello!“ rief Wladislaw Jurjewitsch und versuchte Wladimir Wladimirowitsch™ auszuweichen. „Ich bin hier für was anderes angestellt! Slawa heiße ich!“
„Willst Du gefeuert werden?“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ kurz und Wladislaw Jurjewitsch hörte sofort auf sich zu stemmen. Wladimir Wladimirowitsch™ machte die Knöpfe und die Schöße des Jacketts von Wladislaw Jurjewitsch auf, schob sein schneeweißes Hemd hoch und bückte sich.
„Nein...“ murmelte Wladislaw Jurjewitsch.
Wladimir Wladimirowitsch™ küßte Wladislaw Jurjewitsch den Bauch und begab sich weiter durch den Gang. Wladislaw Jurjewitsch atmete schwer aus und wisch sich große Schweißperle auf der Stirn.
Wladimir Wladimirowitsch™ bog um die Ecke und kam an den Vorraum seines Büros heran. An der Tür stand der Vorsitzende der Staatsduma Android Boris Gryslow.
„Vorname, Name?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Boris Gryslow,“ antwortete Boris Gryslow sofort. „Seriennummer 84 13. Baujahr 1950.“
Wladimir Wladimirowitsch™ versuchte ohne dem Android zuzuhören dessen Jackettknöpfe aufzumachen. Der Vorsitzende guckte stumm geradeaus.
„Mmm...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Geht nicht...“
„Das ist eine Attrappe,“ erklärte der Vorsitzende. „Die Androids brauchen keine Kleidung.“
„Was heißt – „brauchen keine Kleidung“?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Und der Terminator? I need your clothes, your boots, and your motorcycle und so...”
„Das ist bloß ein Movie,“ sagte der Vorsitzende und öffnete an seinem Bauch eine kleine Luke, hinter der ein Stück echter Menschenhaut war. „Hier küssen.“
Wladimir Wladimirowitsch™ zog erstaunt seine Präsidentenaugenbraunen hoch, bückte sich und küßte das Hautstück in der Luke. Der Android schloß die kleine Luke. Wladimir Wladimirowitsch™ machte die Tür auf und betrat den Vorraum.
Im Sessel für Besucher saß die Vize-Vorsitzende der Staatsduma Ljubow Konstantinowna Sliska. Wladimir Wladimirowitsch™ ging an ihr vorbei, betrat seinen Arbeitsraum und kam sofort an sein Präsidentenpult heran.
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte den Rufknopf des Sekretärs.
„Folgende Pesrsonen sofort zu mir einladen: Medwedew, Iwanow, Setschin, Sobjanin, Mironow, Fradkow, Gref, Kudrin, Schojgu, Surabow, Lawrow... alle also,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ ins Mikrophon. „Alle und noch Schirinowski dazu...“
Wladimir Wladimirowitsch™ schaltete die Verbindung ab und blickte auf sein Bild an der Wand. In Wladimir Wladimirowitschs™Augen stand Unendlichkeit.



Thursday, June 29, 2006 12:55:10

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml un arbeitete mit Dokumenten. Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die Stimme des Vize-Chefs der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow. „Wozu hast Du denn den Jungen geküsst?“
„Nimm es nicht ernst,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und errötete. „Das ist bloß... Das ist nur ein Spiel...“
„Ein Spiel?!“ rief Wladislaw Jurjewitsch aus. „Welches Spiel, Bratello? Bei uns glühen schon die Telefone, man fragt nach Erklärungen!“
„Na ja, laß Dir etwas einfallen,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Über die souveräne Demokratie... wie Du es schön kannst...“
„Ich laß mir natürlich schon irgendwas einfallen,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Aber kannst Du mir sagen – wozu hast Du ihn geküsst?“
„Weißt Du...“ stockte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich hab einen Einsatz gemacht...“
„Welchen Einsatz?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Na ja, in diesem Spiel,“ erklärte Wladimir Wladimirowitsch™. „Es gibt so ein Spiel. Verschiedene Menschen spielen es – wer das größte Media-Ereignis verursacht. Eine Art Provokation.“
„Ich weiß es,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Ich amüsiere mich manchmal auch in der Art... Aber verliere meistens.“
„Ich hab nun auch beschlossen, es zu probieren,“ erzählte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und dieser unser Tölpel, der im Internet diverse Schweinereien schreibt, hat einen Zug gemacht – mein lieber Scholli! Er hat darüber geschrieben, daß das Spiel existiert. Und er gewinnt diese Runde. Oder er hätte sie gewonnen. Wenn...“
„Wenn was?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch.
„Wenn ich den Jungen nicht geküsst hätte,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und lächelte. „Jetzt gewinne ich.“
Wladislaw Jurjewitsch vestummte verblüfft.



Wednesday, June 28, 2006 14:09:42

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml, trank Wodka und gedachte der in Irak gefallenen russichen Diplomaten.
„Also,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin ung schenkte sich schon den sechsten Wodka ein. „Auf die Souveränität.“
Wladimir Wladimirowitsch™ trank den Wodka schnell auf Ex und drückte den Jackettärmel an die Nase. Über Wladimir Wladimirowitschs™ Wange rollte eine Träne hinab.
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hast Du schon über dieses Spiel gehölt?“
„Welches Spiel?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Na ja, dises Provokationsspiel,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Man erzählt, es gebe so ein Spiel, welches Journalisten spielen. Sie lassen sich diverse Provokationen einfallen, und wer es am Stärksten erfindet, kriegt Haufen Geld.“
„Ach so, das meinst Du...“ murmelte Wladislaw Jurjewitsch. „Tja, es gibt tatsächlich ein solches Spiel... Es ist aber recht harmlos! Ich paß bloß auf, daß sie nicht übertreiben... Und sonst – laß sie schon sich amüsieren. Ihnen ist es doch langweilig... Wir haben die Stabilität…“
„Okay, ich hab nix dagegen,“ stimmte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich überlege mir nur: vielleicht spielen arabische Journalisten dieses Spiel auch?“
„In welchem Sinne?“ wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch.
„Na ja...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ unentschlossen. „Zum Beispiel sie haben unsere Diplomaten nicht getötet... sondern die Geschichte ausgedacht. Was meinst Du dazu?“
„Nee,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch leise. „Das glaube ich nicht. Kaum. Sowas können nur unsere Journalisten machen...“
„Schade,“ atmete Wladimir Wladimirowitsch™ auf und schaltete die Verbindung ab.
Wladimir Wladimirowitsch™ seufzte auf, zog die Schultern hoch und schenkte sich noch fünfzig Gramm Wodka nach.



Wednesday, June 28, 2006 14:09:42

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Außenminister Sergej Wiktorowitsch Lawrow im Präsidentenarbeitsraums und sahen sich eine Videoaufnahme der Hinrichtung der russischen Diplomaten an, die von irakischen Kommandos gekiddnappt wurden.
„Es ist aber komisch...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. Auf dem Bildschirm schnitten die Mudschachedin mit langen krummen Messern die Köpfe der Diplomaten ab. „Wieso wurde der Irak von den Amerikanern okkupiert und man schneidet die Köpfe meinen Diplomaten ab? Das ist doch ganz ungerecht!“
„Dafür,“ antwortete Sergej Wiktorowitsch, „wenn die Amerikaner den Irak nicht okkupiert hätten, hätte keiner die Köpfe unserer Diplomaten abgeschnitten.“
„Es ist logisch,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™.
Hinter den Fenstern des Präsidentenarbeitsraums donnerte es laut.



Wednesday, June 28, 2006 14:09:42

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und bemühte sich ein neues Amt für den Ex-Generalstaatsanwalt Wladimir Wassiljewitsch Ustinow auszudenken. Ihm fiel nichts ein. Wladimir Wladimirowitsch™ drückte den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Für welche Stelle soll ich nun Ustinow ernennen? Ich hab mir darüber schon fast den Kopf zerbrochen. Wozu hab ich nur gesagt, daß er ein gleichwertiges Amt bekommen wird...“
„Du hast bei der Pressekonferenz recht viel geschwatzt,“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch. „Man braucht sich aber in diesem Fall nix überlegen. Ernenn ihn zum Tschajka.“
„Wie denn?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Ist doch klar wie,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Wir haben jetzt nur ein Amt von dem Niveau – der Justizminister.“
„Das wird aber ganz schön lustig rauskommen,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ bestürzt. „Wie im Schachspiel... Eine Rochade heißt es, so? Zwei Mann gegen einander tauschen – es ändert sich davon nichts!“
„Und das ist auch schön so,“ sagte Wadislaw Jurjewitsch. „Die Stabilität wird beibehalten.“
„Stimmt eigentlich...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und schaltete die Verbindung ab.
„Es ist interessant,“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und wenn man das Justizministerium in die Generalstaatsanwaltschaft und die Generalstaatsanwaltschaft ins Justizministerium umnennt? Und dann zwischen diesen Institutionen eine Personalrotation durchführt? Es gibt noch jede Menge Arbeit auf diesem Gebiet...“
Über das Fensterbrett des Präsidentenarbeitsraums schlugen schwere Regentropfen.



Thursday, June 22, 2006 17:49:32

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin zur Zeremonie der Eröffnung eines neuen Gebäudes des Obersten Gerichts an der Powarskaja Straße in Moskau. Nachdem Wladimir Wladimirowitsch™ das Gebäude besichtigte, ging er auf die Straße hinaus. Seine Präsidentenlimousine Mercedes-Benz Pullmann war nicht da.
„Nicht verstanden...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Wo ist denn mein Wagen?“
Keiner antwortete Wladimir Wladimirowitsch™.



Wednesday, June 21, 2006 15:31:32

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las in der Zeitung RE:Aktion das Rating junger Politiker.
„Ramsan Kadyrow – Platz eins,“ las Wladimir Wladimirowitsch™ und lächelte. „Oleg Schejin – Nummer zwei. Wer ist das?“
Wladimir Wladimirowitsch™ zog verwundert seine Präsidentenaugenbraunen hoch.
„Auf Platz drei ist Ilja Jaschin,“ las Wladimir Wladimirowitsch™. „So ein Teufelchen, dieser beißt allen ein Stück Kuchen ab... Platz vier – Marina Litwinowitsch.“
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf, sah zum Fenster hinaus und erinnerte sich an die große Schönheit, die für ihn einst Informationsberichte vorbereitete. Über die Wange von Wladimir Wladimirowitsch™ rollten karge Präsidententränen hinab.
„Platz fünf – Wassili Jakemenko,“ las Wladimir Wladimirowitsch™ weiter. „Ich würde ihm gerne eine Rüge erteilen anstatt auf Platz fünf zu stellen. Der Faulenzer. Platz sechs – Alexandr Ko...“
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde starr vor Überraschung; er traute seinen Augen nicht.
„Wer?!“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ sich selbst. „Alexandr Kopzew?!“
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hast Du dieses Rating der RE:Aktion gesehen?“
„Schon,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Ist ganz in Ordnung, glaube ich.“
„In Ordnung?!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Und daß da Faschisten direkt nach Jakemenko und Litwinowitsch stehen, ist das in Ordnung?!“
„Das ist nicht in Ordnung,“ stimmte Wladislaw Jurjewitsch zu. „So meint aber das Volk. Und ich habe kein anderes Volk für Dich.“
„Hör mal damit auf!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ streng. „Er hat kein anderes Volk... hast Du es nicht – kaufen wir es!“
„Bratello,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch beruhigend. „Das ist unmöglich...“
„Mit dem Geld, das wir haben, ist alles möglich,“ erwiderte Wladimir Wladimirowitsch™. „Guck mal, das ganze Afrika ist voll von Leuten, die für eine Bulette gerne Russen werden. Und votieren werden sie wie es sein soll, und arbeiten auch... und überhaupt...“
„Dann wirst Du mich schon nicht mehr brauchen,“ atmete Wladislaw Jurjewitsch auf. „Noch mehr – was soll man dann mit diesen machen? Die hier heute leben?“
„Sie sollen mal nach Afrika abhauen!“ schrie Wladimir Wladimirowitsch™. „Als Austausch. In Afrika sind die Drogen lecker. Jagd auch noch. Fischen. Oh, Fischen...“
Wladimir Wladimirowitsch™ beruhigte sich plötzlich.
„Also,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch. „Das neue Volk zu kaufen – Kommando zurück... Einstweilen. Wollen wir lieber diesen Kopzew besser verpacken. Wer weiß, was alles passieren kann... Chodorkowskij Nummer zwei brauchen wir nicht...“
„Das kann man machen,“ stimmte Wladislaw Jurjewitsch zu. „Ich ruf also das Oberste Gericht an? Lassen wir sie das Urteil aufheben?“
„Ruf sie an,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und schaltete die Verbindung ab.



Monday, June 19, 2006 17:29:07

Eines Tages stand Wladimir Wladimirowitsch™ Putin hinter den Kulissen des Sitzungsaals des Föderationsrates und schaute in den Saal hinein. Im Präsidium stand der Vorsitzende des Föderationsrates Sergej Michajlowitsch Mironow.
„Sehr geehrte Herren,“ sprach Sergej Michajlowitsch. „Der Präsident teilte mir mit, daß er unserem Rat einen Kandidaten für den Posten des Generalstaatsanwalts der Russischen Föderation vorschlagen will.“
Die im Saal sitzenden Senatoren sahen Sergej Michajlowitsch ohne zu zwinkern an.
„Wenn alle geladen und fertig sind,“ sagte Sergej Michajlowitsch, „können wir glaube ich beginnen.“
Die Senatoren saßen stumm.
„Herr Präsident,“ sagte der Vorsitzende. „Tragen Sie bitte Ihren Vorschlag ein.“
Der Vorsitzende drehte sich zu den Kulissen um und nickte Wladimir Wladimirowitsch™ kaum bemerkbar. Wladimir Wladimirowitsch™ nickte auch, drehte sich um, hockte nieder und packte mit seinen Präsidentenhänden eine große Metallkiste mit der Überschrift „Russian Genuine Product“.
Wladimir Wladimirowitsch™ begann die schwere Kiste anstrengend auf die Bühne zu schleppen. Die Kiste donnerte und ließ auf dem polierten Boden der Bühne tiefe Ritzen.
Die Senatoren sahen Wladimir Wladimirowitsch™ ohne zu zwinkern an.
Wladimir Wladimirowitsch™ schleppte die Kiste bis ans Präsidium heran, wo Sergej Michajlowitsch stand, richtete sich auf, wisch sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn und blickte auf die Anwesenden.
Die Senatoren sahen die Kiste ohne zu zwinkern an.
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf, bückte sich, nahm den Griff des Kistendeckels fest und zog ihn. Der große Deckel ging knarrend zur Seite.
In der Kiste lag der Justizminister der Russischen Föderation Juri Jakowlewitsch Tschajka.
„So...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und zeigte auf den Minister. „Das alte Programm hat man gelöscht... jetzt muß man also seine Kandidatur sowieso billigen... Man kann ihn ja nicht einfach in die Mülltonne treten...“
Juri Jakowlewitsch nickte und wendete sich an den Saal:
„Sehr geehrte Herren. Wer ist dafür, Juri Iwanowitsch Tschajka als Generalstaatsanwalts der Russichen Föderation im Amt zu bestätigen?“
Die Senatoren drückten ohne zu zwinkern entsprechende Tasten.



Monday, June 19, 2006 13:36:56

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Vize-Chef seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow im Hof der Präsidentenresidenz Nowo-Ogarjowo und aßen Chasch.
„Hör mal, Bratello,“ fragte Wladislaw Jurjewitsch. „Und wen hast Du gestern gemeint?“
„Was meinst Du?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und verzog das Gesicht vor Kopfschmerzen.
„Na den Nachfolger,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch und schenkte je 50 Gramm eisgekühlten „Russki Standart“ ein. „Du hast gestern gesagt, zum Nachfolger könne jemand nicht aus der Iwanow-Medwedew Liste werden.“
„Echt?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt und leerte sein Wodkaglas. „Habe ich das gesagt?!“
„Du,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch und trank seine 50 Gramm ebenso auf Ex.
„Und was hab ich noch gesagt?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Etwas über die dritte Präsidentschaftsperiode?“
„Darüber auch,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch und füllte die Wodkagläser wieder. „Über die dritte Präsidentschaftsperiode und über die Atomsicherheit und noch über viele Sachen.“
„Ich kann mir an gar nichts erinnern,“ schüttelte Wladimir Wladimirowitsch™ seinen Präsidentenkopf, verzog wieder das Gesicht und trank seinen Wodka aus. „Na gut, laß ein Stenogramm bringen. Wir überlegen uns, was man mit allen diesen Dingen machen kann.“
„Ich habs schon bestellt,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Am kompiziertesten ist sich einfallen zu lassen, wer nicht aus der Liste ist. Ehrlich gesagt, ich habe keine Kandidaturen.“
„Gleich finden wir einen,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Für mich keinen Wodka mehr, ich muß noch arbeiten.“
Zu den Männern kam der Sekretär von Wladimir Wladimirowitsch™ mit dem Stenogramm der Präsidentenrede, welches auf einem großen Platintablett mit goldenen Doppeladlern auf mattierten Seiten lag.



Monday, June 19, 2006 11:56:32

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin im Eßzimmer seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo und aß Okroschka. Ihm gegenüber saßen seine Töchter Katja und Mascha.
„Vater!“ sagte Mascha. „Wozu unterdrückst Du die Demokratie?“
Wladimir Wladimirowitsch™ verschluckte sich.
„Mascha!“ sagte er erstaunt. „Was heißt denn ich unterdrücke die Demokratie? Bist Du etwa nicht frei genug?“
„Gar nicht frei!“ rief Katja aus. „Man wird überall von den Leibwächtern begleitet, man kann nicht mal zu einem Stelldichein gehn.“
„Tja, ohne die Jungs gehts nicht,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du weißt es doch selbst, der Schamil und so...“
„Was hat doch das damit zu tun?!“ winkte Mascha ab. „Katja, jetzt spreche ich, verstanden? Ich will mit dem Vater ein durchaus wichtiges Thema besprechen. Sag mir mal bitte, wozu hat man den Punkt „Gegen alle“ abgeschafft? Jetzt haben also Leute noch weniger Möglichkeiten, um ihren Protest zu äußern!“
„Wie konnte man doch diesen Punkt in Kraft bleiben lassen?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Glaubst Du an Wunder?“
„Ich nicht,“ antwortete Mascha überzeugt. „Ich glaube an das Gesetz und die Gerechtigkeit.“
„Ach so, dann ist es noch einfacher,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™ und schob seinen Teller beiseite. „Dann hör mir zu. Es lebte einmal ein Bürger. Er hieß zum Beispiel Herr Botschkow. Und er war sehr frei und demokratisch. Wie Du etwa. Und eines Tages ließ dieser Herr Botschkow Flugblätter mit den Worten „Votiert gegen alle!“ drucken.“
„Und wem ist dadurch schlimmer geworden?“ fragte Mascha.
„Unterbrich mich bitte nicht,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Schlimmer ist es dadurch Herrn Botschkow selbst geworden. Weil mit Tausend Rubel bestraft wurde.“
„Aber weswegen?!“ rief Mascha aus.
„Deswegen,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™, „weil er die Agitationsmittel nicht aus dem Wahlfond des Kandidaten, sondern aus seinem Privatgeld bezahlte.“
„Und ist „Gegen alle“ etwa ein Kandidat?“ verstand Mascha nicht. „Das ist doch bloß ein Punkt im Stimmzettel.“
„Ja,“ stimmte Wladimir Wladimirowitsch™ zu. „Das ist bloß ein Punkt im Stimmzettel. So war es bisher. Denn Herr Botschkow wurde gekränkt und wendete sich ans Verfassungsgericht. Und das Verfassungsgericht sagte im Herbst vorigen Jahres – „Gegen alle“ gilt als Kandidat. Für ihn kann man agitieren.“
„Prima!“ sprach Mascha. „Das ist eben die Gerechtigkeit!
„Das mag die Gerechtigkeit sein,“ atmete Wladimir Wladimirowitsch™ auf. „Du hast aber noch etwas über das Gesetz gesprochen. Und das Gesetz gilt für alle. Und was soll das bedeuten?“
„Den Kandidaten „Gegen alle“ kann man ins Gefängnis stecken!“ rief Katja aus. „Wie es mit Chodor war!“
„Katja...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ vorwurfsvoll. „Wo hast Di Dir nur sowas angeeignet? Okay, ich bin der Präsident, ich hab keine Zeit für Ihre Erziehung, aber warum läßt die Mutter sowas vorkommen? Obwohl, Deine Gedankensrichtung ist an sich korrekt.“
„Aber tatsächlich?!“ staunte Mascha.
„Ja, es ist ganz einfach,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Wenn dieser „Gegen alle“ ein Kandidt ist, muß er die Unterstützungsunterschriften sammeln. Weiter – sich in der Zentralen Wahlkommission registrieren lassen. Danach noch an Wahldebatten teilnehmen, Geld für die Wahlkampagne erhalten, und wenn er die Wahlen verliert - dieses Geld dem Staatshaushalt zurückerstatten.“
„Das heißt...“ murmelte Mascha.
„Und auch das wäre noch nicht alles,“ fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ fort. „Da wir keine majoritären Wahlen mehr haben, muß dieser „Gegen alle“ eine Partei sein. Und er muß dann fünfzig Tausend Mitglieder in neunundvierzig Subjekten der Föderation haben. Des weiteren muß der „Gegen alle“ eine Parteiliste haben. Und in dieser Liste – die ersten Drei. Und wer könnte das sein?“
„Niemand!“ rief Katja aus. „Denn wenn jemand einer von diesen Drei ist, ist es schon kein „Gegen alle“, sondern „Für jemand!“
„Eben!“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™ und zog den Teller mit der Okroschka zu sich.
Mascha sah Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt an. Katja lachte froh.
Ins Eßzimmer kam mit schwerem Gang Koni hinein.



Wednesday, June 14, 2006 12:26:04

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und schminkte sich als Marat Alexandrowitsch Gelman, um die Debatten zwischen der Führerin der jugendlichen öffentlichen Bewegung „Alle sind frei!“ Xenia Anatoljewna Sobtschak und dem Leader der Jugendunion „Für die Heimat!“ Sergej Alexandrowitsch Schargunow zu besuchen.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Präsidentenarbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow, geschminkt als Vorsitzender des föderalen politischen Rates der Partei „Union Rechter Kräfte“ Nikita Jurjewitsch Belych, betrat den Raum.
„Na und, bist Du bereit zu gehen?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch.
„Wart mal ab, gleich,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und klebte dabei den Bart an.
„Ich hab für Dich ein Geschenk gebastelt,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch froh.
„Bitte bitte,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
Wladislaw Jurjewitsch kam an den breiten Präsidententisch heran und stellte ein großes Stoffweib zum Teebrühen darauf.
„Was ist das?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das ist eine Babuschka,“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch, holte aus der Tasche eine kleine Fernbedienung und drückte den einzigen Knopf in Form des goldenen Doppeladlers.
Im Inneren der Babuschka begann es zu summen und sie verwandelte sich direkt vor Wladimir Wladimirowitschs™ erstaunten Augen in einen Deduschka.
„Aber sowas!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Das ist recht cool! Danke, Bratello! Es ist ganz schön lieb von Dir! Laß mal, ich will es selbst probieren!“
Wladislaw Jurjewitsch lächelte ihn mit einem noch breiterem Lächeln an und übergab Wladimir Wladimirowitsch™ die Fernbedienung.
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Knopf.
Der Deduschka verwandelte sich zurück in die Babuschka.



Thursday, June 8, 2006 12:29:45

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und schminkte sich als Marat Alexandrowitsch Gelman, um die Debatten zwischen der Führerin der jugendlichen öffentlichen Bewegung „Alle sind frei!“ Xenia Anatoljewna Sobtschak und dem Leader der Jugendunion „Für die Heimat!“ Sergej Alexandrowitsch Schargunow zu besuchen.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Präsidentenarbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow, geschminkt als Vorsitzender des föderalen politischen Rates der Partei „Union Rechter Kräfte“ Nikita Jurjewitsch Belych, betrat den Raum.
„Na und, bist Du bereit zu gehen?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch.
„Wart mal ab, gleich,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und klebte dabei den Bart an.
„Ich hab für Dich ein Geschenk gebastelt,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch froh.
„Bitte bitte,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
Wladislaw Jurjewitsch kam an den breiten Präsidententisch heran und stellte ein großes Stoffweib zum Teebrühen darauf.
„Was ist das?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das ist eine Babuschka,“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch, holte aus der Tasche eine kleine Fernbedienung und drückte den einzigen Knopf in Form des goldenen Doppeladlers.
Im Inneren der Babuschka begann es zu summen und sie verwandelte sich direkt vor Wladimir Wladimirowitschs™ erstaunten Augen in einen Deduschka.
„Aber sowas!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Das ist recht cool! Danke, Bratello! Es ist ganz schön lieb von Dir! Laß mal, ich will es selbst probieren!“
Wladislaw Jurjewitsch lächelte ihn mit einem noch breiterem Lächeln an und übergab Wladimir Wladimirowitsch™ die Fernbedienung.
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Knopf.
Der Deduschka verwandelte sich zurück in die Babuschka.



Wednesday, June 7, 2006 14:00:26

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und schminkte sich als Marat Alexandrowitsch Gelman, um die Debatten zwischen der Führerin der jugendlichen öffentlichen Bewegung „Alle sind frei!“ Xenia Anatoljewna Sobtschak und dem Leader der Jugendunion „Für die Heimat!“ Sergej Alexandrowitsch Schargunow zu besuchen.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Präsidentenarbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow, geschminkt als Vorsitzender des föderalen politischen Rates der Partei „Union Rechter Kräfte“ Nikita Jurjewitsch Belych, betrat den Raum.
„Na und, bist Du bereit zu gehen?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch.
„Wart mal ab, gleich,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™ und klebte dabei den Bart an.
„Ich hab für Dich ein Geschenk gebastelt,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch froh.
„Bitte bitte,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse.
Wladislaw Jurjewitsch kam an den breiten Präsidententisch heran und stellte ein großes Stoffweib zum Teebrühen darauf.
„Was ist das?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das ist eine Babuschka,“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch, holte aus der Tasche eine kleine Fernbedienung und drückte den einzigen Knopf in Form des goldenen Doppeladlers.
Im Inneren der Babuschka begann es zu summen und sie verwandelte sich direkt vor Wladimir Wladimirowitschs™ erstaunten Augen in einen Deduschka.
„Aber sowas!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Das ist recht cool! Danke, Bratello! Es ist ganz schön lieb von Dir! Laß mal, ich will es selbst probieren!“
Wladislaw Jurjewitsch lächelte ihn mit einem noch breiterem Lächeln an und übergab Wladimir Wladimirowitsch™ die Fernbedienung.
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Knopf.
Der Deduschka verwandelte sich zurück in die Babuschka.



Tuesday, June 6, 2006 14:10:39

Eines Tages las Wladimir Wladimirowitsch™ Putin eine Gastrede beim Weltzeitungskongress vor.
„Heutzutage gibt es in Rußland dreiundfünfzig Tausend Periodika,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Über drei Tausend Fernsehsender! Es ist unmöglich, sie alle zu kontrollieren, selbst wenn der Staat einen solchen Wunsch hätte.“
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete traurig auf.
Plötzlich standen im Saal zwei junge Männer und ein Mädchen von ihren Plätzen auf. Die Männer entfalteten eine Rolle Stoff, auf welcher „Putin ist Beslans Henker“ geschrieben stand.
„Rußland ohne Putin!“ rief das Mädchen mit hellklingender Stimme aus. „Nieder mit der Zensur!“
Alle Sitzenden drehten sich sofort zum Mädchen um, keiner sah schon auf Wladimir Wladimirowitsch™ mehr.
„Das hat sich Slawa clever einfallen lassen,“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Die Große Acht ohne Putin!“ schrie das Mädchen. „Freiheit für politische Häftlinge!“
„Na schön,“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™. „Jetzt ist es bei uns wie es sich in der ganzen Welt gehört.“
Die jungen Männer und das Mädchen hörten auf zu skandieren, rollten ihre Agitation zusammen und verließen den Saal, begleitet von den FSO-Agenten.
Die westlichen Journalisten begannen zufrieden zu lächeln.
Wladimir Wladimirowitsch™ fuhr die Rede fort.



Friday, June 2, 2006 13:23:01

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und spielte das Geheimspiel „Dosory“. Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm sofort den Hörer ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die Stimme des Verteidigungsministers Sergej Borissowitsch Iwanow. „Ich hab ein neues Nationalprojekt ausgedacht.“
„Mit den Nationalprojekten beschäftigt sich bei uns eigentlich der andere Nachfolger, oder?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ bestürzt.
„Meinst Du, er taugt dafür und ich nicht?“ wunderte sich Sergej Borissowitsch. „Ich will auch die Nationalprojekte betreuen!“
„Du bist bei uns für die Liebe verantwortlich,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das ist zu wenig,“ antwortete der Verteidigungsminister hartnäckig.
„Na gut,“ atmete Wladimir Wladimirowitsch™ auf. „Was für ein Nationalprojekt hast Du ausgedacht?“
„Das ist ein geniales Projekt!“ sagte Sergej Borissowitsch froh. „Ich schlage vor, Rußlands Grenzen entlang einen gepanzerten vier Meter großen Zaun aufzustellen! Das Budget des Projekts beträgt...“
„Wart mal ab mit dem Budget,“ unterbrach Wladimir Wladimirowitsch™ den Minister. „Wozu brauchen wir diesen Zaun?“
„Zwecks Kinderschutz!“ antwortete Sergej Borissowitsch stolz.
„Für welche Kinder?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Für Deine Kinder?!“
„Wieso denn für meine Kinder?“ sagte Sergej Borissowitsch gekränkt. „Für alle Kinder überhaupt... für russische Kinder... Und überhaupt...“
Sergej Borissowitsch verstummte.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise. „Sag mir, hast Du es selbst ausgedacht oder hats Dir jemand vorgesagt?“
„Selbst...“ antwortete der Verteidigungsminister noch leiser. „Ich bin zur Arbeit gekommen und da sehe ich: auf dem Kalender steht geschrieben – „Internationaler Tag für Kinderschutz“. Und nun habe ich es mir einfallen lassen...“
„Bratello!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ beruhigend. „Ich wiederhole es noch einmal. Du bist bei uns für die Liebe zuständig! Denken ist nicht Dein Prärogativ.“
Und dann legte Wladimir Wladimirowitsch™ den Hörer auf.



Friday, June 2, 2006 13:08:20

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Generalstaatsanwalt Wladimir Wassiljewitsch Ustinow auf dem Dach des I. Kreml-Gebäudes und verfolgten den Sonnenaufgang.
„So schön ist es,“ sprach der Generalstaatsanwalt. „Stell mal Dir vor: der Verdächtige liegt in der Isolierzelle für Untersuchungsgefangene, auf der Pritsche. Es ist dunkel, feucht, schwül. Es stinkt. Und da kommt plötzlich der erste Strahl der aufgehenden Sonne ins Fenster hinein. Er läuft über die vom Atmen der Schlafenden mit Wassertropfen bedeckte Wand, zuerst schüchtern, dann immer schneller. Er spielt in diesen Tropfen, zittert und fällt dann auf die Pritsche und von da aus – aufs Gesicht des Verdächtigen. Zuerst auf das Haar, dann auf die Stirn, dann – auf die Augen. Die Augenlider zittern, der Verdächtige will seinen Traum bis zum Ende gucken... Da, in seinem Traum, hat er eine Familie, Kinder, eine achtzig Meter lange Yacht in Sardinien, ein Zementwerk in Ust-Urjupinsk, einen Blow Job von Angelina Jolie... Aber der Strahl läßt ihn den Traum nicht fertiggucken und kitzelt ihn: steh auf, Mensch! Wach auf! Bald mußt Du zum ersten Verhör!“
„Ja...“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah zum rosa werdenden Himmel über Kapotnja hinauf. „Es ist schön...“
„Weißt Du, Bratello,“ sagte der Generalstaatsanwalt. „Ich mag meinen Job. Ich gehe nie in Rente.“
Plötzlich wurde der Himmel unerwartet dunkel, es blaste ein furchtbar harter Wind, die Stahlbleche auf dem Dach des I. Kreml-Gebäudes begannen zu donnern.
„Du bist gefeuert!“ ertönte vom Himmel eine alldurchdringende Stimme.
Die Männer saßen wie versteinert vor Entsetzen.
„Was war das?..“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ich glaube, ich weiß, was das war,“ flüsterte der blaß gewordene Wladimir Wassiljewitsch entgegen. „Beslans Stimme...“
Über Kapotnja erschien ein Rand der Sonnenscheibe.
Direkt ins Auge des Generalstaatsanwalts schlug ein leuchtender Strahl.



Friday, June 2, 2006 11:01:49

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und langweilte sich. Draußen regnete es, die Gay-Parade wurde wieder abgesagt und Wladimir Wladimirowitsch™ überlegte sich, womit er sich beschäftigen könnte.
Nachdem Wladimir Wladimirowitsch™ die neuen Mails durchgesehen und im LiveJournal über Perversionen gelesen hatte, nahm er den Hörer des Telefons für Verbindung mit ausländischen Staatsoberhäuptern ab.
„Fräulein,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer. „Verbinden Sie mich mal... mit Juschtschenko.“
„Eine Sekunde bitte,“ antwortete eine angenehme Frauenstimme.
„Hallo!“ ertönte nach einer kurzen Pause die Stimme des Präsidenten der Ukraine Wiktor Andrejewitsch Juschtschenko.
„Koffer, Bahnhof, Amerika!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™, schmiss den Hörer und lachte froh auf.
„So, was könnte sich man noch einfallen lassen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ sich selbst.
Hinter dem Fenster blitzte es, nach einem Augenblick ertönte mächtiges Donnern.



Tuesday, May 30, 2006 11:33:23

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah sich mit Interesse eine Direktübertragung der ersten Moskauer Gay-Parade an.
„Ein Abgeordneter des Bundestags wurde im Zentrum Moskaus von russischen Faschisten zusammengeschlagen,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin, als man auf dem Bildschirm einen blutüberströmen Mann zeigte. „Das ist fantastisch...“
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Igor Iwanowitsch Setschin.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Sag mal, wie steht es bei uns mit Menschenressourcen... Gibts da viele Homosexuelle?“
„Wir führen eine solche Statistik eigentlich nicht...“ antwortete Igor Iwanowitsch verlegen. „Und wozu brauchst Du es?“
„Schön schade, daß Ihr über solche Information nicht verfügt!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ streng. „Ganz schade! Man müßte es wissen!“
„Aber wozu?“ konnte Igor iwanowitsch nicht kapieren. „Arbeiten sie etwa schlechter oder was?“
„Es ist egal, wie sie arbeiten!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Wegen ihnen können wir Pogrome im Haus bekommen! Und sowas brauchen wir schon gar nicht, stimmt?“
„Pogrome?“ wunderte sich Igor Iwanowitsch. „Nee, wir brauchen keine Pogrome.“
„Überprüft also,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™, „ob wir viel Homosexuelle im Kreml haben.“
„Okay,“ murmelte Igor Iwanowitsch. „Wir versuchen es.“
Und die Männer brachen die Verbindung ab.



Friday, May 26, 2006 13:29:04

Eines Tages ruhte Wladimir Wladimirowitsch™ Putin auf einer Chaise longue auf seinem Präsidentenstrand in Sotschi und hörte zu, wie die Möwen kreischen. Plötzlich klingelte in der Tasche seiner Badehose das Regierungsmobiltelefon. Wladimir Wladimirowitsch™ holte den Apparat mit dem goldenen Doppeladler anstatt Tastatur heraus und drückte auf die einzige Taste darauf.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die Stimme des Vize-Chefs der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow. „Man hat es in der ersten Fassung verabschiedet.“
„Entschuldige, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und lächelte dem blauen Himmel zu. „Was meinst Du?“
„Ich meine das Staatsmonopol,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Auf Spiritus.“
„Wozu denn das noch?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Laß sie trinken, die Bürger!“
„Das reduziert den Alkoholkonsum nicht,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Und das Monopol brauchen wir doch. Die Hälfte der Fraktion „Einheitliches Rußland“ wird ersetzt, sie haben schon das Doppelte durchgehalten. Und die neuen Modelle funktionieren mit Spiritus. Mit Öl ist es jetzt teuer geworden.“
„Hör mal,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Könnte man vielleicht irgendwelche Androids erfinden, die die Energie durchs Labern produzieren? Die ganze Zeit vergeuden wir nur Treibstoff mit ihnen.“
„Tja, ich weiß es nicht...“ murmelte Wladislaw Jurjewitsch. „Ich überlege es mir. Vielleichts klappts.“
„Überleg, überleg es Dir,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wenns klappt, werden wir zu energetischen Herrschern des Universums! Mit dem Labern ist es bei uns vollkommen in Ordnung... Allein von Jawlinski und Nemzow kann man das ganze Moskau mit Energie versorgen...“
„Ich überlege es mir,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch und schaltete die Verbindung ab.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah zum Himmel hinauf und lächelte.
Die Möwen kreischten wie verrückt.



Friday, May 26, 2006 13:29:04

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las Nachrichten.
„Severstal“ wird mit dem europäischen Stahlkonzern „Arcelor“ zusammengelegt,“ las Wladimir Wladimirowitsch™. „Einige haben Schwein.“
Wladimir Wladimirowitsch™ begann eine andere Nachricht zu lesen.
„Juri Luschkow hält die Vereinigung Moskaus und des Moskauer Gebiets in ein Subjekt der Föderation für möglich,“ las Wladimir Wladimirowitsch™. „Hm...“
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Alle vereinigen sich. Mordaschow mit Europa, Luschkow mit Gromow. Wir sollten uns auch mit jemand vereinigen. Was meinst Du dazu?“
„Mit Weißrußland,“ schlug Wladislaw Jurjewitsch vor.
„Mit welchem Weißrußland?!“ winkte Wladimir Wladimirowitsch™ mit seiner Präsidentenhand ab. „Was ist Weißrußland? Wo ist es, dieses Weißrußland? Mordaschow zusammen mit Arcelor bilden das weltgrößte Stahlunternehmen! Luschkow zusammen mit Gromow bilden das größte Subjekt der Föderation Rußlands! Ein Drittel des Staatshaushalts! Und dieses Weißrußland? Was können wir damit bilden? Noch ein Gebiet Rußlands? Das ist uninteressant.“
„Dafür ist es sehr technologisch,“ erwiderte Wladislaw Jurjewitsch.
„Man muß sich ambitionierte Ziele setzen!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ streng. „Ich schlage vor, sich mit China zu vereinigen. Dann bekommen wir das größte Land in der Welt.“
„Wir sind doch eh das weltgrößte Land,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Lieber sollte man sich dann mit Amerika vereinigen.“
„Wozu mit Amerika?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Damit es nicht mehr existiert,“ erklärte Wladislaw Jurjewitsch.
Wladimir Wladimirowitsch™ versank in Gedanken.



Wednesday, May 24, 2006 15:19:21

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las die Änderungen zum föderalen Verfassungsgesetz „Über die Regierung der Russischen Föderation“.
„Die Mitglieder der Regierung,“ las Wladimir Wladimirowitsch™, „dürfen in der Öffentlichkeit Daten über die Staatsschuld nicht in Fremddevisen nennen... hm...“
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte sofort auf seinem Präsidentenpult den Rufknopf des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Deine Androids kriegen schon gar nix mit.“
„Und was is’ los?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Sie haben ein Gesetz verabschiedet,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Alle Staatsschulden müssen in Rubel nachgerechnet werden. Es ist also so, daß man sie jeden Tag neu umrechnen muß!“
„Na und?“ wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch. „Sie sind doch Androids. Sie haben einen Computer im Kopf. Man hat den Kurs aus dem Internet geladen – und nun sind richtige Zahlen schon da.“
„Und in der Regierung?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Von ihnen sind doch noch nicht alle Androids bei uns! Da gibts noch Menschen! German Oskarowitsch...“
„Ich habs schon satt mit Deinem German Oskarowitsch,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch kalt. „Dann müssen sie selbst gehen. Wenn sie umrechnen nicht können.“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah sein Präsidentenpult erstaunt an.



Wednesday, May 24, 2006 11:53:06

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las im Präsidenteninternet einen Artikel darüber, daß er, Wladimir Wladimirowitsch™, ein Phallussymbol ist.
„Jetzt kann man ohne weiteres entsprechende Figürchen machen,“ las Wladimir Wladimirowitsch™, „und sie verkaufen. Der Präsidentenkopf in Form des Peniskopfs. Pfui, so ein fades Zeug!“
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm sofort den Hörer ab und wählte die Nummer des Generalstaatsanwalts Wladimir Wassiljewitsch Ustinow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hast Du nun gesehen, welche Schlüpfrigkeiten man über mich schreibt, Du? Ein Phallussymbol... ein Peniskopf... frech ohne Ende geworden!“
„Ich habs gesehen,“ sagte Wladimir Wassiljewitsch kläglich. „Unverschämte Leute. Vielleicht sollen wir sie kaufen? Für hundertzwanzig Millionen zum Beispiel.“
„Kaufen?!“ fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ auf. „Für sowas Volksgeld ausgeben? Die Bude dicht machen und Schluß! Und den Autor verhaften!“
„Das ist undemokratisch...“ sagte der Generalstaatsanwalt vorsichtig.
„Und beschimpfen ist demokratisch?“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus.
„Man wird rumschreien,“ murmelte Wladimir Wassiljewitsch.
„Das sehen wir noch,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wenn man zu laut schreien wird, dann kaufen wir sie. Wieviel hast Du gesagt? Hundertzwanzig? Okay, laß es hundertzwanzig sein. Aber vorerst dicht machen!“
„Na gut,“ atmete der Generalstaatsanwalt auf.
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer auf.



Tuesday, May 23, 2006 12:02:12

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sang seine Lieblingslieder aus dem Song Contest „Eurovision-2006“ vor sich hin.
„Show me your love,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin während der Arbeit mit Dokumenten. „Never let you go… go-go… show me… Hallelujah!“
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Präsidentenarbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow betrat den Raum.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Ich hab mir noch eine Möglichkeit einfallen lassen. Wegen der dritten Präsidentschaftsperiode.“
„Bitte bitte,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse und schob die Dokumente beiseite.
„Man soll ein Referendum durchführen,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch.
„Wie Luka etwa?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Nee, das ist doch so kitschig!“
„Nein, nicht so,“ schüttelte Wladislaw Jurjewitsch den Kopf. „Nicht wie Luka. Sondern wie in Montenegro.“
„In welchem Sinne?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Die ganze Welt freut sich über die Ergebnisse des Referendums in Montenegro,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „So zivilisiert ist da alles verlaufen und so. Und wir sollen also auch ein ziviliesiertes Referendum über die Unabhängigkeit durchführen. Sagen wir mal zum Beispiel ein Referendum über die Unabhängigkeit von Ölpreisen.“
„Ich verstehe nichts,“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™ schuldbewußt.
„Jedes Referendum über die Unabhängigkeit,“ erklärte Wladislaw Jurjewitsch, „bedeutet die Änderung der Staatlichkeit. Du warst zweimal der Präsident Rußlands. Und der Präsident des von Ölpreisen unabhängigen Rußlands warst Du noch nicht. Und somit hast Du durchaus durch die Verfassung verankertes Recht darauf. Verstehst Du es?“
„Es ist cool,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „Aber wozu soll ich zum Präsidenten des von Ölpreisen unabhängigen Rußlands werden?“
Nach diesen Worten sah Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch aufmerksam an.



Thursday, May 18, 2006 12:39:08

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und fühlte sich sehr aufgeregt.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow betrat mit schnellem Schritt den Raum.
„So, gehen wir?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch. „Ich hab zwei Karten.“
Wladislaw Jurjewitsch zeigte Wladimir Wladimirowitsch™ zwei Kinotickets.
„Gehen wir,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™ und stand vom Sessel auf. „Weißt Du, ich bin irgendwie aufgeregt.“
„Bist aufgeregt?“ wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch. „Warum?“
„Na ja, es ist doch...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und zog seinen Präsidentenregenmantel an. „Der Film ist doch über die Oma.“
„Über welche Oma?“ kapierte Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Vergiß es,“ winkte Wladimir Wladimirowitsch™ ab. „Los, gehen wir.“
Die Männer gingen aus dem Arbeitsraum hinaus.
„Wir gehen „The Da Vinci Code“ gucken,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ kurz dem Sekretär. „Wenn man mich anruft – ich bin nicht im Haus.“



Wednesday, May 17, 2006 12:03:11

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Vize-Chef seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow inkognito an einem Tisch im Saal des Moskauer Klubs „Bilingua“ und verfolgten mit Interesse die politischen Debatten zwischen dem Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer Alexej Wiktorowitsch Tschadajew und der einfachen russischen Frau Irina Mutzuowna Hakamada.
„Alexej, gefalle ich Ihnen?“ fragte Irina Mutzuowna Alexej Wiktorowitsch.
„Wissen Sie...“ begann Alexej Wiktorowitsch.
„Mir gefällt sie...“ sagte Wladislaw Jurjewitsch Wladimir Wladimirowitsch™.
„Gleb Olegowitsch, würden Sie mir bitte ein Autogramm geben?“ attackierte Wladimir Wladimirowitsch™ ein Mädchen aus dem Publikum.
„Man sollte etwas nicht so auffälliges anziehen,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und schrieb dem Mädchen sein Autogramm im Studentenbuch.
„So wie ich, genau,“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch.
„Und was wirst Du machen,“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™, „wenn Litwinowitsch jetzt hierher kommt und Dich als sie verkleidet sieht?“
„Sie kommt nicht,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Das sage ich Dir als hochgestellter Kreml-Beamter.“
„Na gut, wenn Du es sagst...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und nahm einen großen Schluck Bier. „Der Tschadajew ist irgendwie verklemmt, findest Du nicht?“
„Man sollte über Sex schreiben,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch. „Putin. Seine Sexologie. Es wäre geil...“
„Sexologie?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Nee, es soll schon lieber doch die Ideologie sein.“
„Oder die Demographie!“ rief Wladislaw Jurjewitsch aus. „Putin! Seine Demographie!“
„Schrei nicht so laut...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Alle drehen sich schon zu Dir um.“
„Nicht zu mir,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Zu Marina. Sie ist schön.“
Alexej Wiktorowitsch zitierte jemand.
„Es lebe Rußland!“ ertönte es von draußen.
Im Raum des Klubs hing dichter Tabakrauch.



Tuesday, May 16, 2006 11:10:47

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und überlegte sich, wie er die Vertikale des Kriminalrechts im Land vernichten kann. Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums auf und ein mittelgroßer Mann in einem grauen Anzug betrat kaum hörbar den Raum.
In den Händen hielt der Mann einen kleinen Koffer. Der Mann hatte barmherzige Augen im Gesicht, die drei Tage alten Barstoppeln und lächelte freundlich. „Der sieht wie Roma aus...“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™.
Der Mann kam weich an den Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ heran und reichte ihm seine kräftige sehnige Hand.
„Entschuldigen Sie?“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ fragend.
„Wolf,“ antwortete der geheimnisvolle Unbekannte, sein Lächeln wurde noch breiter. „Mister Wolf. Ich löse Probleme.“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte auf den Mann, ihm wurde plötzlich bange.
„Ich hab diesen Namen schon einmal gehört...“ ertönte es im Kopf von Wladimir Wladimirowitsch™.



Monday, May 15, 2006 12:21:08

Eines Tages las Wladimir Wladimirowitsch™ Putin seine Präsidentenjahresrede vor der Föderalen Versammlung vor.
„Wir können auch ausführlicher über unseren Platz in der Weltwirtschaft erörtern,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ und sah die im Marmorsaal des Kremls sitzenden Androids mit Streifenkrawatten an. Die Androids langweilten sich offensichtlich.
„Obwohl... wir können es auch nicht erörtern,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wollen wir lieber über den Verschleiß sprechen. Leider ist der größte Teil der Industrietechnik, die zur Zeit in der russischen Industrie eingesetzt wird, schon nicht um Jahre, sondern um Jahrzehnte veraltet.“
Die Androids begannen aufgeregt zu summen.
„Ja, wir wissen es, so wurde unsere Industrie noch zu den Sowjetzeiten ausgebaut,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ beruhigend. „Aber das bloß zu wissen reicht absolut nicht. Man soll konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Situation zu verändern.“
Die Androids summten noch lauter.
„Rußland kann zu einem der Leader auf dem Gebiet der Nanotechnologien werden,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Dies ist eine der perspektivsten Richtungen in Fragen der Energiesparung, der Elementenbasis, der Medizin, der Robotertechnik.“
Die Androids blickten auf einander beunruhigt.
„Und jetzt über das Wichtigste,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was ist bei uns das Wichtigste? Im Verteidigungsministerium weiß man, was bei uns das Wichtigste ist. Die Rede geht tatsächlich von der Liebe, von Frauen, von Kindern.“
Die Androids sahen Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt an.
„Sehr geehrte Mitglieder der Föderalen Versammlung!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und betrachtete aufmerksam die Streifenkrawatten. „Wenn wir wirklich für unsere Bürger etwas Nützliches und Nötiges tun wollen, schlage ich Ihnen vor - allerlei politische Ambitionen beiseite geschoben, ohne Ressourcen zu vergeuden – sich auf der Lösung für das Land wichtigster Probleme zu konzentrieren, wovon am Wichtigsten das demographische Problem ist. “
Die Androids blickten erstaunt auf einander.
„Wir, ich und Wladislaw Jurjewitsch,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™ auf den daneben sitzenden Vize-Chef seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow, „haben beschlossen, zu den Wahlen im Jahr 2007 alle Androids mit Menschen zu ersetzen.“
Im Marmorsaal des Kremls verbreitete sich der Geruch des Ozons.
„Deswegen informieren wir Sie im Voraus,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wenn jemand auch weiter in der Staatsduma tätig sein möchte – bitte kümmern Sie sich um die Lösung Ihrer eigenen demographischen Situation. Wollen wir mit uns selbst beginnen!“
Im Saal ertönte ein scharfes Knallen. Wladimir Wladimirowitsch™ spürte den Geruch der brennenden Isolierung.



Monday, May 15, 2006 12:19:30

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las mit Interesse den Brief über die Liquidation der Rissischen Orthodoxen Kirche, geschrieben vom Internet-Tölpel an den Föderalen Registrierungsdienst des Justizministeriums der Russischen Föderation.
„Der gibt Gas!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus, als er mit dem Lesen des Briefs fertig war.
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums von Wladimir Wladimirowitsch™ auf und der Verteidigungsminister Sergej Borissowitsch Iwanow betrat den Raum.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Sergej Borissowitsch und lächelte etwas verlegen. „Sag mal, hast Du es gestern in Deiner Jahresrede ernst gemeint, tatsächlich?“
„Was genau?“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Äh...“ murmelte Sergej Borissowitsch und errötete. „Na ja... über die Liebe. War das ernst?“
„Über die Liebe?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Natürlich habe ich es ernst gemeint!“
„Aber wie kann denn sowas vorgehen...“ stockte Sergej Borissowitsch. „Wie können wir denn sowas machen?..“
„Was meinst Du?“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ wieder nicht.
„Tja...“ Sergej Borissowitsch errötete noch mehr. „Das ist doch schon ein echter "Brokeback Mountain", Du! Was sagt die Kirche dazu?!“
„Was hat aber die Kirche damit zu tun?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Welcher Mountain?! Kinder gebären muß man, Bratello! Kinder!“
„Gebären?!“ flüsterte Sergej Borissowitsch entsetzt. „Aber... ich bin sozusagen... nicht ganz bereit für sowas...“
„Und wer ist hier Oberster Befehlshaber?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „“
„Du bist es...“ murmelte Sergej Borissowitsch. „Äh... ich wollte sagen «Jawohl, Genosse Oberster Befehlshaber»!“
„So ist es besser,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was heißt sowas – „Bin nicht bereit“?.. Meinst Du, ich war bereit, zum Präsidenten zu werden? Und ich mußte es trotzdem... So ist es...“
Wladimir Wladimirowitsch™ blickte auf Sergej Borissowitsch aufmerksam.



Saturday, May 6, 2006 13:25:21

Eines Tages erwachte Wladimir Wladimirowitsch™ Putin am Morgen in seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo. Hinter den Fenstern des Präsidentenschlafzimmers schien grell die Sonne. Es sangen die Vögel. Leise surrte der Servomotor einer Überwachungskamera.
„Es ist schön!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus, warf von seinem durchtrainierten Körper die Präsidentendecke mit an den Ecken goldgestickten Doppeladlern weg und rekelte sich zufrieden.
Wladimir Wladimirowitsch™ setzte sich auf das Bett, stellte die Füße auf den Boden, steckte sie in die weichen Hausschuhe aus der Haut eines tschetschenischen Feldkommandeurs mit den Spitzen nach oben ein. Auf einem Hausschuh war „Allah akbar“ auf arabisch tätowiert, auf dem anderen stand auf russisch „DMB-86“ geschrieben. Wladimir Wladimirowitsch™ stand auf, überwarf seinen mit den russischen Wappen gestickten Hermelinschlafrock, machte ein paar harte Bewegungen mit den Armen und begab sich munter ins Badezimmer, Kikabidses Lied „Po aerodromu“ vor sich hin singend.
Wladimir Wladimirowitsch™ drehte den Griff des Platinhahns mit dem goldenen Doppeladler auf dem mattierten Kopf. Der Hahn zischte leise, gab jedoch kein Wasser.
„Nicht verstanden...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und steckte seinen Präsidentenfinger in den Hahn. „Wo ist denn Wasser?“
Wladimir Wladimirowitsch™ zuckte die Achseln, ging aus dem Badezimmer hinaus, kam zum auf einem schönen Nachttisch aus Nußholz stehenden Präsidententelefon heran und nahm den Hörer ab. Im Hörer war die Stille.
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde sofort bange.
„Ein Coup D'état,“ dachte Wladimir Wladimirowitsch™. „Aber wer?!“
Wladimir Wladimirowitsch™ steckte die Hand in die Tasche des Schlafrocks, fand da das Regierungsmobiltelefon mit dem Doppeladler anstatt Tastatur, faßte es schnell und drückte verkrampft auf den Egal-Wen-Rufknopf.
„Hör mal, Bratello,“ schrie Wladimir Wladimirowitsch™ in den Hörer. „Was passiert überhaupt?!“
„Eingentlich nichts,“ antwortete im Hörer die erstaunte Stimme des Vize-Chefs der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow. „Und was ist los?“
„Ich hab kein Wasser im Hahn!“ platzte Wladimir Wladimirowitsch™ heraus.
„Tja, aber...“ murmelte Wladislaw Jurjewtsch. „Onischtschenko hat es verboten. Er hat gesagt, da seien Pestiziden drin. DDT.“
„Welche Pestiziden?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und die Telekommuniktion?“
„Und da auch,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Er sage, es entspreche den Sanitätsverordnungen nicht. Und hat es allen verboten. So ein Unmensch.“
„Was hat er noch verboten?“ beruhigte sich etwas Wladimir Wladimirowitsch™.
„Strom,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch. „Gas. Öl auch.“
„Öl?!“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wieso hat er denn auch Öl verboten?!“
„Er sagt, da seien Pestiziden drin,“ wiederholte Wladislaw Jurjewitsch. „DDT.“
„Und im Strom auch DDT vorhanden?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Im Strom auch,“ bestätigte Wladislaw Jurjewitsch. „Man erzählt, bald wird es kein Fernsehen mehr geben. Und kein Radio. Mit der Kanalisation ist auch nicht alles in Ordnung... Angeblich wird man sie auch verbieten. DDT.“
„Wie werden wir dann aber...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ bestürzt. „Wie können wir doch ohne Kanalisation?“
„Was soll diese Kanalisation,“ atmete Wladislaw Jurjewitsch auf. „Wer könnte mir erklären, was mit diesem Musiker zu tun ist... Ab Morgen früh ruft er mich ständig übers Festnetz an...“
„Mit welchem Musiker noch?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Na mit diesem,“ Wladislaw Jurjewitsch suchte in seinen Unterlagen. „Schewtschuk Juri Julianowitsch.“
„Und was ist mit ihm los?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Hat er auch DDT?“



Friday, May 5, 2006 16:01:55

Eines Tages aßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Vize-Chef seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow in der Kantine der Staatsduma zu Mittag.
„Hör mal, Bratello,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ und aß dabei einen Joulien. „Ich verstehe alles. Toleranz den Minderheiten gegenüber und so. Aber wir sind doch die Legislative. Und mit einem solchen Outfit...“
„Was meinst Du?“ verstand Wladislaw Jurjewitsch nicht.
„Na der da,“ zeigte Wladimir Wladimirowitsch™ auf den Nachbartisch.
Am Nachbartisch saß das Mitglied der Fraktion „Rodina“ Alexander Wiktorowitsch Tschujew. Alexander Wiktorowitsch hatte einen farbigen Anzug mit Lurex an, seine Lippen waren grell geschminkt, an den Ohren hingen riesige goldene Ohrringe.
„Nicht schlecht...“ murmelte Wladislaw Jurjewitsch. „Das ist eine interessante... Programmstörung...“
„Ich denke so,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wir sollen eine Änderung eintragen. So, damit Abgeordnete den Homosexualismus nicht propagieren könnten. Propagiert man wie dieser Tschujew – darf man fünf Jahre lang kein Abgeordneter sein. Zwei Einberunfungen also.“
„Na ja, können wir machen,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch und betrachtete den Abgeordneten mit Interesse. „Und wer wird diese Änderung vorschlagen?“
„Er soll es vorschlagen,“ Wladimir Wladimirowitsch™ nickte in Richtung Tschujew. „Er hat doch die Programmstörung.“
„Es ist logisch,“ stimmte Wladislaw Jurjewitsch zu und begann sein Cote de boeuf zu essen.



Friday, May 5, 2006 16:01:55

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und hatte Durst.
Wladimir Wladimirowitsch™ drückte auf den Rufknopf des Sekretärs.
„Wißt Ihr was...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Bringt mir mal Borschomi.“
„Borschomi gibt es nicht,“ antwortete der Sekretär etwas gekränkt.
„Was heißt – gibt es nicht?“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und wohin ist es weggeflossen?“
„Man sagt, Onischtschenko habe es verboten,“ sagte der Sekretär.
„Onischtschenko?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™. „Bitte bitte, verbinden Sie mich mal mit ihm.“
„Eine Sekunde bitte,“ antwortete der Sekretär.
Nach ein paar Sekunden hörte Wladimir Wladimirowitsch™ im Hörer die Stimme des Obersten Hygienearztes der Russischen Föderation Gennadi Grigorjewitsch Onischtschenko.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Bist Du echt nicht mehr ganz dicht oder was? Wo ist denn Borschomi?“
„Ich habe es ver...“ antwortete Fennadi Grigorjewitsch. „Verboten habe ich es!“
„Verboten?!“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Warum?!“
„Aber...“ sagte Gennadi Grigorjewitsch verlegen. „Es geht doch um die Konterrevolution!“
„Was hat aber Borschomi damit zu tun?“ konnte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht verstehen.
„Ist aus Georgien,“ murmelte Gennadi Grigorjewitsch.
„Na und?!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Und was soll ich jetzt trinken?!“
„Na... Trink Narsan,“ sagte Gennadi Grigorjewitsch schon völlig verlegen.
„Ich will kein Narsan!“ schrie Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich will Borschomi trinken!“
„Bratello,“ fragte Gennadi Grigorjewitsch ganz leise. „Da ist nix mehr geblieben, was man noch verbieten kann...“
„Verbiete die Georgier!“ platzte Wladimir Wladimirowitsch™ heraus. „Und laß Borschomi in Ruhe!“
Und dann schmiss Wladimir Wladimirowitsch™ den Hörer auf den Apparat.



Thursday, May 4, 2006 11:51:02

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las begeistert einen FSB-Bericht über den Briefwechsel seines Präsidententölpels, des aus dem Internet, mit der Öffentlichkeit zum Thema Homosexualismus.
„Der gibt Gas!“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™, als er über die Zoophilie las. „Sie fressen ihn ja dafür weg!“
Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die Stimme des Katastrophenministers Sergej Koschugetowitsch Schojgu. „Du, stell Dir mal vor, in Sotschi ist ein armenisches Flugzeug abgestürzt.“
„Aber geh...“ glaubte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Was, direkt in Sotschi ist es abgestürzt?!“
„Na ja, nicht direkt in Sotschi,“ sagte Sergej Koschugetowitsch. „Über dem Meer, vor Landung.“
„Na sowas...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Waren viele Leute drin?“
„Etwa ein Hundert, denke ich...“ antwortete Sergej Koschugetowitsch. „Wir fischen sie grade heraus.“
„Tja...“ dehnte Wladimir Wladimirowitsch™. „Man sollte eigentlich eine Trauer anordnen...“
„Eine Trauer?“ wunderte sich Sergej Koschugetowitsch. „Wozu? Wir haben wegen solcher Kleinigkeiten noch nie Trauer angeordnet.“
„Eine Kleinigkeit nennst Du sowas?!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ schnell. „Das ist doch Sotschi! Und stell Dir vor, das Flugzeug wäre auf meine Residenz abgestürzt! Wie könnte ich mich dann da erholen, Du?! Die Trauer ist unbedingt anzuordnen!“
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer auf und begann die Telefonnummer eines Beamten zu wählen, der für die Trauer zuständig ist



Thursday, May 4, 2006 11:51:02

Eines Tages kehrte Wladimir Wladimirowitsch™ Putin nach dem Feierabend nach Hause zurück. Plötzlich kamen Wladimir Wladimirowitsch™ auf einer der Moskauer Straßen drei Personen schnell entgegen: ein kräftiger Junge mit rasiertem Kopf und transparenten grauen Augen, eine Babuschka mit einer lila Baskenmütze mit einer kleinen Ikone aus Plastik und ein bärtiger Geistlicher in staubiger Wattejacke.
„Wohin willsu?“ fragte der Junge Wladimir Wladimirowitsch™ düster.
„Tja, aber...“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Nach Hause gehe ich.“
„Aber natürlich!“ kreischte die Babuschka auf. „Nach Hause geht er! Meinst wir sind blöd?! Du Pack!! Verdammter Sodomit!!!“
„Sodomit?!“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Was ist das?!...“
„Gleich erfährst Du, was das ist,“ sagte der Junge, führte seine Faust zur Seite und schlug mit voller Kraft Wladimir Wladimirowitsch™ in sein Präsidentengesicht.
„Nicht verstanden...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und führte automatisch einen Uki Otoshi Wurf aus.
Der Junge fiel mit dumpfem Geräusch zu Boden.
„Aaaaaa!!!“ schrie die Babuschka und holte auf Wladimir Wladimirowitsch™ mit ihrer Plastikikone aus. „Mörder hier!!! Hilfe!!! Die Schwuchteln töten Rechtsgläubige!!!“
Der Pope begann etwas vor sich hin zu flüstern und bekreuzigte den Jungen dabei mehrmals.
„Idioten...“ zuckte Wladimir Wladimirowitsch™ die Achseln und ging weiter.
„Verpiß Dich!“ ertönte hinten leise die Stimme des kopfrasierten Jungen.
Wladimir Wladimirowitsch™ zuckte wieder die Achseln.



Thursday, April 27, 2006 16:21:42

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und überlegte sich, was er zum Geburtstag seiner Tochter Mascha schenken kann.
Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon für Verbindung mit ausländischen Staatsoberhäuptern. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm sofort den Hörer ab.
„Hör mal, Bratello!“ ertönte im Hörer die Stimme des ukrainischen Präsidenten Wiktor Andrejewitsch Juschtschenko. „Du bist eine Milliarde Dollar schuldig.“
„Wie...“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Was für ‘ne Milliarde Dollar?“
„Wegen des Genozids,“ sagte Wiktor Andrejewitsch.
„Welcher Genozid, Bratello?“ empörte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Wir haben uns doch verabredet!“
„Wir haben uns verabredet, daß der Golodomor kein Genozid war,“ sagte Wiktor Andrejewitsch. „Und ich bin damit nicht einverstanden.“
„Es ist aber egal, ob Du einverstanden bist oder nicht!“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Wir haben uns doch verabredet!“
„Genau, wir haben uns verabredet,“ stimmte Wiktor Andrejewitsch zu. „Deswegen hab ich einen neuen Genozid ausgedacht.“
„Welchen neuen Genozid?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Tschernobyl,“ sagte Wiktor Andrejewitsch düster. „Es besteht kein Zweifel daran, daß die Havarie durch den KGB organisiert wurde, um das alte ukrainische Volk zu vernichten.“
„So ein Unsinn,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Wieso ist das ukrainische Volk alt?“
„Die Ukraine ist fünf Tausend Jahre alt,“ sagte Wiktor Andrejewitsch. „Du bist eine Milliarde Dollar schuldig. Und besser zwei Milliarden.“
„Aber geh schon mal...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und schmiss den Hörer. „Bald sagt er, die Gaspreise seien auch ein Genozid.“
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf und begann sich wieder über das Geschenk für Mascha zu überlegen.
Ihm fiel nichts ein.



Friday, April 21, 2006 11:58:03

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sprach mit dem Präsidenten der Firma „Transneft“ Semjon Michajlowitsch Weinstock.
„Das ist ein geniales Projekt!“ sprach Semjon Michajlowitsch. „Baikals Volumen ist dreiundzwanzig Tausend Kubikkilometer! Kannst Du Dir dieses Volumen vorstellen?“
„Ich stelle mit überhaupt nicht ganz vor,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und sah die vor ihm ausgelegten Karten an, „was Du machen willst. Man schreit soviel überall darüber. Soll man das Rohr vielleicht doch woanders verlegen?“
„Bratello!“ erhob Semjon Michajlowitsch seine Hände zum Himmel. „Was redst Du nun? Welches Rohr? Was hat dieses Rohr damiz überhaupt zu tun? Wenn ich es woanders verlege – wie werde ich dann Öl füllen?“
„Wohin füllen?“ verstand Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Liest Du Nachrichten?“ Semjon Michajlowitsch sprang vom Sessel auf und begann durch der Arbeitsraum des Präsidenten hin und her zu laufen. „Im Murmansk Gebiet wurde der Vize-Bürgermeister der Stadt Saosjorsk festgenommen!“
„Ist er ein Spion?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ sachlich. „Oder ein bestechlicher Beamter?“
„Noch schlimmer!“ antwortete Semjon Michajlowitsch aufgeregt. „Er ist ein Terrorist! Er wollte den Tanker „Belokamensk“ in die Luft sprengen!“
„Der Vize-Bürgermeister?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Den Tanker in die Luft sprengen?! Aber wozu?!“
„Wichtig ist, was es für ein Tanker ist!“ Semjon Michajlowitsch sprang an den Präsidententisch heran, packte eine Kristallkaraffe mit Wasser, nahm den Deckel ab und begann direkt aus der Karaffe zu trinken. „Was ist das bei Dir? Borschomi?“
Wladimir Wladimirowitsch™ errötete.
„Das ist der größte Supertanker im Land!“ fuhr Semjon Michajlowitsch fort und stellte die Karaffe zurück. „360 700 Tonnen Wasserverdrängung. Und er wird als Öllager gebraucht, verstehst Du? Verstehst Du es jetzt?“
„Nein, ich verstehe es nicht,“ gab Wladimir Wladimirowitsch™ ehrlich zu.
„Bratello!“ sagte Semjon Michajlowitsch flehend. „Wir haben irrsinnig viel Öl! Und haben nicht genug Öllager! Deswegen lagern wir es in den Tankern! Stellst Du Dir das vor? In den Tankern! Welche jeder Vize-Bürgermeister in die Luft sprengen kann! Und dabei bauen wir blöde Rohre, obwohl die Natur für uns schon alles vorbereitet hat! Dreiundzwanzig Tausend Kubikkilometer! Verstehst Du das?“
„Warte mal...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ langsam. „Willst Du... willst Du etwa sagen, daß... im Baikal?“
„Ein Öllager!“ flüsterte Semjon Michajlowitsch. „Das größte Öllager in der Welt! Ja nicht nur in der Welt! Das größte Öllager im Universum! Dreiundzwanzig Tausend Kubikkilometer Öl! Wenn ich mir das vorstelle, werd’ ich fast ohnmächtig!“
„Das stimmt schon,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Da ist doch Wasser drin.“
„Wer braucht denn dieses Wasser?“ winkte Semjon Michajlowitsch ab. „Mach den Hahn auf – da kommt dieses Wasser raus. Das Wasser kostet nichts. Man kann es nicht verkaufen.“
Semjon Michajlowitsch streckte die Hand wieder nach der Karaffe aus. Wladimir Wladimirowitsch™ zog die Karaffe von Semjon Michajlowitsch weg.
„Und danach!“ rief Semjon Michajlowitsch aus, als ob er die Karaffe nicht bemerkt hat. „Und danach braucht man keine Rohre mehr! Die Rohre sind ziemlich unsicher, wegen Erdbeben, Havarien, Diversionen und so. Zum Teufel die Rohre! Aus dem Baikal wird das Öl durch das Flußbett Angaras fließen! Ein schönes eintausendsiebenhundertachtzig Kilometer langes Flußbett voll Öl! Wir füllen mit Öl das ganze Sibirien! Und Öl heißt Infrastruktur! Es heißt Strom! Wärme! Geld!“
„Und wie wäre es mit der Ökologie?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Mit der Ökologie ist alles in Ordnung!“ Semjon Michajlowitsch wühlte in seinen Unterlagen und zog ein Blatt heraus. „Die Ökologen haben Angst vor Ölverschmutzung. Und wir wollen nichts verschmutzen.“
„Wie denn?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Stell Dir mal vor, Du stehst neben einem Weg und da fährt irgendein Idiot mit blauem Blinker vorbei und überschüttet Dich mit Schmutz aus der Pfütze.“
„Es ist sehr unangenehm,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und warum mit blauem Blinker?“
„Spielt keine Rolle,“ winkte Semjon Michajlowitsch ab. „Und jetzt stell Dir vor, Du badest im Meer und Deine Kinder bespritzen Dich mit Wasser.“
„Das ist lustig,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Eben!“ sagte Semjon Michajlowitsch. „Genau dasselbe ist auch bei uns – also keine Verschmutzung. Ein ganzes Meer aus Öl! Man bespritzt einander – und es ist lustig.“
„Tja...“ dehnte Wladimir Wladimirowitsch™. „Es ist irgendwie ungewöhnlich... man soll es sich überlegen...“
„Was willst Du hier überlegen?“ sprang Semjon Michajlowitsch auf. „Bratello, was gibts hier zum Überlegen?! Gar nix! Machen muß man es, machen!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Semjon Michajlowitsch nachdenklich an.



Thursday, April 20, 2006 13:49:48

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und überlegte sich, wo er noch ein Gasrohr kann verlegen lassen.
Plötzlich klingelte auf dem Tisch Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon für Verbindung mit ausländischen Staatsoberhäuptern. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Fratello!“ ertönte im Hörer die Stimme des Ministerpräsidenten Italiens Silvio Berlusconi. „Ich kann nicht glauben, daß ich die Wahlen verloren habe!“
„Weißt Du,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™, „Ich kann irgendwie auch nicht glauben, daß mit nur zwei Jahre geblieben sind...“
„Das Oberste Kassationsgericht ist gegen mich!“ sprach der Ministerpräsident aufgeregt. „Und ich glaube es nicht! Ich glaube nicht! Ich will alles überprüfen!“
„Man soll es überürpfen,“ stimmte Wladimir Wladimirowitsch™ zu. „Bis man gewünschtes Resultat bekommt. Wie man das halt in Amerika macht. Oder in der Ukraine. “
„Eben!“ rief Berlusconi. „Aber in Italien sind alle gegen mich gestimmt! Deswegen soll man die Wahlergebnisse im Ausland überprüfen!“
„Im Ausland?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse. „Da ist aber ein interessanter Gedanke...“
„In Rußland!“ sagte der Ministerpräsident aufgeregt. „Kannst Du es überprüfen?“
„Na klar,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™ froh. „Ich überprüfe es unbedingt, Bratello! Und zähle es selbst nach. Persönlich. Schickt die Stimmzettel.“
„Wunderbar!“ freute sich Silvio Berlusconi. „Danke, Bratello! Denn hier stimmt etwas nicht...“
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer auf und notierte sich etwas in seinem Präsidentennotizblock.
„Und wir können unsere Wahlergebnisse in Weißrußland überprüfen lassen,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ lächelnd vor sich hin.



Tuesday, April 18, 2006 16:56:25

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las einen Vorschlag des Kriegskommissars der Stadt Moskau Wassili Iwanowitsch Krasnogorski.
„Einzuberufender muss im Einberufungsalter,“ las Wladimir Wladimirowitsch™, „ins Kriegskommissariat kommen, ohne auf den Berufungsbefehl zu warten. Na sowas...“
Wladimir Wladimirowitsch™ drehte das Blatt um und sah wer weiss warum die Rückseite des Blatts an. Auf der Rückseite stand nichts.
„Und noch könnte man anordnen,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin, „daß Banditen nach begangener Tat sofort im nächstgelegenen Milizamt erscheinen müssen.“
Wladimir Wladimirowitsch™ atmete auf und zog seine Tasse Tee zu sich heran. Auf der Tasse war ein Doppelpapagei abgebildet, darunter stand „Wladimir Wladimirowitsch™“ geschrieben.
„Es ist interessant,“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ die Tasse. „Warum wenn ein Mann Wassili Iwanowitsch heißt, ist er immer ein Trottel?“
Plötzlich gingen die Türflügel des Präsidentenarbeitsraums auf und ein verschneiter Mann mit Ski betrat den Raum.
„Nicht verstanden...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ leise.
„Brother!“ sagte der Mann froh. „Ich bin der Prinz Albert! Aus Monaco!“
„Mein lieber Scholli!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus und stand von seinem Tisch auf. „Bratello! Wo kommst du her?“.
„Direkt vom Nordpol!“ antwortete der Prinz froh.
Wladimir Wladimirowitsch™ kam auf den Prinzen zu und schloß ihn in die Arme.



Friday, April 14, 2006 13:43:54

Eines Tages kam Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in die Werkstatt des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow. Wladislaw Jurjewitsch stand im weißen Kittel vor einem großen automatisierten Tisch. Auf dem Tisch lag ein Mann im Anzug. In der Brust des Mannes war eine kleine Luke aufgemacht, in deren Tiefe ein kleiner LCD-Monitor leuchtete. Ins linke Ohr des Mannes war ein weißes USB-Kabel eingesteckt.
„Programmierst Du?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Genau,“ nickte Wladislaw Jurjewitsch. „Was glaubst Du, was ist das?“
Wladislaw Jurjewitsch zeigte auf den Mann.
Wladimir Wladimirowitsch™ kam näher heran.
„Sieht aus wie Pligin,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ unentschlossen und sah das Gesicht des Mannes aufmerksam an. „Aber sicher – Pligin ists! Und was ist mit ihm los?“
„Wieso sofort Pligin?“ winkte Wladislaw Jurjewitsch ab. „Sag mir lieber – was ist das?“
„Tja...“ Wladimir Wladimirowitsch™ überlegte sich einen Augenblick. „Der Vorsitzende des Ausschusses der Staatsduma für Verfassungsgesetzgebung und Staatsbau. Richtig?“
„Denk noch,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Was ist das?“
„Ein Android,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Mehr fällt mir nichts ein.“
„Das ist kein einfacher Android!“ Wladislaw Jurjewitsch hob seinen Schraubenzieher aus Platin. „Dies ist ein national orientierter Android!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah Wladislaw Jurjewitsch mit Respekt an.



Wednesday, April 12, 2006 13:07:08

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und überlegte sich, wen er von seinen Präsidentenministern noch öffentlich abkanzeln könnte.
„Fursenko – erledigt,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und strich die Namen aus der Liste. „Christenko – erledigt... Kudrin tut mir auch ohne dies leid...“
Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Sieben eins neun drei eins,“ hörte Wladimir Wladimirowitsch™ eine unbekannte Frauenstimme. „Sieben eins neun drei eins.“
„Nicht verstanden...“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wer ist das?“
Im Hörer ertönten kurze Piepstöne.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah das Telefon erstaunt an und vertiefte sich wieder in seine Liste.
Das Telefon klingelte wieder.
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Sieben eins acht,“ ertönte im Hörer eine unbekannte Männerstimme. „Zehn eins vier drei neun eins.“
„Wer ist das verdammt?!“ empörte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
Im Hörer ertönten wieder kurze Piepstöne.
Wladimir Wladimirowitsch™ schmiss den Hörer auf den Apparat.
Das Telefon klingelte sofort wieder.
Wladimir Wladimirowitsch™ packte den Hörer.
„Na was ist denn los?!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™. „Was soll das?!“
„Drei eins neun,“ plapperte im Hörer eine Kinderstimme. „Vier zwo eins sieben.“
Wladimir Wladimirowitsch™ holte schnell aus der Tasche seinen Präsidenten-Parker und schrieb die geheimnisvollen Ziffern direkt auf die Liste der Regierungsminister nieder. Danach drückte Wladimir Wladimirowitsch™ den Rufknopf
des Vize-Chefs seiner Administration Wladislaw Jurjewitsch Surkow.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Was bedeutet drei eins neun vier zwo eins sieben?“
„Zwo eins sieben?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch. „Das ist ein Schutz gegen chemische Wirkung. Hast Du Dir auch den Kurs gekauft?“
„We.. Welchen Kurs?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Na den Kurs...“ wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch. „Den von Grabowoj. Bei uns haben ihn schon viele gekauft. Und das ist auch gut so, es kostet ja nicht viel. Und wenns wirklich hilft?“
„Und sag mir mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ langsam. „Welche Ziffern soll man für den Schutz gegen doofe Minister nennen?“
„Solche Ziffern gibts noch nicht,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch sofort. „Wir haben Grabowoj eben dafür festgenommen, damit er sich nicht die Zeit umsonst vertreibt, sondern etwas Nützliches macht. Im Land ist noch irrsinnig viel zu machen.“
„Zunächst soll er an der Reduzierung der Inflation arbeiten,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™, sich kurz überlegt.
„Selbstverständlich,“ stimmte Wladislaw Jurjewitsch zu. „Und danach an der Armeereform und so.“
„Na gut,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ erleichtert. „Aber ich will diese Anrufe nicht mehr bekommen.“
„Wie denn – nicht mehr bekommen?“ wunderte sich Wladislaw Jurjewitsch. „Und wie kann man dann arbeiten? Du bist doch der Präsident, alle dise Ziffern müssen über Dich laufen. Du bist ein Zentrum der Weltharmonisierung. So Grigorij Petrowitsch.“
„Aber nein...“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wann geht doch das alles zu Ende?!“
„Im Jahr zweitausendacht,“ antwortete Wladislaw Jurjewitsch sofort.



Wednesday, April 12, 2006 13:07:08

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah sich im internen Sender die Aufnahme des Starts des ersten Kosmonauten der Erde Juri Alexejewitsch Gagarin an.
„Startschlüssel an!“ ertönte vom Bildschirm eine ferne Stimme.
Ein Mann auf dem Bildschirm an einem großen Steuerpult drehte einen grauen Schlüssel mit einem Ring am Ende.
„Durchziehen eins!“ ertönte eine andere Stimme.
„Durchlüften!“ rief jemand mit einserner Stimme.
„Jawohl durchlüften!“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ schon lange auswendig gelernte Worte vor sich hin.
„Jawohl durchlüften!“ bestätigte die ferne Stimme vom Bildschirm.
„Startschlüssel auf Dränage!“ befahl vom Bildschirm der unbekannte Operator.
„Jawohl Startschlüssel auf Dränage!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Jawohl Startschlüssel auf Dränage!“ sagte die Stimme vom Bildschirm. „Jawohl Dränage!“
„Bei mir ist alles in Ordnung!“ ertönte vom Bildschirm die Stimme von Juri Alexejewitsch. „Bin bereit zu starten! Empfang!“
„Wunderbar!“ antwortete man dem Kosmonauten. „Zündung an! Kedr, ich bin Sarja!“
„Habe Sie verstanden, Zündung an!“ sagte die andere Stimme.
Vom Bildschirm ertönte fernes Dröhnen.
„Vorstufe!“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin.
„Vorstufe!“ befahl man auf dem Bildschirm. „Jawohl Vorstufe!“
Das Dröhnen auf dem Bildschirm wurde stärker. Das Bild von Jurij Alexejewitsch begann etwas zu zittern.
„Zwischenstufe!“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin.
„Zwischenstufe!“ bestätigte man auf dem Bildschirm.
Das Dröhnen wurde zu einem schrecklichen Gepolter.
„Hauptstufe!“ schrie die Stimme auf dem Bildschirm, um das Getöse zu überschreien. „Aufsteigen!!!!“
„Los geht’s,“ lächelte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Prewe-e-e-e-d!!!!“ ertönte vom Bildschirm die ferne stockende Stimme von Juri Alexejewitsch Gagarin.
Wladimir Wladimirowitsch™ wurde blaß.



Thursday, March 16, 2006 12:00:35

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sah sich im Präsidentenfernsehen eine Direktübertragung der Regierungssitzung an.
„Wir haben eine sehr große Inflation,“ sprach der Ministerpräsident Michail Jefimowitsch Fradkow.
„Sie ist deswegen so groß,“ sprach die stellvertretende Finanzministerin Tatjana Alexejewna Golikowa, „weil wir sie nicht korrekt nachrechnen.“
„Und wo ist Kudrin?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt und drückte sofort den Rufknopf des Finanzministers Alexej Leonidowitsch Kudrin.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Wo bist Du? Warum bist Du nicht bei der Sitzung?“
„Ich bin krank,“ antwortete Alexej Leonidowitsch mit schwacher Stimme. „Eine Lungenentzündung. Ich liege im Krankenhaus.“
„Schade,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Alle warten da auf Dich.“
„Ich würde gerne hinfahren,“ antwortete Alexej Leonidowitsch. „Aber die Ärzte lassen mich nicht gehen.“
„Ich verstehe Dich,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Als man mich in der Schule in der Deutschstunde nach Hausaufgaben fragte, bat ich auch um die Erlaubnis ins WC zu gehen.“
„Ich sage doch – ich bin krank!“ überzeugte Alexej Leonidowitsch. „Ich habe die Pneumonie! Fieber auch!“
„Ich glaube, ich glaube Dir doch,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und legte den Hörer auf. „Die Lungenentzündung hat er. Aber natürlich. Sicher. Die Grippe! Die Hühnergrippe allein war nicht genug, jetzt haben wir noch die Kudrin-Grippe.“
Und dann kehrte Wladimir Wladimirowitsch™ zur Sendung der Sitzung zurück.



Wednesday, March 15, 2006 13:39:55

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las einen Artikel in der österreichischen Zeitung mit dem für das russische Ohr kaum aussprechbaren Namen Oberösterreichische Nachrichten.
„Der Stabilisationsfonds Rußland nimmt froh immer mehr zu,“ las Wladimir Wladimirowitsch™. „Und der Westen lacht über Kudrin.“
Wladimir Wladimirowitsch™ nahm sofort den Hörer ab und drückte den Rufknopf des Finanzministers Alexej Leonidowitsch Kudrin.
„Hör mal, Bratello,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Weiß Du übrigens, daß der Westen über Dich lacht?“
„Nicht nur der Westen lacht über mich,“ antwortete Alexej Leonidowitsch traurig. „Selbst Kopejkin lacht über mich.“
„Hör mal,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und warum können wir tatsächlich etwas aus dem Stabilisationsfonds nicht ausgeben? Sagen wir mal, für den Autobahnenbau... Oder für die Armee...“
„Man darf sowas nicht,“ sagte Alexej Leonidowitsch hartnäckig. „Erstens, es kommt sofort zur Inflation.“
„Wir haben aber sowieso die Inflation,“ zuckte Wladimir Wladimirowitsch™ die Achseln. „Auch ohne den Stabilisationsfonds.“
„Danach wird sie noch größer sein,“ sagte Alexej Leonidowitsch. „Und zweitens, man wird sowieso alles veruntreuen.“
„Und drittens?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Und drittens,“ sagte Alexej Leonidowitsch. „Ich mag sehr im Geld schwimmen.“
„Vielleicht sollen wir lieber aufs Wasser umsteigen?“ schlug Wladimir Wladimirowitsch™ vor.
„Und ich mag im Geld!“ wiederholte der Minister hartnäckig.
„Na ja, Du bist der Minister,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du weißt es besser. Und wie groß ist unser Gelddepot?“
„Hundert Milliarden Dollar,“ sagte Alexej Leonidowitsch.
„Und wenns größer wird?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™.
„Dann platzt es,“ sagte Alexej Leonidowitsch sicher. „Und verschüttet alle. Und dann kommts schon zu einer so großen Inflation! Zur galoppierenden Inflation!“
„Wollen wir dann also doch etwas ausgeben?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ beunruhigt. „Bis es noch nicht geplatzt ist.“
„Man darf es nicht,“ wiederholte Alexej Leonidowitsch hart. „Ich bin der beste Finanzminister in der Welt. Glaub mir.“
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer vorsichtig auf und vertiefte sich in Gedanken.



Monday, March 6, 2006 17:56:16

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und beobachtete den Euro-Kurs.
„Es ist so langweilig...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin und sah den kontinuierlichen Seitentrend an. „Wegen hin noch her...“
Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm sofort den Hörer ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die Stimme des Vize-Chefs der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow. „Schwanezkij hat heute Geburtstag. Siebzig wird er. Man sollte ihm eigentlich gratulieren, oder?“
„Schwanezkij?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Erinnerst Du Dich an seinen Sketch über einen Georgier?“ fragte Wladislaw Jurjewitsch. „Wie heißen Sie? Undsi.“
„Ich heiße Wladimir Wladimirowitsch™,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Und warum fragst Du es?“
„Ich frage das nicht,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Man fragte einen Georgier danach. Und er antwortet.“
„Welchen Georgier?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Hast Du Dir schon morgen früh etwas durch die Kehle gespült?“
„Ich trinke überhaupt keinen Alkohol am Arbeitsplatz,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch etwas gekränkt. „Es gibt bloß so eine Erzählung von Schwanezkij. Eine humoristische Erzählung halt. Als gäbe es einen doofen Dozenten und einen Georgier. Goridse. Und er hieß Undsi.“
„Was – ich?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ wiederum nicht.
„Du - nichts,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Des Georgiers sein Vorname war Undsi. Der Dozent fragt ihn: wie heißen Sie? Und der antwortet: Undsi.“
„Du verspottest mich,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und blickte wehmütig auf die Entwicklung des Euro-Kurses.
„Ich verspotte Dich gar nicht!“ rief Wladislaw Jurjewitsch. „Hast Du etwa unter der Sowjemacht Schwanetzkij nicht gehört?!“
„Unter der Sowjetmacht,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™, „habe ich in Deutschland gedient. Wir hatten da keine Schwanetzkis. Dafür gab es da Nina Hagen. Nina, Nina, tam kartina – äta traktar i mator.“
„Dann gratulier ihr zum achten März,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Wenn Du schon Schwanetzkij nicht gratulieren willst.“
„Wieso will ich ihm nicht gratulieren?“ zuckte Wladimir Wladimirowitsch™ seine Präsidentenachseln. „Wenns ein guter Mensch ist, kann ich ihm locker gratulieren.“
Und dann legte Wladimir Wladimirowitsch™ den Hörer auf.



Friday, March 3, 2006 15:40:26

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und überlegte sich, was er am Freitag Abend machen wird. Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums von Wladimir Wladimirowitsch™ auf und der Außenminister Sergej Wiktorowitsch Lawrow betrat mit schnellem Schritt den Raum.
„Bratello!“ sagte Sergej Wiktorowitsch aufgeregt. „Hamas ist angekommen!“
„Was heißt Hamas ist angekommen?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Wie es halt verabredet war,“ antwortete Sergej Wiktorowitsch etwas verlegen. „Sie sitzen schon im Hotel und warten.“
„Und warum...“ Wladimir Wladimirowitsch™ griff zum Hörer und brüllte: „Iwanow zu mir bestellen! Sofort!“
„Welchen Iwanow möchten Sie, Wladimir Wladimirowitsch™?“ ertönte im Hörer die sanfte Stimme der Telefonistin.
„Wollen Sie gefeuert werden?!“ schrie Wladimir Wladimirowitsch™.
„Eine Sekunde bitte,“ sagte die Telefonistin zärtlich, etwas knipste im Hörer, danach ertönte die Stimme des Verteidigungsministers Sergej Borissowitsch Iwanow drin.
„Hallo,“ sagte Sergej Borissowitsch.
„Bratello!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Sag mir mal bitte, wozu haben wir das antiterroristische Gesetz so eilig verabschiedet?“
„Na ja...“ begann der Verteidigungsminister zu erklären.
„Wozu verabschiedet man so schnell die Gesetze,“ fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ fort, „wo geschrieben steht, daß man Flugzeuge mit Terroristen abschießen darf. Wozu?“
„Aber...“ sprach Sergej Borissowitsch unsicher.
„Warum, frage ich Dich,“ erhöhte Wladimir Wladimirowitsch™ die Stimme, „konnte das Flugzeug mit Hamas Moskau erreichen?!“
„Aber Bratello...“ kapierte der Minister nicht.
„Ein Flugzeug voll Terroristen!“ schrie Wladimir Wladimirowitsch™. „Landet vor den Augen der ganzen Welt in Scheremetjewo. Wie kann sowas angehen?!“
„Du hast sie doch selbst eingeladen!“ sagte Sergej Borissowitsch plötzlich.
„Bin ich der Präsident oder nicht?“ sprang Wladimir Wladimirowitsch™ vom Sessel auf. „Kann ich etwa keinen Fehler machen? Keine Dummheit sagen? Wozu hab ich die Regierung, das Parlament und die Administration , wenn keiner von ihnen meinen ganz kleinen Fehler korrigieren kann?! Regiert bei uns überhaupt jemand das Land außer mir?!“
Wladimir Wladimirowitsch™ schmiß den Hörer.
Der Außenminister stand vor ihm völlig blaß, große Schweißtropfen rollten über sein erschrockenes Gesicht.
„Ich treffe mich mit ihnen nicht,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Fängt das Treffen ohne mich an.“
Der Außenminister nickte schnell und lief aus dem Arbeitsarum hinaus.



Friday, March 3, 2006 15:40:26

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in der Kantine mit dem Ex-Präsidenten der UdSSR Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Vor den Männern stand eine Tasse mit Plinsen, eine grüne Blechdose mit rotem Kaviar, ein Stück Neuseeland-Butter in silberfarbenem Papier, eine Flasche Gschelka Wodka und zwei Schnapsgläser aus IKEA.
„Es ist alles ganz bescheiden bei Dir,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ und machte sich Kaviar auf die Plinse. „Und wo sind Gäste?“
„Welche Gäste jetzt?“ winkte Michail Sergejewitsch ab und schenkte sich Wodka ein.
„Also, auf Dich,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und hob sein Glas. „Wenns nicht Du wärest, hätte ich bis jetzt in der DDR gehockt und für Schiguli gespart. Danke, Bratello.“
Die Männer tranken auf Ex.
„Siessu, wie es rauskommt,“ sagte Michail Sergejewitsch und legte auf die Plinse etwas Butter. „Ich hab Euch allen die Möglichkeit gegeben, Milliarden zu verdienen. Und selbst werbe ich jetzt für Pizza.“
„Eine geschichtliche Ungerechtigkeit ist es,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™, ein Stück Plinse kauend. „Mit mir wird genau dasselbe sein. Und mit jedem Menschen überhaupt.“
„Es ist interessant,“ sagte Michail Sergejewitsch und schenkte zweite Runde Wodka ein. „Wer ist der nächste? Wie kann man sowas erraten?“
„Da braucht man gar nix raten,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und nahm das Schnapsglas in seine Präsidentenhand. „Lukaschenko ists. Majdan ist bei ihm schon erschienen.“
„Was Du nicht sagst!“ wunderte sich Michail Sergejewitsch. „Na ja, alles fließt, alles ändert sich... Wie alt sind wir doch schon, Du. Bratello?“
„Na ja, ich hab aber noch etwas Zeit,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und hob das Schnapsglas. „Noch 745 Tage!“
„Das heißt also...“ sagte Michail Sergejewitsch. „Zählst Du etwa die Tage?“
„Kasparow zählt sie,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Ich habe keine Zeit dafür – ich regiere das Land. Also, Bratello! Auf die Perestrojka!“
Die Männer tranken wieder auf Ex.



Wednesday, March 1, 2006 16:12:09

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Bürgermeister von Moskau Jurij Michajlowitsch Luschkow auf einer Holzbank im Innenhof des I. Kreml-Gebäudes und genoßen die ersten, wärmenden Strahlen der Frühlingssonne.
„Wie schön war der Winter,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ und reckte sich.
„Ein schöner Winter war ‘s,“ stimmte Juri Michajlowitsch zu. „Es gab bloß zu viel Schnee.“
„Das ist doch gut,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™, „wenn es viel Schnee gibt. Man kann Bergski laufen.“
„Jemand hats gut, Bergski zu laufen,“ brummte Jurij Michajlowitsch. „Und jemand muß die Straßen in Ordnung bringen. Meine Hausmeister sind Tag und Nacht im Einsatz!“
„Ich weiß nicht, was da Deine Hausmeister Tag und Nacht treiben,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™, „aber im Kreml liegen Schneehaufen nach wie vor.“
„Man läßt doch meine Hausmeister in den Kreml nicht hinein,“ klagte Jurij Michajlowitsch. „Dein FSO oder wie sie da heißen... die mit den Blinkern auf den Schirmmützen. Sie lassen sie nicht hinein – mit Schaufeln und Besen darf man nicht rein sagen sie.“
„Natürlich darf man sowas nicht,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™. „Und wenn das Terroristen sind? Es ist schon richtig, daß man sie nicht hineinläßt.“
„Ich sehe es so,“ Jurij Michajlowitsch nahm seine Schirmmütze ab. „Wenn es schon so ist, braucht man über dem Kreml eine Kuppel bauen lassen.“
„Eine Kuppel?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Die Kuppel, ja,“ nickte Jurij Michajlowitsch und zeigte Wladimir Wladimirowitsch™ seine Schirmmütze. „Aus Monolitbeton. Eine schöne und leichte Spannkonstruktion wäre das. Ich hab sogar einen Fachmann auf diesem Gebiet.“
„Nodar Kantscheli?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ und betrachtete die Schirmmütze von Jurij Michajlowitsch wie angezaubert.
„Nodar Kantscheli,“ bestätigte der Bürgermeister. „Und warum nicht? Er hat schon sehr viel schöne Kuppeln gebaut. Zum Beispiel die auf dem Christus-Erlöser-Dom.“
In diesem Augenblick winkte Jurij Michajlowitsch mit der Hand in Richtung Wolchonka Straße.
Wladimir Wladimirowitsch™ sah wie angezaubert Jurij Michajlowitschs Schirmmütze an.
„Na ja...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™. „Vielleicht wäre es nicht schlecht mit der Kuppel... Man wird nicht gaffen noch dazu...“
Jurij Michalowitsch drehte die Schirmmütze auf seinem Finger.
„Und wenn sie abstürzt,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™, ohne den Blick von der Schirmmütze abzuwenden. „So ist es vielleicht sogar besser so...“
Jurij Michajlowitsch drehte die Schirmmütze und lächelte.
Über die Platinfensterbrette des I. Kreml-Gebäudes schlugen die ersten getauten Frühlingstropfen.



Wednesday, March 1, 2006 12:31:43

Eines Tages saßen Wladimir Wladimirowitsch™ Putin und der Generaldirektor des Fernesehsenders NTW Wladimir Michajlowitsch Kulistikow in einem Arbeitsraum im Kreml und sahen sich im Präsidentenfernsehen eine Retrospektive der Berichte des Sonderreporters Ilja Simin an.
„Mir gefällt dieser Bericht,“ sprach Wladimir Michajlowitsch. „Über die Pedophilen. Das Rating war – mein lieber Scholli! Wir haben diesen Fernsehbericht sogar wiederholt.“
„Über die Pedophilen?..“ Wladimir Wladimirowitsch™ verzog etwa sein Präsidentengesicht. „Ihr habt aber Themen... die Pedophilen... Und noch dieses... Wie heißt es ja... „Die wirkliche Politik“. Ein ekelhaftes Programm.“
„Ich finde es auch ekelhaft,“ gab Wladimir Michajlowitsch zu. „Und was tun? Das Auditorium mag sowas. Die einen haben Petrossjan, die anderen „Die Fabrik der Stars“. Und wir haben Pawlowskij und diesen... Der über Dich die ganze Zeit allerlei Schweinereien schreibt.“
„Genau,“ nickte Wladimir Wladimirowitsch™. „Ein Idiot, der keinesgleichen findet. Warum tötet man dann solche wie diesen Simin und diverse Tölpel leben weiter? Warum? Ich verstehe es nicht.“
„Ilja hat grade an einem Thema gearbeitet,“ sagte Wladimir Michajlowitsch und schaltete etwas im Präsidentenfernseher um. „Über die Kellner.“
„Über die Kellner?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ erstaunt.
„Kannst Du Dir vorstellen,“ erklärte Wladimir Michajlowitsch. „Es hat sich ergeben, daß die Kellner in teuersten Restaurants Gästen auf die Teller spucken!“
„Aber geh...“ glaubte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Und das ist noch nicht das Härteste!“ sprach Wladimir Michajlowitsch aufgeregt. „Sie waschen sich Hände im Kompott! Du siehst gleich alles selbst. Ilja hat dies mit einer versteckten Kamera aufgenommen... Sie war in einen Knopf einmontiert...“
„Mein Gott...“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Die besten gehen...“
„Ich sage es eben,“ stimmte Wladimir Michajlowitsch zu. „Der Junge tut so leid, es ist unmöglich.“
Auf dem Bildschirm spuckte ein Kellner eines teueren Restaurants auf den Teller mit dem Nachtisch.
Wladimir Wladimirowitsch™ holte verstohlen aus der Tasche das Regierungsmobiltelefon mit dem Doppeladler anstatt Tastatur heraus und drückte auf den einzigen Knopf, den Rufknopf des Restaurant-Chefs Arkadij Anatoljewitsch Nowikow.



Sunday, February 26, 2006 15:48:11

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und las eine Broschüre für Kommissare der Allrussischen Antifaschistischen Demokratischen Bewegung „Die Unsrigen“.
„Die vorrangige Aufgabe der Arbeit des Kommissars im Live Journal,“ las Wladimir Wladimirowitsch™, „ist, den LJ-Usern über unsere ideologische Position zu berichten. Hm... Es ist logisch...“
Plötzlich gingen die hohen Türflügel des Arbeitsraums auf und der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Igor Iwanowitsch Setschin betrat keuchend den Raum. Sein Anzug war mit etwas weißem beschmiert, die Krawatte rutschte auf die Seite, seine kräftigen Hände schleppten einen staubigen Sack aus einem rauhen Stoff.
„Nicht verstanden...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin.
„Brauchst Du Salz?“ fragte Igor Iwanowitsch kurz, lehnte den Sack an die Wand des Präsidentenarbeitsraums an und wischte sich mit der Rückseite der Hand große Schweißtrofpen von der Stirn.
„Welches Salz?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Kochsalz,“ antwortete Igor Iwanowitsch, kam an den Präsidententisch heran und schenkte sich Wasser aus der Karaffe ein. „Steinsalz. Jodiert. O...!“
Igor Iwanowitsch sah erstaunt das Glas, aus welchem er trank.
„Borshomi?“ fragte Igor Iwanowitsch Wladimir Wladimirowitsch™. „Es ist unpatriotisch.“
„Dafür schmeckts gut,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Und ist bekömmlich. Na, was ist das für ein Salz? Worin besteht sein Geheimnis?“
„Weches Geheimnis noch?“ winkte Igor Iwanowitsch ab. „Ein ganz normales Salz ist es. Man kann damit Pilze konservieren.“
„Gibt es kein Geheimnis also?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™. „Und wozu hast Du es dann in den Kreml mitgeschleppt?“
„Wir haben doch ein Defizit,“ erklärte Igor Iwanowitsch. „Du sitzt hier, liest allerlei Bücher, und im Land herrscht ein Salzaufstand.“
„Was?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mißtrauisch.
Der Vize-Chef der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ Wladislaw Jurjewitsch Surkow betrat den Raum.
„Bratellos,“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Ich hab ein neues Projekt ausgedacht... O waja, was habt Ihr da? Salz etwa?“
„Und woher weißt Du das?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ argwöhnisch.
„Was kann das denn sonst sein?“ lächelte Wladislaw Jurjewitsch. „Sicher kein Kokain. Wir haben im Land kein Defizit an Kokain. Und ein Salzdefizit – schon.“
„Ist das also wirklich wahr?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ leise die Vize-Chefs seiner Administration. „Vielleicht macht Ihr einen Jux mit mir? Nun? Vielleicht ist das bei Euch...“
Wladimir Wladimirowitsch™ schaute in die Broschüre.
„Vielleicht ist das bei Euch so ein Flash Mob?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™, nachdem er das richtige Wort in der Broschüre fand.
„Wa-a-as?!“ kapierten die Vize-Chefs nicht.
„Was kann man aber dagegen machen?“ sagte Wladislaw Jurjewitsch. „Meine Mutter ging auch ins Geschäft und kaufte sich da fünfzehn Kilo Salz. Die älteren Leute sind sehr schwer zu überreden. Diese Mentalität hat sich bei ihen infolge der Jahrzehnte des Defizits gebildet.“
Igor Iwanowitsch nickte zustimmend.
„Aber prima,“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Das ist schon ein vollkommenes „Moin Kuckuck“.
Die Vize-Chefs der Administration von Wladimir Wladimirowitsch™ sahen ihn schweigend an.



Sunday, February 26, 2006 12:42:55

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und sprach mit dem Gott.
„Herr Gott,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™ und erhob seine Präsidentenaugen. „Bratello! Bist Du etwa taub? Seit dem Tag, als man Mischenka verurteilte, habe ich Dich um die Gerechtigkeit gebeten. Ich habe Dich gebeten so zu machen, daß verantwortliche Personen für alles Verantwortung tragen. Habe ich Dich drum gebeten? Ja, habe ich! Und Du?“
Wladimir Wladimirowitsch™ breitete seine Präsidentenarme ratlos auseinander.
„Viele Nächte lang hab ich gebetet,“ fuhr Wladimir Wladimirowitsch™ fort. „Ohne ein Auge zuzutun, so wollte ich die Wahrheit zum Sieg führen. Ich wollte, daß alle sagen: jetzt haben wir ‘s! Der Gott hats entschieden! Damit alle glauben, daß Du existierst! Damit man weiß – die Gerechtigkeit wird immer siegen! Der Gott sieht alles! Und was hast Du gemacht?“
Wladimir Wladimirowitsch™ zog schnell einen Stapel Unterlagen zu sich.
„Ich hab alles mögliche vorgenommen,“ sprach Wladimir Wladimirowitsch™. „Wir haben zwei Zeitungen mit den Karikaturen Deiner Propheten dicht gemacht. Wir haben der Kirche soviel Geld gegeben, wieviel wir nicht einmal im Stabilisationsfonds haben! Und ich habe gedacht, Du wirst Dich schon in meine Lage versetzen. Ja, ich verstehe, Du hast Dich in meine Lage versetzt. Aber womit hast Du nur gehört, o Gott!? Mit welchem Körperteil hast Du meinem Flehen zugehört, Bratello?!“
Wladimir Wladimirowitsch™ schob schnell den Stapel mit den Unterlagen beiseite.
„Ich hab Dich gebeten, das Basmannyj Gericht zu bestrafen!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Was hat aber der Markt damit zu tun, Du?!“
Das Licht im Arbeitsraum von Wladimir Wladimirowitsch™ blinkte schuldbewußt.



Wednesday, February 22, 2006 18:11:15

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin in seinem Arbeitsraum im Kreml und versuchte irgendeine neue außenpolitische Initiative auszudenken. Plötzlich klingelte auf dem Tisch von Wladimir Wladimirowitsch™ das Telefon. Wladimir Wladimirowitsch™ nahm den Hörer ab.
„Hör mal, Bratello,“ ertönte im Hörer die ferne Stimme von Boris Abramowitsch Beresowskij. „So, bei mir is’ Schluß. Bin kein Geschäftsmann mehr.“
„Was ist denn los?“ wunderte sich Wladimir Wladimirowitsch™.
„Ich hab alles Badri abgegeben,“ antwortete Boris Abramowitsch. „Ich brauche nichts mehr. Ich setz mich auf mein Atenteil. “
„Und wie wäre es doch...“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ etwas verlegen. „Und wie wäre es doch mit der Revolution?“
„Ich bin müde geworden,“ sagte Boris Abramowitsch traurig. „Ich will keine Revolution mehr. Ich gehe in ein Kloster.“
„In ein Kloster?!“ staunte Wladimir Wladimirowitsch™. „Du?! In den Kloster?! Wer läßt Dich aber überhaupt ins Kloster rein?!“
„Ich hab mein eigenes Kloster,“ sagte Boris Abramowitsch sanftmütig. „Ich hab es mir noch vor fünf Jahren gekauft. So ein kleines, gemütliches Kloster. Nicht weit von der Tulskaja.“
„Von welcher Tulskaja?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht.
„Die U-Bahn-Station Tulskaja,“ erklärte Boris Abramowitsch. „Oder Du wirst den Mönch Jelenin ins Land auch nicht reinlassen? Wie Dalai Lama etwa?“
„Der hat sich verglichen! Eine richtige Dalai Lama, echt...“ murmelte Wladimir Wladimirowitsch™ vor sich hin. „Hör mal, da, an der Tulskaja befindet sich doch dieses...“
,,Das Danilowskij Kloster,“ sagte Boris Abramowitsch traurig.
„Da sitzt doch der Patriarch!“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ mit gedrückter Stimme.
„Jetzt werde ich der Patriarch sein,“ sagte Boris Abramowitsch. „Ich hab das Kloster zusammen mit der Stelle gekauft.“
„Mit welcher Stelle?..“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ erschrocken.
„Mit der Stelle des Patriarchen,“ erklärte Boris Abramowitsch.
Wladimir Wladimirowitsch™ legte den Hörer langsam auf seinen Präsidententisch.
„Patriarch Beresowskij...“ flüsterte Wladimir Wladimirowitsch™ kaum hörbar vor sich hin und wurde blaß.



Tuesday, February 21, 2006 16:47:40

Eines Tages saß Wladimir Wladimirowitsch™ Putin auf der Terrasse seiner Präsidentenresidenz Nowo-Ogarjowo und trank aromatischen Tee aus einem großen Samowar aus Platin mit goldenen Doppeladlern auf runden Seiten. Plötzlich hörte man draußen ein aufgeregtes Geschrei. Wladimir Wladimirowitsch™ zog verwundert seine Präsidentenaugenbraunen hoch, stellte die Teetasse auf den Tisch, stand auf, rückte seinen Hermelinschlafrock zurecht und ging zur Außentreppe hinaus.
Aus dem schwarz-grünen Gebüsch erschien ein Mann in einem gerissenen russischen Hemd, umgürtet mit einer stark getragenen Litze mit dicken Quasten, mit einer ebenso getragenen Streifhose. Im gutherzigen Gesicht des Unbekannten sträubte sich ein zerzaustes Bärtchen. In den Händen hielt er ein Jackett. Der Mann näherte sich Wladimir Wladimirowitsch™ und fragte mit angenehmer Stimme:
„Wo finde ich hier den Präsidenten Wladimir Wladimirowitsch™?“
„Ich bin der Präsident,“ antwortete Wladimir Wladimirowitsch™. „Womit kann ich Ihnen helfen?“
Der Mann fiel stumm auf die Knien. Das war der Vater Dmitrij Kaplun aus der Stadt Birobidschan.
„Hören Sie auf, was machen Sie?!“ rief Wladimir Wladimirowitsch™ aus. „Stehen Sie bitte auf!“
„Tu ich nicht,“ antwortete der Vater Kaplun und sah Wladimir Wladimirowitsch™ mit seinen klaren Augen an.
„Stehen Sie auf!“ bestand Wladimir Wladimirowitsch™.
„Tu ich nicht!“ antwortete der Vater Kaplun und begann vorsichtig, damit es nicht weh tut, mit seinem Kopf gegen den Kies zu klopfen.
Dann errötete Wladimir Wladimirowitsch™, faßte den Bittsteller unter die Arme, hob ihn sich anstrengend, um ihn auf die Beine zu stellen, aber der Vater Kaplun griff zu einer List und unterschlug seine Beine.
Wladimir Wladimirowitsch™ schleppte den seltsamen Gast völlig empört in die Ecke und setzte ihn gegen dessen Willen in seinen Präsidentenhalbsessel.
„Darf ich nicht,“ murmelte der Vater Kaplun, „ich wage nicht in Anwesenheit einer Dignitar zu stehen.“
Der Vater Kaplun versuchte zum wiederholten Mal auf die Knien zu fallen.
Wladimir Wladimirowitsch™ hielt den Vater Kaplun mit einem traurigen Schrei an den Schultern zurück.
Der Pope begann etwas Unverständliches, aber anscheinend etwas Süßes zu murmeln. Erst nach langen Erkundigungen gelang es zu verstehen, daß er als eine besondere Gnade ihm gegenüber darum bittet, des Bürgermeisters Verbot der Durchführung einer Gayparade an der Twerskaja Straße nicht zuzulassen.
Wladimir Wladimirowitsch™ ließ vor Staunen die Schultern des Vaters Kaplun los, welcher sofort auf die Knien fiel und dem Präsidenten wie eine Schildkröte nachzujagen begann.
„Warum?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht und wich dabei den langen Armen des Vaters Kaplun aus. „Warum soll ich Luschkow bitten, die Gayparade nicht zu verbieten? Sie können auch weiter auf die Knien fallen, bloß ich kann dadurch nichts verstehen!“
„Das sind doch meine, meine Sodomiten,“ stöhnte der Vater Kaplun.
„Was heißt denn Ihre?“ kapierte Wladimir Wladimirowitsch™ nicht. „Woher? Sind Sie verrückt geworden? Sind Sie Geisteskranker?“
„Um Gottes Willen,“ flüsterte der Mann Wladimir Wladimirowitsch™ zu. „Ich will sie bloß selbst auseinenaderjagen.“
„Auseinanderjagen?“ fragte Wladimir Wladimirowitsch™ mit Interesse. „Und haben Sie spezielle Mittel dafür?“
„Habe ich!“ rief der Vater Kaplun leidenschaftlich aus. „Ich habe spezielle Mittel! Gottes Gnadenbezeugung und die Herde! Meine demütige Herde, die für alles bereit ist! Sie treibt sie eben auseinander! Das ist meine Sternstunde!“
„Die Herde – das ist interessant,“ sagte Wladimir Wladimirowitsch™ und setzte sich auf den Stuhl. „Und wieviel Liberale kann Ihre Herde auseinanderjagen? Oder sie beschäftigt sich nur mit den Sodomiten?“
„Die kann sie auch auseinanderjagen,“ antwortete der Vater Kaplun leidenschaftlich. „Sie kann alles! Und die Lieberalen haßt sie sogar!“
„Äh...“ begann Wladimir Wladimirowitsch™.
„Das Budget wird nicht groß sein!“ rief der Vater Kaplun aus und knallte den Kopf direkt gegen die Schuhe von Wladimir Wladimirowitsch™. „Nicht groß!“
Wladimir Wladimirowitsch™ sah den Geistlichen mit Interesse an.